Test: Suzuki Vitara 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip

Gewohnt konservativ greift Suzuki für die Verbrauchskosmetik zum üblichen Riemen-Starter-Generator, mutig wird die Leistung gesenkt. Beim Vitara mit Erfolg

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(Bild: Pillau)

Von
  • Florian Pillau
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Als die großen Konzerne mit dem Erfolg der SUV rustikal wirkende Crossover-Modelle zu zeichnen begannen, hatte Suzuki mit dem Vitara schon seit rund zehn Jahren einen kompakten, alltagstauglichen Offroader im Programm. Das damalige Nischenprodukt gehört zu den wenigen ungeplanten Gründungsmitgliedern des SUV-Segments und ist bis in die Zeiten des City-SUV noch mit Allradantrieb erhältlich. Auf dem Weg zu einem gebremsten Flottenverbrauch wirft sich Suzuki nun in den Mainstream des Mild-Hybrids. Der Vitara wird damit nominell etwas schwächer, aber viel sparsamer. Merkt man das im Alltag?

Suzuki entwickelte den Vitara nur äußerst konservativ weiter: Erst mit der aktuellen Erscheinungsform des mit 4,17 Metern Länge immer noch angenehm kompakten Vitara wurde von permanentem auf automatisch zuschaltenden Allradantrieb mit der Option auf Frontantrieb umgestellt – angesichts von Suzukis Beharrungsvermögen wohl vor allem wegen besserer Eigenschaften auf der Prüfstandsrolle.

Das genügt nicht mehr, weiter verschärfte Verbrauchsvorschriften (gemessen im CO2-Ausstoß) ließen Suzuki nun zur allgemein beliebten Mildhybridisierung greifen. Es ging auch kaum anders, denn die deutlich weniger CO2 emittierenden Diesel-Motorisierungen erreichten wegen der teuren Abgasnachbehandlung ihren Deckungsbeitrag nicht mehr und werden seit 2018 nicht mehr angeboten.

Mit dem Hybridmodul sinkt die Leistung des langhubigen 1,4-Liter-Direkteinspritzers mit Turboaufladung und einlassseitig variabler Ventilsteuerung – Suzuki bezeichnet den Motor als "K14D" – von 103 auf 95 kW bei 5500/min. Das Drehmoment hingegen steigt von 220 auf 235 Nm zwischen 2000 und 3000/min. Die Höhergewichtung der Kraft verspricht bessere Fahrbarkeit dank gewachsener Elastizität ohne das Gefühl verminderter Leistung. Damit erreichte Suzuki ein Verbrauchsversprechen von 4,9 Litern auf 100 km statt der 6,1 in der vorangegangenen 103-kW-Version ohne Hybridantrieb, erhoben im WLTP, umgerechnet in NEFZ.

Etwas von Suzukis konservativen Haltung zeigt sich an der Karosserie mit ihren vernünftig proportionierten Fensterflächen. Im Vergleich ist der Vitara damit angenehm übersichtlich und bietet den Passagieren auch hinten einen menschenwürdigen Transport. Dazu kommt im Testwagen eine Verglasung über einen Großteil der Dachfläche mit der Möglichkeit, einen größeren Teil davon auch öffnen zu können. Das funktioniert, weil der hintere Teil der Verglasung unter das Blech gleitet, sobald die Vorderkante des vorderen Teils bei ihm angekommen ist. So viel Mühe macht sich nicht mehr jeder Hersteller, allzu häufig bleibt das Glas völlig unbeweglich.