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Smart Indoor Garden vs. Blumentopf im Live-Test: Hier wächst das Basilikum

Smarte Indoor-Gärten wie Bosh SmartGrow und Emsa Smart Garden versprechen viel Ertrag bei wenig Aufwand. Wie erfolgreich läuft die Pflanzenaufzucht mit Technik?

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Im Basilikum-Wettstreit treten an (v.l.n.r.): Der Bosch SmartGrow, der Emsa Smart Garden 3 und der nicht-smarte Emsa Fresh Herbs.

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Inhaltsverzeichnis

Frische Kräuter ernten ohne lästigen Aufwand: Smarte Gärten für die Wohnung versprechen die Aufzucht von frischen Grün möglichst einfach zu machen. Sie ersparen nicht nur Blumenerde unter den Fingernägeln. Sie versorgen die Pflanzen automatisch wochenlang mit Wasser und Nährstoffen. Dank zeitgesteuerter LEDs bekommen die Pflanzen dazu noch überall genug Licht und gedeihen sogar noch in schummrigen Ecken.

Einen Überblick über die verschiedene Systeme und wie smart sie sind, haben wir bereits im Artikel Smart Garden in der Wohnung gegeben. Nun wird es Zeit, die Versprechen vom einfachen, schnellen Wachstum zu überprüfen und die Praxistauglichkeit zu testen. Da wir dafür nicht auf klassische Testmethoden zurückgreifen können und es bis zur ersten Ernte über einen Monat dauern wird, begleiten wir die Aufzucht hier in Form eines Tagebuchs. Die Fortschritte und Erkenntnisse werden wir auf den folgenden Seiten chronologisch in Text und Bild festhalten.

Zum aktuellen Stand der Pflanzen geht es hier.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, der verfolgt unseren Livestream. Wenn alles nach Plan läuft, ist er vom Einsetzen der Pflanzen bis zur finalen Ernte rund um die Uhr online und gibt einen Eindruck über die Fortschritte der Basilikumaufzucht in allen drei Kandidaten.

Das Basilikum-Experiment im Livestream

Außer den smarten Systemen Bosch SmartGrow und Emsa Smart Garden tritt ein nahezu herkömmlicher Blumentopf als Kontrolle mit an. Der Emsa Freh Herbs zeigt über eine kleine Wasserstandanzeige an, wann wieder gegossen werden muss und verhindert Staunässe. Das sollte den schwarzen Daumen der Heise-Redakteure einigermaßen in Schach halten.

Das Ei-förmige SmartGrow von Bosch ist vergleichsweise kompakt, besonders in der Version MSGP3 mit drei Plätzen. Unter der abnehmbaren Haube stecken pro Pflanze sechs LEDs, die je nach Wachstumsphase in anderen Farben leuchten. Sie sind 16 Stunden aktiv und bleiben nachts aus. Die Samenkapseln werden in einer kleinen Kunststoffhalterung ausgeliefert, die sie im Gerät hält.

Bosch hat für den SmartGrow das System von Plantui genommen. Hier wird mit Pumpe und mehr LEDs ein größerer Aufwand getrieben.

(Bild: heise online / Patrick Bellmer)

Eine Pumpe befördert regelmäßig Wasser aus dem darunterliegenden Reservoir durch das Substrat und die Wurzeln. Nährstoffe werden mitgeliefert, die muss man aber von Hand mit einem beiliegenden Messlöffel hin und wieder dem Wasser hinzugeben.

SmartGrow kennt verschiedene Wachstumsphasen, die durch die beiliegenden Höhenanpassungen für die Oberschale gesteuert werden. So erkennt das System zwar nicht selbstständig, was die Pflanze braucht, passt sich aber den wachsenden Pflanzen an. Bei geringem Wasserstand mahnt sie durch Blinken der LEDs das Nachfüllen an, bei längerer Abwesenheit verbraucht der Urlaubsmodus weniger Strom und Wasser, die Pflanze wächst aber auch langsamer.

Die Begleit-App ist bisher nur für iOS erschienen, sie ist zum Betrieb auch nicht nötig. Sie hat keine Anbindung an den Topf und gibt lediglich zeitlich passend Auskünfte zu den Wachstumsphasen und Pflanzenpflege, wenn man die eingesetzten Samen dort angibt.

Drei Samenkapseln kosten bei Bosch zehn Euro. Das System ist ebenso wie die Kapseln in Deutschland bisher nur in ausgewählten Bosch-Läden erhältlich.

Der Emsa Smart Garden 3 stammt eigentlich von Click & Grow und entspringt einem Kickstarter-Projekt. Das System ist simpel gehalten, aber günstig.

(Bild: heise online / Patrick Bellmer)

Der Emsa Smart Garden ist vergleichsweise simpel gehalten, kostet von allen Indoor Gärten aber auch klar am wenigsten. Strom brauchen nur die hellen LEDs über den Pflanzen. Sie leuchten nach dem Einstecken des Netzteils ebenfalls 16 Stunden lang und bleiben dann 8 Stunden aus. Einstellmöglichkeiten gibt es nicht, sind die Pflanzen hoch genug gewachsen, setzt man die LEDs in zwei Stufen höher.

Darunter gibt es je nach Modell drei oder neun Plätze für die Samenkapseln. Sie werden in Plastiktöpfe gesetzt, die über einem Docht mit dem Wasserbehälter verbunden sind. So saugt sich das Substrat, in dem bereits alle Nährstoffe enthalten sein sollen, mit Wasser voll. Ein Schwimmer gibt Auskunft, ob noch genug Wasser vorhanden ist. Sensoren fehlen ebenso wie weitere Einstellmöglichkeiten oder eine Begleit-App.

Smart Indoor Gardening (11 Bilder)

Emsa ist mit dem Smart Garden 3 (links) bereits gestartet und stellt zahlreiche Pflanzen zur Nachzucht bereit. Bosch zieht in Deutschland mit dem SmartGrow MSGP3 noch etwas zaghaft nach.
(Bild: heise online / Patrick Bellmer)

Herkömmliche Kräuter, Mini-Tomaten und -Erdbeeren kosten im Dreier-Nachfüllpack von Emsa rund 10 Euro. Speziellere Pflanzen und Blumen bekommt man beim Partner Click & Grow.

Für den Vergleich mit einem "traditionellen smarten" Blumentopf tritt der ebenfalls von Emsa angebotene Kräutertopf Fresh Herbs an. Der zweiteilige Topf – die untere Hälfte beinhaltet den Wassertank, in der oberen Steht der eigentliche Blumentopf – bewässert die Erde über einen Docht, der mit Hilfe des beiliegenden Dochthalters in das Erdreich gedreht wird.

Emsa Fresh Herbs (4 Bilder)

Emsas Fresh-Herbs-System ist in erster Linie für die Bewässerung von fertigen Kräuteröpfen gedacht, die beispielsweise in Supermärkten angeboten werden.
(Bild: heise online / Patrick Bellmer)

Der Rest ist Physik: Der Kapillareffekt sorgt für den Transport des Wassers, sofern die Erde trockener als der Docht ist. Den Wasserstand zeigt eine kleine Kunststoffblume an. Ist sie nicht mehr zu sehen, muss der Wassertank aufgefüllt werden. Zum Einsatz kommen Bio-Blumenerde und Bio-Basilikumsamen. Der finanzielle Aufwand liegt bei etwa 10 Euro für Kräutertopf, Erde und Samen.

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Emsa Fresh Herbs Kräutertopf

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