Nvidia GeForce RTX 3080 angetestet: Her mit Ampere!

Ab heute dürfen die Grafikkartenhersteller ihre GeForce RTX 3080 verkaufen. Der erste Test zeigt die neue GPU als schnell, aber stromdurstig.

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Drei Lüfter an Bord und drei Slots hoch: Die Asus GeForce RTX 3080 TUF Gaming OC ist eine der ersten verfügbaren Grafikkarten mit Nvidias neuer Ampere-GPU.

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Von
  • Benjamin Kraft

Nachdem am 16. September die Pressesperre für Nvidias eigene "Founders Edition"-Version der GeForce RTX 3080 fiel, gehen heute die eigenen Varianten der Grafikkartenhersteller in den Verkauf – und die Presse darf berichten. Wir besorgten uns für diesen ersten Test eine GeForce RTX 3080 TUF Gaming von Asus. Diese Drei-Slot-Karte trägt drei Axiallüfter und lässt sich per Schiebeschalter vom ab Werk eingestellten Quiet-Modus in den lauteren, aber etwas schnelleren Performance-Mode umschalten. Mit einer Preisempfehlung von 719 Euro ist die Asus-Karte nicht viel teurer als Nvidias Founders Edition.

Das Herzstück bildet wie bei allen RTX 3080 die mit 8-Nanometer-Technik gefertigte GA102-GPU. Sie besteht aus rund 28 Milliarden Transistoren und umfasst 8704 Shader-Rechenkerne. Das sind beinahe dreimal so viele wie bei der GeForce RTX 2080 und exakt doppelt so viele wie bei der GeForce RTX 2080 Ti, die immerhin gut 1200 Euro kostet.

An der Seite trägt die Asus-Karte zwei 8-Pin-Stromanschlüsse und einen Schiebeschalter, mit dem man zwischen Quiet- und Performance-Modus wechselt.

Die Anzahl der Raytracing-Cores ist ebenfalls gestiegen, von 46 bei der RTX 2080 auf 68 bei der RTX 3080. Und obwohl sie weniger Tensor-Cores hat, nämlich 272 statt 368, soll die neue Karte eine höhere Performance erzielen. 10 GByte GDDR6X-Speicher hängen an einem 320 Bit breiten Speicherinterface und übertragen 760 GByte/s. Die theoretische FP32-Rechenleistung gibt Nvidia mit 30 TFlops an; beim direkten Vorgäner waren es noch 10,6 TFlops. Weitere technische Daten der GeForce RTX 3000 finden Sie in unserer Meldung zur Architektur der "Ampere"-GPU.

An 3D-Performance mangelt es der neuen Ampere-GPU nicht, davon gibt der 3DMark Time Spy einen ersten Eindruck: In diesem DirectX-12-Test kommt die GeForce RTX 3080 auf 15.217 Punkte und lässt damit die ebenfalls von Asus stammende ROG Strix RTX 2080 Ti hinter sich (13.154 Punkte). Ebenso deutlich fällt der Vorsprung im Raytracing-Test Port Royal aus, nämlich mit 11.653 zu 8993 Punkten. Die Gainward GeForce RTX 2080 Phoenix GS, die zum Turing-Launch vor zwei Jahren zu einem ähnlichen Preis startete, bleibt deutlich hinter beiden zurück.

Auch in Spielen macht die RTX 3080 eine sehr gute Figur: Im Action-Adventure Shadow of the Tomb Raider berechnet sie selbst in 4K-Auflösung und mit Ultra-Preset im Durchschnitt noch 84 Bilder pro Sekunde (fps). Das sind volle 20 fps mehr als die RTX 2080 Ti schafft und 35 mehr als die RTX 2080. Mit Raytracing-Schatten auf Ultra-Einstellung knickt die durchschnittliche Bildrate auf 55 fps ein, liegt aber deutlich über den 41 fps der 2080 Ti.

Beeindruckend ist die Raytracing-Leistung im Renderprogramm Blender, das sowohl Nvidias CUDA-als auch die neuere Optix-Schnittstelle nutzen kann. Mit CUDA berechnete die RTX 3080 die Classroom-Szene in 79 Sekunden, mit Optix sogar in knapp einer Minute. Die RTX 2080 Ti braucht in beiden Fällen beinahe die doppelte Zeit.

Den Performance-Sprung erkauft sich Nvidia allerdings mit einer kräftig gestiegenen Leistungsaufnahme. Egal ob im Quiet- oder im Performance-Modus: Unter Volllast zieht die Karte rund 350 Watt, einzelne Leistungsspitzen reichen gar bis 475 Watt. Im Leerlauf ist sie deutlich genügsamer und verlangt nur rund 13 Watt, wenn sie ein Full-HD-Display antreibt. Mit 4K-Display maßen wir 15 Watt. Hängen allerdings zwei Monitore an der Karte, steigt die Leistungsaufnahme bereits auf 26 Watt.

Diese Ampere-Karte liefert den Performance-Sprung, den man eigentlich von der Turing-Generation erhofft hatte. Der erste Eindruck deutet darauf hin, dass die GeForce RTX 3080 aktuelle Spiele mit höchster Detailstufe in 4K-Auflösung ruckelfrei darstellen kann, selbst mit aktivierten Raytracing-Effekten. Sie übertrumpft die GeForce RTX 2080 Ti durchweg, und das zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Dass die GeForce RTX 3090, die bald folgen soll, die Latte höher legt – nicht nur bei der Performance, sondern auch beim Preis – ist jetzt schon klar. Spannender ist die Frage, wie sich die günstigeren Modelle RTX 3070 und 3060 schlagen werden.

Außerdem steht auch AMD mit der RDNA2-Architektur in Form der Radeon RX 6000 in den Startlöchern, die nicht nur bei der 3D-Leistung mit den Ampere-Karten konkurrieren soll, sondern auch Raytracing-Effekte beschleunigen können soll. Es verspricht also, noch ein heißer Grafikkartenherbst zu werden.

Nvidia GeForce RTX 3080 im Vergleich
GeForce RTX 2080 GeForce RTX 2080 Ti GeForce RTX 3080
GPU Turing (TU104) Turing (TU102) Ampere (GA102)
Shader-Rechenkerne 2944 4352 8704
GPU-/Turbo-Takt 1515 / 1800 MHz 1350 / 1635 MHz 1440 / 1710 MHz
theoretische Rechenleistung FP32
10,6 TFlops 14,2 TFlops 30 TFlops
Raytracing- / Tensor-Kerne
46 / 368 68 / 544 68 / 272
3DMark Fire Strike Extreme / Time Spy / Port Royal 12303 / 10294 / 6322 Punkte 16295 / 13154 / 8993 Punkte 18900 / 15217 / 11653 Punkte
Shadow of the Tomb Raider 4K (ohne / mit RTX-Schatten) 49 / 29 fps 64 / 41 fps 84 / 55 fps
Blender Classroom (CUDA / Optix) 185 / 137 s 150 / 103 s 79 / 58 s
Leistungsaufnahme Leerlauf / 3D-Volllast 11 / 230 Watt 13 / 267 Watt
13 / 350 Watt
Preis ca. 830 Euro 1260 Euro 719 Euro (UVP)

Nvidias neuer Grafikchip kommt nicht nur bei der von uns getesteten Asus-Grafikkarte zum Einsatz, sondern auch bei diversen anderen Modellen, die derzeit vorbestellbar sind. Der folgende Preisvergleich zeigt immer aktuell die zehn günstigsten Angebote an.

(bkr)