"Paper Mario The Origami King" angespielt: Gut gefaltet

Mit "Paper Mario The Origami King" kehrt der weltbeste Klempner wieder für ein neues Abenteuer zurück. Das ist witzig, clever und kreativ.

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(Bild: heise online)

Von
  • Andreas Müller

Klempner Mario ist der Posterboy von Nintendo und steht wie kein zweiter Videospielheld für ausgefeilte Jump’n'Run-Action. "Paper Mario: The Origami King" ist anders: Wie in den Vorgängern auf N64 oder Game Cube ergänzt Entwickler Intelligent Systems das bewährte Gehüpfe um JRPG-typische Rundenkämpfe und einige Rätsel.

Mario ist mit seinem Bruder Luigi auf dem Weg zu Prinzessin Peach. Doch als die beiden in Toad Town ankommen, erleben sie eine böse Überraschung: Alles ist wie ausgestorben. Schnell stellt sich heraus, dass der böse Origami-König Olly alle Bewohner buchstäblich zusammengefaltet hat.

Bevor es zum großen Finale kommt, muss Mario das kunterbunte Fantasy-Reich unter anderem von riesigen Luftschlangen befreien. Er wandert von einer Welt zur nächsten, um sich in dunklen Gewölben oder luftigen Höhen seinen Gegnern zu stellen. Noch dazu muss er gefangene Toads befreien, die sich überall auf der Spielwelt versteckt haben.

In 100 Sekunden: "Paper Mario: The Origami King"

Vom Papierlook abgesehen, erinnert das alles an das übliche Super Mario-Abenteuer: hüpfen, ein bisschen rätseln und Gegner plätten. In unseren Anspielstunden sind wir durch Wälder gerannt, haben einen Wasserdrachen bekämpft und sind nach einer rasanten Wildwasserfahrt in einem Samurai-Vergnügungspark gelandet. Im Gegensatz zu "Super Mario Odyssey" ist die Anzahl der Sprungpassagen deutlich geringer und nicht so anspruchsvoll.

Neben den Hüpfpassagen gibt es in "Paper Mario: The Origami King" auch andere Gameplay-Elemente. Oft ist dabei Grips gefragt: In einem Tempel leitet Mario für ein Schieberätsel etwa Wasser um. Sobald Mario auf einen Gegner trifft, schaltet das Spiel wie in einen JRPG in den Kampfbildschirm um. Hier kämpft Mario in einer kreisrunden Arena, die in mehrere Felder geteilt ist. Die muss Mario so hin- und herschieben, dass die Gegner sich strategisch staffeln: Stehen sie in einer Reihe, sind sie perfekt für einen Sprungangriff, stehen sie nebeneinander, können sie mit dem Hammer geplättet werden.

Die Bosskämpfe sind noch eine Spur anspruchsvoller. Hier muss sich Mario auf Richtungspfeilen entlangbewegen und Gegenstände aufsammeln. So kann er sich heilen oder einen doppelten Angriff starten – vorausgesetzt natürlich, er landet nicht in einer Sackgasse. Da im Hintergrund die Zeit abläuft, werden diese Kämpfe oft zu einer stressigen Angelegenheit. Besonders junge Spieler könnten damit überfordert sein.

"Paper Mario: The Origami King" angespielt (5 Bilder)

"Paper Mario The Origami King" ist ein großes, buntes Rollenspiel light. (Bild: heise online)

Vielleicht ahnte auch der Entwickler, dass die an sich originelle Idee etwas zu anspruchsvoll für die Zielgruppe ist. Deshalb gibt es so etwas wie einen offiziellen Cheatmodus: Jeder gerettete Toad kann Mario im Kampf beiseite stehen, vorausgesetzt, Mario bezahlt ihn. Dann ordnen die Toads die Gegner automatisch an oder verursachen Schaden.

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Obwohl die Kämpfe an klassische JRPGs erinnern, können die Spieler Mario nicht hochleveln. Stattdessen gewinnt er gelegentlich durch Gegenstände mehr Lebenskraft oder versorgt sich im Shop mit Heilpilzen oder Feuerblumen, die gleich mehrere Gegner angreifen. Dieses Rollenspiel light hat aber auch etwas Gutes: Niemand muss sich hier mit komplizierten Menus herumschlagen. Stattdessen kann man sich ganz auf die kunterbunte Spielwelt, die witzigen Dialoge und die taktisch fordernden Kämpfe konzentrieren.

"Paper Mario: The Origami King" ist ein großes, buntes Rollenspielabenteuer mit einem originellen Kampfsystem. Das Spiel versprüht das typische Mario-Flair: zugänglich, witzig und ideenreich. Allerdings erfordert das Kampfsystem ein bisschen Übung, bis man sich an das ungewöhnliche Spielprinzip gewöhnt hat. Schade auch, dass die Individualisierungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten recht spärlich gesät sind. Der Rest des Spiels dürfte die Fans aber genauso so begeistern wie die Vorgänger.

"Paper Mario: The Origami King" ist am 17. Juli für Nintendo Switch erschienen. Es kostet ca. 60 €. USK ab 6. Für unser Angespielt haben wir es ein paar Stunden gespielt.

(dahe)