Programmierbarer Spielzeugroboter für den Coder-Nachwuchs

Der programmierbare Spielzeug­roboter "Proxi" von Kosmos bringt einen BBC Micro:Bit mit und erlaubt den kindgerechten Einstieg in die Programmierung.

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Kosmos-Experimentierkasten für den Coder-Nachwuchs

(Bild: Kosmos Verlag)

Von
  • Dorothee Wiegand

Programmierbare Spielzeugroboter haben oft nur ein Spatzenhirn und ein sehr begrenztes Repertoire an Kunststückchen. Anders beim „Proxi“ von Kosmos: In seinem Kopf steckt ein BBC Micro:Bit. Er bietet vielfältige Möglichkeiten und einen kindgerechten Einstieg in die Programmierung.

Wie einen Rucksack trägt der Roboter zwei kleine Elektromotoren an der Rückseite. Sie treiben die sechs Beine an, die den runden Bauch des Proxi tragen. Je drei davon berühren den Boden, während die anderen drei ihre Position ändern – die Art der Fortbewegung erinnert an krabbelnde Spinnen. Auf dem Körper sitzt ein großer Kopf, der eine fest eingebaute Platine beherbergt.

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Sie dient als Connector für den BBC Micro:Bit. Auch das Batteriefach, ein Buzzer für die Audioausgabe sowie eine Reihe Infrarotsensoren befinden sich in dem etwa apfelgroßen Kopf. Um den Micro:Bit in die eingebaute Platine einzusetzen, muss man eine Art Visier aufklappen. Ein USB-Kabel, über das Programm-Code auf den Micro:Bit überspielt wird, lässt sich auch bei geschlossenem Visier anschließen.

Hinter dem Visier des Proxi von Kosmos befindet sich der Standard-Einplatinencomputer BBC Micro:Bit.

Nach dem Kauf muss der kleine Roboter erst zusammengeschraubt werden. Vier Kunststoffgitter mit teils sehr filigranen Bauteilen liegen im Karton, dazu zwei Beutel mit Zahnrädern und Schrauben sowie die Elektromotoren, Kabel, der Micro:Bit, die Connector-Platine und eine Bauanleitung.

Jüngere Bastler brauchen unbedingt Unterstützung, denn während des Zusammenbauens – im Test dauerte es gut vier Stunden – gibt es immer mal wieder knifflige Momente. Die Bauanleitung, ein Heft im DIN-A5-Format, erinnert an Möbelbaupläne von Ikea. Der fertige Roboter ist nicht klapprig, allerdings auch nicht extrem robust. Wir haben es im Test nicht übers Herz gebracht, es auszuprobieren, vermuten aber, dass er bei einem Sturz vom Tisch Schaden nähme.

Wenn alles richtig zusammengebaut wurde und schließlich noch vier AAA-Batterien eingelegt sind, ist der Proxi bereit für einen Funktionstest. Das Programm dafür sowie 14 weitere vorbereitete Micro:Bit-Programme gibt es auf der Kosmos-Website zum Download. Je nachdem, welches der Programme man auf den Micro:Bit hinter dem Visier überträgt, folgt Proxi beispielsweise einer vorgehaltenen Hand, piepst, blinkt, simuliert einen Spielwürfel oder spielt "Stein, Schere, Papier". Es gibt auch eine Datei fürs Bluetooth-Pairing mit einem Smartphone. Mit der kostenlosen Proxi-App für iOS und Android kann man das Kerlchen anschließend fernsteuern oder Textbotschaften aufs 5×5-LED-Display schicken.

Alle vorbereiteten Micro:Bit-Programme funktionierten im Test gut. Im Online-Editor von Microsoft, der wahlweise MakeCode-Blöcke oder JavaScript bearbeitet, lassen sie sich hochladen und modifizieren.

Für die Steuerung des Proxi gibt es im MakeCode-Editor für den Micro:Bit eine eigene Befehlskategorie.

Der Proxi gehört zu den von der "Micro:bit Educational Foundation" anerkannten sogenannten "accessories". Zur Steuerung seiner Bewegungen hat Kosmos dem Editor die Befehlskategorie "Proxi" hinzugefügt. Sie umfasst Befehle, mit denen man IR-Werte auslesen und Proxi tanzen oder stampfen lassen kann.

Der kleine Spielzeugroboter verleiht dem BBC Micro:Bit ein Gesicht und eine Gestalt. Die vorbereiteten HEX-Dateien mit Beispielprogrammen erleichtern den Einstieg ins Coden. Sie lassen sich leicht abwandeln, bevor es später an die Umsetzung eigener Programmierideen geht. So wird der Einplatinencomputer auch für jüngere Kinder gut zugänglich. Weil der knuffige Proxi dazu motiviert, ihm immer wieder neue Tricks beizubringen, ist für langen Spaß gesorgt – wenn die Mechanik des Roboterchens es denn mitmacht.

Cosmos Proxi
Elektronikbaukasten / Spielzeugroboter
Hersteller
Kosmos
Systemanf.
PC, Internet-Zugang / App zur Fernsteuerung: Android ab 6.0, iOS ab 11.0 Stromversorgung
Stromversorgung
4 × 1,5-Volt-Batterie (AAA)
Altersempfehlung
10 bis 16 Jahre
Preis
90 €
Mehr Infos

Dieser Artikel ist erstmals in c't 22/2020 erschienen. Darin hat die c't-Redaktion die möglichen Privatsphäre-Einstellungen in der Fritzbox untersucht und erklärt, wie Sie Langzeitarchive für wertvolle Urlaubserinnerungen und wichtige Dokumente anlegen können. Außerdem hat sie große Gaming-Displays, aktuelle Notebooks und Tablets getestet und Shopsysteme für Online-Händler geprüft. Sie können die c't 22/2020 im heise-Shop nachbestellen.

(dwi)