Ryzen 7000 versus Intel: Desktop-Prozessoren im großen Vergleichstest

AMD bringt vier Ryzen-7000-Prozessoren mit neuer Architektur, neuer Fertigung und neuem Unterbau. Sie sollen Intels letzte Performance-Bastionen einreißen.

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Von
  • Carsten Spille
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AMDs vollzieht den ersten Plattformwechsel seit fünf Jahren und verkauft ab Ende September 2022 seine neuen Ryzen-7000-Prozessoren für Mainboards mit der Fassung AM5. Vier neue CPUs machen dabei den Anfang. Mindestens 359 Euro will AMD für das Einstiegsmodell Ryzen 5 7600X haben, die übrigen kosten in aufsteigender Reihenfolge 479 Euro für den Ryzen 7 7700X mit acht Kernen, 669 Euro für den Zwölfkerner Ryzen 9 7900x und 849 Euro für den Ryzen 9 7950X. Die 50 bis 60 Euro Aufpreis im Vergleich zu den Listenpreisen der Vorgänger sind wohl größtenteils dem starken Dollar geschuldet, aber die Straßenpreise der Ryzen 5000 liegen inzwischen deutlich darunter. Dadurch wirken die Neulinge sehr teuer, zudem braucht man neue Boards und DDR5-Speicher.

Die Ryzen 7000 lässt AMD in moderner 5-Nanometer-Technik herstellen und nutzt weiterhin das Chiplet-Design, in dem die x86-Rechenkerne und der Cache auf einem eigenen Chip sitzen. Für Funktionsblöcke wie Speichercontroller, USB-Controller, PCI-Express-Lanes oder neuerdings integrierte Grafik kommt ein weiterer Chip zum Einsatz, der in 6-Nanometer-Technik hergestellt wird. Die einzelnen Einheiten tauschen Daten über ein internes Netz aus, das sogenannte Infinity Fabric.

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Für den Ryzen 7000 hat AMD die Taktfrequenzen gegenüber den Vorgängern deutlich erhöht, einige der schnellen Zwischenspeicher vergrößert und außer etlichen weiteren Verbesserungen der Mikroarchitektur auch die Befehlssatzerweiterung AVX-512F sowie VNNI und Unterstützung für das Datenformat BFloat16 eingebaut, deren neue und erweiterte Befehle auch KI-Anwendungen nutzen können. Intel hat AVX-512 gerade wieder aus seinen hybriden Desktopprozessoren verbannt, nutzt es aber weiterhin in Serverprozessoren. Anders als bei Intel laufen die doppelt so breiten Datentypen aber nicht über eigene, strom- und platzfressende Transistorblöcke, sondern in zwei Häppchen zerlegt nacheinander über die sowieso vorhandenen AVX2-Einheiten. Dadurch steigert AXV-512 bei Ryzens den Rechendurchsatz zwar nicht, aber man kann für AVX-512 optimierte Software nutzen.