Test: 85 Millimeter Objektive

Junge Wilde gegen Klassiker: Hersteller wie Zeiss und Sigma haben ihre 85-Millimeter-Objektive fit gemacht für die hochauflösenden Vollformatsensoren mit mehr als 36 Megapixeln. Wir haben die neuen Edel-85er den schon teils etwas betagten Klassikern gegenübergestellt.

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Von
  • Sophia Zimmermann
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Natürliche Bildwirkung, weiche Schärfeübergänge, Intimität ohne Aufdringlichkeit – 85-Millimeter-Objektive gehören als leichte Telebrennweiten in jeden Fotografenkoffer. Die häufig sehr lichtstarken Festbrennweiten kommen auch mit ungünstigen Lichtbedingungen etwa bei Konzerten zurecht und ermöglichen hier auch aus einiger Entfernung eine stimmige Bildgestaltung. Nicht zuletzt sind sie äußerst beliebt als Porträtobjektive: Dank ihrer oft sehr hohen Anfangsblenden erlauben sie eine sehr geringe Schärfentiefe und stellen die Gesichter vor der Kamera vor einem unscharfen Hintergrund mit einer angenehm plastischen Tiefenwirkung frei. Fotografen können aufgrund der leichten Telebrennweite einen gewissen Abstand zum Modell wahren und dennoch intime Nahaufnahmen einfangen. Die Kamera- und Objektivhersteller wissen natürlich um den Reiz dieser Objektivklasse und haben sie in den vergangenen zwei Jahren fleißig mit neuen Modellen bestückt. Mittlerweile ist die Auswahl für Spiegelreflex und spiegellose Systeme fast unüberschaubar. Und die 85er gibt es in jeder Preisklasse von unter 500 bis 2000 Euro.

Einer der jüngsten Zugänge in der Klasse ist Sigmas 85 mm F1.4 DG HSM Art, das sich an Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor sowie Canon-EF-, Nikon-F- oder Sigma-SA-Bajonett richtet. Eine günstige Alternative zu den eigenen 85-Millimeter-Objektiven der Kamerahersteller will es längst nicht sein, das unterstreicht der Preis von knapp 1250 Euro. Vielmehr geht Sigma hier mit Zeiss in den Ring. Dem Pendant Zeiss Milvus 1.4/85, das erst seit Ende 2015 auf dem Markt ist, wirkt es auch aufgrund seiner schieren Größe und seines hohen Gewichts sehr ähnlich.

In unserem Test der neuen 85er fehlen diese beiden Schwergewichte natürlich nicht. Doch die teuren Lichtriesen müssen sich auch den Vergleich mit ihren kleinen und günstigen Versionen wie dem Canon EF 85 mm f/1.8 USM gefallen lassen. Mit dem Samyang 85 mm F1.4 AS IF UMC schauen wir außerdem auf eine gänzlich manuelle Lösung in dieser Brennweitenklasse, die ebenfalls sehr lichtstark, aber dennoch für vergleichsweise günstige 400 Euro zu haben ist. Und natürlich stellen sich auch die entsprechenden Objektive für spiegellose Systeme im Test. Dabei sind Edel-Optiken wie das Panasonic Leica DG Nocticron 42,5 mm F1.2 ASPH/ Power IOS für Micro-Four- Thirds-Fotografen und das Fujifilm XF56mm F1.2 R APD für das X-System. Auch für diese beiden sind die Preise mit etwa 1300 Euro sehr ambitioniert. Günstigere Alternativen wie das kleine Panasonic Lumix G 42,5 mm F1.7 APSH/ Power OIS gibt es dagegen schon für 350 Euro.