Schnell und detailverliebt: Spiegellose Vollformatkamera Canon EOS R5 im Test

45 Megapixel, 5-Achsen-Stabi, 8k: Mit ihrer Ausstattung schließt die Canon EOS R5 nicht nur zur Konkurrenz auf, sie legt die Messlatte höher.

Lesezeit: 6 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 9 Beiträge

(Bild: Heise Medien GmbH)

Von
  • Peter Nonhoff-Arps
Inhaltsverzeichnis

Die EOS R5 ist nun das vierte Modell von Canons Spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor, der R-Serie. Wer bei den ersten Modellen noch gezögert hat, dürfte nun bei der EOS R5 voll auf seine Kosten kommen. Sie hat das Zeug, die EOS 5D-Reihe abzulösen und ins spiegellose Zeitalter zu führen. Das Kernstück ist ein neuer CMOS-Sensor in bewährter Dualpixel-Technik mit 45 Megapixeln. Damit macht sie einen deutlichen Auflösungssprung nach vorne, bleibt jedoch etwas hinter der schon betagten EOS 5DS R zurück, die 50 Megapixel bietet. Canon bemerkt dazu, dass die tatsächlich erzielbare Auflösung auf Augenhöhe zur EOS 5DS R liegt. Zu Sonys A7R IV fehlen noch einmal 15 Megapixel. Wie sich das messtechnisch und auf die Bildergebnisse auswirkt, dazu später.

Wie schon Nikon, hat sich nun auch Canon dazu entschlossen, eine interne Bildstabilisierung – das so genannte IBIS (In Body Image Stabilization) – einzuführen. Bei Sony und anderen spiegellosen Systemkameras gehört ein IBIS schon lange zur Standardausstattung. Eine Kritik dazu lautet: Erst statten sie ihre Optiken aufwändig mit einer optischen Bildstabilisierung im Objektiv – OIS – aus und dann entscheiden sie sich plötzlich für ein neues System. In der Praxis haben beide Techniken ihre Berechtigung. Bei kurzen Brennweiten bietet IBIS Vorteile, bei langen OIS, denn bei Teleobjektiven reichen Bildkreis und Bewegungsfreiheit des Sensors kaum aus, um die ausladenden Verwackelungen per Sensor-Shift auszugleichen. Hier ist es effektiver ein Linsenelement an geeigneter Stelle im Objektiv zu bewegen. Die sensorbasierte 5-Achsen-Bildstabilisierung in der EOS R5 soll bis zu fünf Blendenstufen kompensieren und arbeitet, je nach angeschlossenem Objektiv, mit dem optischen OIS zusammen. Dann sollen bis zu acht Blendenstufen möglich sein.

Die kamerainterne Stabilisierung arbeitet am besten im Weitwinkel-Bereich, die optische besser im Telebereich. Die Koordinierung beider Systeme bringt zusätzlichen Gewinn.

Beachtlich ist die Geschwindigkeit der neuen Spiegellosen. Bei kontinuierlichem Autofokus und mechanischem Verschluss kommt die EOS R5 trotz der hohen Auflösung auf zwölf Bilder pro Sekunde, bei elektronischem Verschluss sind es sogar (gemessene) 20 Bilder pro Sekunde. Der Zwischenspeicher reicht für bis zu 80 Bilder (Raw + JPEG). Dank der zwei Slots für schnelle Speicherkarten (1x CFexpress, 1x SD UHS-II) entstehen kaum Unterbrechungen, wenn die Kamera die Daten wegschreibt. Zum Vergleich: Die EOS 5D Mark IV schafft lediglich sieben Bilder pro Sekunde. Bei Sonys A7R IV sind es immerhin zehn Bilder pro Sekunde.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+