Statt Apple Watch: Fitbit Sense im Kurztest

Die Smartwatch der Google-Tochter packt mehr Sensoren ans Handgelenk als die teurere Apple Watch Series 6. Für ausführliche Analysen ist ein Abo erforderlich.

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Fitbit Sense
Von
  • Holger Zelder

Fitbits jüngste Smartwatch Sense konzentriert sich auf Gesundheitsdaten: Sie misst Blutsauerstoffsättigung, Hauttemperatur und Puls und soll damit unter anderem Stress erkennen. Ähnlich wie bei der Apple Watch ist auch ein 1-Kanal-EKG mit an Bord sowie Beschleunigungssensoren und GPS zur Erfassung von Schritten und der Aufzeichnung von Outdoor-Aktivitäten.

Das Alugehäuse der quadratischen Smartwatch der Google-Tochter ist etwa so groß wie eine Apple Watch 40 mm – das kleinere der beiden von Apple angebotenen Uhrenmodelle. Ihr AMOLED-Touchscreen löst mit 336 × 336 Pixeln scharf auf. Wie die Apple Watch Series 6 besitzt sie ein Always-On-Display, das Informationen bei Inaktivität ausblendet und die Helligkeit reduziert. Man bedient die Uhr mit dem Touchscreen sowie den Kontaktflächen am Display-Rand.

Neben Beschleunigungssensoren hilft ein GPS-Sensor bei Trainings. Im Unterschied zur Apple Watch erkennt die Uhr keine Stürze, bietet aber andere Gesundheitsfunktionen wie Schlaftracking.

Zusätzlich zu einem Pulsmesser und einem Hauttemperatursensor besitzt die Sense ein Einkanal-EKG sowie ein Pulsoxymeter, das die Blutsauerstoffsättigung (SpO2-Wert) misst. Anders als die Apple Watch erfasst die Sense den SpO2-Wert nicht auf Knopfdruck, sondern in regelmäßigen Abständen, und zeigt diesen erst, nachdem man die Uhr zum Schlafen getragen hat. Die Puls- und SpO2-Werte entsprachen denen einer Series 6. Beim Schrittzählen zeigte sie mehr Schritte als die Watch an und lag leicht daneben.

Sense (Smartwatch)
Hersteller: Fitbit
Maße: 40,5 × 40,5 × 12,4 mm
Gewicht: 33 g
Systemanforderungen: iOS ab 12.2, Android ab 7.0, Bluetooth
Preis (Hersteller):
330 €, Abo: 8,99 €/Monat oder 79,99 €/Jahr

Außerdem kann die Sense die elektrische Hautleitfähigkeit (EDA) messen, wenn man die Hand auf das Display legt. In Verbindung mit den anderen Sensoren soll die Uhr bei Veränderungen der Leitfähigkeit physischen Stress erkennen. Die Skala zeigt Werte von 0 bis 100. Ausführliche Analysen zum Stresslevel und zur Schlafanalyse stellt Fitbit nur bereit, wenn man ein Abo abschließt. Das bietet außerdem Videotrainings und Achtsamkeitsübungen, kostet nach einer sechsmonatigen Testphase aber 9 Euro monatlich oder 80 Euro pro Jahr.

Fitbit stellt Apps über einen eigenen Store bereit. Im Vergleich zur Apple Watch fällt die Auswahl dürftig aus. So gibt es dort nur wenige Fitness-Apps wie Strava oder Runkeeper. Musik kann man nicht auf die Uhr laden. Sie steuert lediglich Spotify und Deezer auf dem iPhone. Auch ist die Sense nicht so stark mit iOS verzahnt: Sie kann den Kalender synchronisieren, aber weder mailen noch telefonieren. Apple-Dienste wie iMessage oder HomeKit beherrscht sie nicht.

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Die Sense lädt man über ein proprietäres USB-Kabel, das magnetisch an der Unterseite haftet. Fitbit nennt sechs Tage Laufzeit; im Test hielt sie ohne Always-On-Display etwa vier Tage durch. Eine Apple Watch schafft lediglich 18 Stunden.

Für die beim Hersteller 330 Euro teure Sense spricht die Fülle an Sensoren und die gute Akkulaufzeit, sie ist zudem deutlich günstiger als die Series 6. Wer sich eine tiefere iOS-Integration wünscht, greift zur Apple Watch.

(lbe)