The Wandering Village startet erfolgreich in den Early Access

Schon beim Start in die Early-Access-Phase macht das Aufbauspiel The Wandering Village einen runden Eindruck und sieht richtig gut aus.

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c't angezockt: The Wandering Village

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Von
  • Liane M. Dubowy

Ganz gemütlich stapft die riesige Kreatur durch sandige Wüsten, graues Ödland und mit giftigen Pilzsporen verseuchte Gebiete. Auf ihrem Rücken haben Überlebende dieser postapokalyptischen Welt Zuflucht gefunden und bauen eine Siedlung auf. Wenn die Onbu genannte Kreatur das neue Dorf quer durchs Land durch die verschiedenen Biome trägt, entsteht allmählich nicht nur eine kleine Stadt auf ihrem Rücken, sondern auch eine symbiotische Beziehung zwischen Onbu und der Siedlung.

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Am 14. September hat das Schweizer Stray Fawn Studio sein Aufbaustrategiespiel The Wandering Village als Early Access auf Steam veröffentlicht. Wer sich darauf einlassen kann, dass das Indie-Game noch nicht ganz fertig ist, kann schon jetzt in einer postapokalyptischen Welt eine Siedlung auf dem Rücken der riesigen Kreatur Onbu aufbauen. Wir haben das Spiel für unseren c't-zockt-YouTube-Kanal angespielt – und noch etliche Stunden mehr.

Ganz in der Tradition wuseliger Aufbau-Games setzt die Spielerin erst kleine Wohnzelte und Handwerksbetriebe auf den Rücken des Onbu und baut diese zu einer kleinen Stadt aus. Im Laufe der Zeit verbessert das die Lebensbedingungen der Überlebenden, Nomaden lassen sich nieder und so wird das Städtchen allmählich größer. Expeditionen bringen Rohstoffe und Wissen mit und nach und nach lernen die Leute, sich bei Onbu mit Futter, Heilmitteln und Entscheidungshilfe zu revanchieren. Wem der Aufbau zu langsam geht, der kann die Spielgeschwindigkeit auf bis zu vierfach beschleunigen.

In der klassischen Aufbaustrategieansicht von oben lässt sich die Siedlung am leichtesten planen.

Klingt erstmal harmonisch, doch die dystopische Umwelt hat dabei noch ein Wörtchen mitzureden. Stürme reißen im Nu ganze Straßenzüge ein, Kundschafter kehren vergiftet von ihren Streifzügen zurück und müssen eiligst geheilt werden. Und auch Onbu leidet hin und wieder unter den harten Lebensbedingungen. Findet er für eins seiner gelegentlichen Schläfchen nur vergifteten Boden, steigt auch sein Giftlevel an. Nicht immer sind leckere Pilze in Reichweite, um seinen Hunger zu stillen. Und man kann Onbu zwar dazu auffordern, schnell durch gefährliche Giftwolken zu rennen, kann dann aber nur hoffen, dass er nicht schon vor deren Ende vor Erschöpfung zusammenbricht.

Verschiedene Perspektive bringen Abwechslung ins Spiel: Da ist einmal die der Siedlung, die man in klassischer Aufbaustrategiemanier aus der Vogelperspektive im Überblick behält. Die hübsche, handgezeichnete Grafik lässt sich besser bewundern, wenn man ganz hineinzoomt und die Gebäude dann frontal von vorn sieht. Was die nahe Zukunft bringt, zeigt eine Umgebungskarte. Sie kennzeichnet Gefahren und mögliche Wege sowie lohnenswerte Ziele zum Auskundschaften.

Ganz nah ranzooomen: In der höchsten Detailstufe sind die handgezeichneten Grafiken – beispielsweise hier ein Bauernhof mit Weizenfeld – am besten zu sehen.

Stray Fawn Studio plant eine rund einjährige Early-Access-Phase. In dieser Zeit soll noch einiges zum Spiel dazu kommen. Geplant sind etwa weitere Biome mit Wasser und Ruinen, die Onbu durchwandern kann. Außerdem neue Orte, Gebäude, zähmbare Vögel und fliegende Händler. Die Story soll weiter ausgebaut werden und mehr Interaktion mit dem Onbu möglich sein. Einige der angekündigten Features sind Stretch-Goals aus der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne. So wurde beispielsweise bereits eingebaut, dass man den Onbu streicheln kann, um sein Vertrauen zu stärken.

Was derzeit noch fehlt, ist die Controller-Unterstützung. Dank nativer Linux-Version läuft The Wandering Village auch auf dem Steam Deck, nur die Unterstützung für die Controller-Elemente fehlt bislang. Wie Entwicklerin Philomena Schwab gegenüber c’t auf der Gamescom erklärte, soll Controller-Unterstützung und Steam-Deck-Support recht früh in der Early-Access-Phase folgen.

(Bild: Den groben Überblick gibt die Kartenansicht: Hier sieht man, wo Onbu lang geht, welche Orte es zu erkunden gibt und wann die nächste Entscheidung ansteht.)

Der Start in den Early Access scheint gelungen, auf Steam hat das Spiel bereits über 1100 "sehr positive" Bewertungen eingesammelt. SteamDB listet es unter den "Trending Games" sowie unter "Popular Releases".

Mit The Wandering Village hat Stray Fawn Studio ein Aufbauspiel mit einer wunderschönen Atmosphäre und Grafik geschaffen. Im Spiel kombinierte das Team 3D-Grafik mit von Hand gezeichneten und animierten Grafiken, was richtig gut aussieht. Die knuffigen Figuren der Überlebenden heben sich im Grafikstil nochmal ein wenig davon ab, sind dadurch aber gut in der Landschaft zu erkennen. Obwohl noch nicht fertig, wirkt das Spiel schon sehr ausgereift, im Test gab es keine Probleme. Selbst eine Twitch-Integration für Livestreams ist bereits eingebaut. Bei einem Livestream auf Twitch kann der Chat mitentscheiden, welchen Weg Onbu einschlägt und die Menschen der Siedlung erhalten Namen aus dem Chat.

The Wandering Village gibt es für Linux, macOS und Windows auf Steam; das Spiel kostet regulär rund 25 Euro.

(lmd)