Rennsemmel vom Feinsten? Fahrbericht VW Golf GTI

Der familientaugliche Kompakte bekommt als GTI schon in der Standard-Version den Motor der bisherigen Performance-Variante mit 180 kW.

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(Bild: Volkswagen)

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  • Wolfgang Gomoll
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Zu den Highlights aus Volkswagens wechselvoller Geschichte gehört zweifelsohne der GTI. Einst eine Rennsemmel vom Feinsten, dann zwischendurch als Ausstattungsvariante ohne echte Substanz verkümmert, soll der familientaugliche Volkssportler in der achten Generation jetzt wieder Dynamik verbreiten.

Golf 8 GTI (9 Bilder)

Mit dem Performance-Motor des bisherigen geht der Golf acht GTI nun als Standardausführung in den Verkauf.

Der Golf GTI bekommt schon in der Standard-Version den EA 888 Vierzylinderturbo-Benziner mit 180 kW / 245 PS, der bisher der Performance-Variante vorbehalten war. Damit beschleunigt der 1460 Kilogramm schwere Hot Hatch in 6,3 Sekunden von null auf 100 km/h und ist bis zu 250 km/h schnell.

Das neue Cockpit verzichtet wie alle Golf-8-Modelle auf einen Teil der klassischen Bedienelemente, wie Knöpfe, Tasten und Hebel. Der Großteil der Funktionen wird über einen zehn Zoll großen Touchscreen bedient. Abgesehen von den üblichen, betriebspraktischen Nachteilen des Wischens und Drückens findet man sich in den Menüs, die wie Smartphone-Apps angeordnet sind, gut zurecht. Wer die Lautstärkenregelung per Berührungsrinne nicht nutzen mag, findet im Lenkrad oder unterhalb des zentralen Bildschirms noch die entsprechenden Tasten, wo man zum Beispiel auch direkt zur Klimaautomatik-Einstellung kommt. Dass digitale Ausstattung meistens, aber nicht immer funktioniert, wurde uns klar, als sich nach einer Pause beim Neustart der Park-Rangierassistent verabschiedete.

Wie bei VW gewohnt, ist das 10,25 Zoll große Cockpit samt virtueller Instrumente konfigurierbar und man findet schnell die klassische Ansicht mit Tacho und Drehzahlmesser. Auch die seitlichen Anzeigefelder kann sich der Fahrer mit verschiedenen Anzeigen füllen. Nur eines ist fast immer vorhanden: die Farbe Rot, die seit 1974 den GTI markiert.

Geradeaus kann jeder. Um auf barock geformten Überlandstrecken Freude zu bieten, wurde das Fahrwerk deutlich überarbeitet. Die McPherson-Vorderachse hat steifere Querlenkerlager und den Aluminium-Hilfsrahmen aus der Clubsport S Variante des Golf 7 GTI. Beides dient vor allem dazu, dem Fahrer mehr Gefühl für die Fahrdynamik zu bieten. Auch Dämpfer und Federn sind neu abgestimmt.

Damit möglichst viel von der Motorleistung auf die Fahrbahn kommt, verteilt die elektronisch geregelte Vorderachsdifferenzialbremse (VAQ) das Drehmoment, unterstützt wird es vom bekannten XDS Plus, das mit seinen Bremseingriffen die Dynamik erhöhen hilft. An der Mehrlenkerhinterachse sind unter anderem der Querlenkerlager sowie die Federn und Zusatzfedern neu abgestimmt sowie neue Radträger und Dämpferlager verbaut. Dazu kommen höhere Federraten an beiden Achsen. „Das Auto soll präzise, aber nicht nervös sein“, heißt es.