Vier E-Bikes zum Zusammenklappen im Vergleichstest

Falträder mit E-Antrieb wollen den Spagat zwischen Fahrspaß und Portabilität schaffen. Vier Spezialisten für unterschiedliche Aufgaben im Test.

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Von
  • Robin Brand
  • Steffen Herget
  • Michael Link
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Radeln, zusammenklappen, einpacken, mitnehmen – und wieder von vorn. Falträder erfreuen sich seit Jahrzehnten einer eingeschworenen Fangemeinde. Motoren und Akkus heben die Fahrleistungen auf eine neue Stufe. Doch leiden darunter nicht die eigentlichen Qualitäten von Klapprädern, Portabilität und Leichtigkeit? Genau das wollten wir im Test herausfinden.

Wir haben vier Räder ausgewählt, die individuelle Besonderheiten bei Technik, Bauform oder smarten Funktionen besitzen. Mit dem Brompton Electric und dem Tern Vektron S10 sind zwei Modelle im Test, deren Hersteller viel Erfahrung mit faltbaren Rädern vorweisen. Das etwa 3500 Euro teure Electric gleicht den nicht motorisierten Brompton-Rädern wie ein Ei dem anderen: Der Motor in der Vorderradnarbe fällt erst beim zweiten Blick ins Auge, der in einer Tasche versteckte Akku könnte auch ein Gepäckstück sein. Das Vektron S10 macht aus seiner Motorisierung keinen Hehl, der wuchtige Bosch-Motor am Tretlager fällt ebenso sofort ins Auge wie der dicke Akku hinter dem Sattel. Der in den Rahmen integrierte Gepäckträger macht außerdem klar: Faltrad und Transport, das kann auch zusammenpassen. Auf dem Preisschild stehen happige 4400 Euro.

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Das Karobon Kinetics Gocycle wirkt mit dem prägnanten Design noch immer wie ein Neuling auf dem Markt, der Hersteller Karbon Kinetics Limited (KKL) baut aber bereits seit 2002 Fahrräder zum Zusammenklappen. Für das Gocycle G4 hat sich KKL vor allem den Frontmotor vorgeknöpft, der bei früheren Modellen für Kritik gesorgt hatte. Das G4 kostet in der Standardversion rund 3800 Euro. Wer etwas Carbon am Rahmen sehen möchte, muss 200 Euro drauflegen. Den Vierer komplett macht das Vello Bike+ aus Österreich. Das leichteste Rad im Vergleich hat ein technisches Schmankerl zu bieten: Via Rekuperation soll der Akku theoretisch unendlich weit reichen, in der Praxis zumindest trotz auf dem Papier geringer Kapazität lange durchhalten. Ebenfalls außergewöhnlich: Die Schlumpfdrive-Schaltung im Tretlager, die sich bei Bedarf auch nachrüsten lässt. Mit einem Gewicht von knapp 14 Kilogramm und einem Preis von etwa 3300 Euro ist das Bike+ nicht nur der leichteste, sondern zugleich der günstigste Kandidat im Vergleich – sofern man bei diesen Preisen überhaupt von "günstig" reden möchte.