"Trackmania“ angespielt: Rennspaß im Abo-Dschungel

Der spaßige Arcade-Racer "Trackmania" macht spielerisch alles richtig, setzt aber auf ein diskussionswürdiges Abo-Modell.

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(Bild: Ubisoft)

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Eigentlich verspricht "Trackmania" unkomplizierten Rennspaß. Doch der jüngste Teil der Traditionsreihe erscheint gleich in mehreren Versionen mit verschiedenen Preismodellen, über die man schnell die Übersicht verlieren kann. Das diskussionswürdige Abo-Modell ist umso ärgerlicher, weil der Mix aus Rennspiel, Geschicklichkeitsparkours und Streckenbaukasten immer noch prima funktioniert.

"Trackmania" in 100 Sekunden

Gas geben, Augen auf und bloß keine Fehler machen – das ist "Trackmania". Der Arcade-Racer unterscheidet sich von der Konkurrenz vor allem, weil es eher ein Geschicklichkeitstest als ein normales Rennspiel ist. Statt über den Hockenheimring oder irgendeine Großstadt geht es hier durch futuristische Stadien, in denen die Gesetze der Physik aufgehoben sind. Loopings und aberwitzige Stunts sind nötig, um möglichst schnell ins Ziel zu kommen.

Die "Trackmania"-Abos in der Übersicht.

(Bild: Ubisoft)

Insgesamt vier Fahrbahntypen machen die Rennen zu einer großen Herausforderung. Egal ob Asphalt oder Eis – das Halten der Ideallinie ist eine knifflige Angelegenheit, die Fingerspitzengefühl und schnelle Reflexe verlangt. Schade, dass nur ein einziges Auto zur Verfügung steht. Das können die Spieler hübsch bunt anmalen, aber Upgrade-Möglichkeiten suchen sie vergebens.

Im Kampagnenmodus machen sich die Spieler solo über zahlreiche Strecken auf Tempo- und Medaillenjagd. Wer will, kann auch im Multiplayer lokal im Splitscreen oder online gegeneinander antreten. Rangeleien oder Positionskämpfe gibt es nicht – die Gegner sind Geister, die nur ihre aktuelle Bestzeit anzeigen.

Zahlreiche Möglichkeiten bietet der Streckeneditor, der von Anfang an ein typisches Merkmal der Reihe war. Hier können die Spieler aus dem Vollen schöpfen und all die Werkzeuge einsetzen, die auch die Entwickler beim Design der verrückten Rennkurse anwenden. Allerdings bekommen nicht alle Spieler Zugriff auf den Streckeneditor – daran ist das verschachtelte Abo-Modell schuld.

Die Starter-Access-Version ist kostenlos und beinhaltet alle Rennstreckern. Der Streckeneditor kann aber erst in der Standard-Access-Version voll genutzt werden, die mit jährlich 10 Euro zu Buche schlägt. Die volle Packung Trackmania mit allen Strecken, Editor und Zugang zu Clubs, einer Art Rennspiel-Variante der aus MMOs bekannten Clans, kostet 30 Euro im Jahr.

Trackmania angespielt (5 Bilder)

 Irrwitz in Serie. "Trackmania" überzeugt seit 2003 mit verrückten Stunts die Fans.
(Bild: Ubisoft)

"Trackmania"-Fans können sich gleich ein 3-Jahres-Abo für 60 Euro sichern, monatliche Kündigungen sind nicht möglich. Obwohl das alles keine Mondpreise sind, riecht dieses Monetarisierungskonzept doch ein wenig nach Abzocke. Ein Festpreis mit unbeschränkter Nutzungsdauer als Alternative zur Gratis-Version wäre übersichtlicher gewesen.

Die aberwitzigen Rennen, das Spiel mit der Physik und die originellen Fahrbahndesigns motivieren auch nach über 15 Jahren wie am ersten Tag. Da stört es wenig, dass die Grafik doch etwas veraltet wirkt. Wer "Trackmania" spielt, verliert schnell das Gefühl für Zeit.

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Das Abo-Modell ist aber ein Wermutstropfen. Allein schon die Idee, den Streckeneditor nur gegen Aufpreis zu verkaufen, dürfte bei einigen Fans für großes Erstaunen sorgen. Da wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl von Publisher Ubisoft gut gewesen. Die Macher spielen mit diesem Abo-Model mit dem Vertrauen der Fans – das hat das spielerisch zugängliche und spaßige "Trackmania" nicht verdient.

"Trackmania" erscheint am 01. Juli für Windows (Uplay-Store, Epic Store). Die Starter-Access-Version ist kostenlos. Die Standard-Access-Version kostet jährlich 9,99 €. Die Club-Access-Version kostet jährlich 29,99 € oder 59,99 € im 3-Jahres-Abo. Für unser Angespielt stand uns die Club-Access-Version zur Verfügung.

Siehe dazu auch:

(dahe)