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Vollformat-Optiken gegen APS-C-Objektive

Viele Fotografen montieren Vollformat-Linsen an ihre APS-C-Kamera, um das letzte Quäntchen Leistung aus ihrer Foto-Ausrüstung herauszuholen. Dafür investieren sie nicht nur deutlich mehr, sie schleppen teilweise auch mehr Gewicht mit sich herum. Wir wollten wissen, ob Fotografen von dieser Strategie profitieren.

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Inhaltsverzeichnis

Objektive sind das Herz einer jeden Fotoausrüstung. Sie machen das Bild, bestimmen über seine Güte. Deshalb sollten Fotografen bei der Wahl ihrer Optiken sehr sorgsam vorgehen. Kaum einer, der sich nicht nach brauchbaren Tipps zum Objektivkauf sehnt. Gerade im Netz finden sich reichlich davon. Dabei hält sich besonders hartnäckig die Legende, dass auch an einer APS-C-Kamera nichts über Vollformat-Objektive hinausgeht. Die Argumente sind augenscheinlich nachvollziehbar. Der Bildkreis von Vollformat-Objektiven ist deutlich größer – er besitzt eine Diagonale von etwa 43 Millimetern. APS-C-Linsen kommen lediglich auf 26 bis 28 Millimeter. Innerhalb des Bildkreises nehmen Abbildungsfehler zum Rand hin zu – Fotografen sehen das in Fotos beispielsweise in Vignettierungen oder Verzeichnungen. In der Bildmitte hingegen treten kaum Bildfehler auf. APS-C-Sensoren mit einer Diagonale zwischen 27 und 28 Millimetern nutzen nur einen kleinen Teil des Bildkreises eines Vollformat-Objektivs – das Filetstück. Die Schlussfolgerung daraus: Die Fotos sind verzeichnungsfreier, leiden weniger unter abgeschatteten Rändern und Auflösungsabfällen in den Ecken.

Ein APS-C-Sensor nutzt nicht die gesamte Fläche des Bildkreises eines Vollformat-Objektivs, sondern nur sein Filetstück. Bilder aufgenommen mit einer APS-C-Kamera und einer Vollformat-Optik sollten deshalb weniger Bildfehler aufweisen.

Doch es gibt noch weitere Details zu bedenken. Definitiv kommt es auch auf den Sensor selbst beziehungsweise die Pixelgröße an. Der APS-C-Sensor ist zwar deutlich kleiner als der Vollformatsensor, allerdings wiederum auch nicht so klein, dass alle unerwünschten Effekte verschwinden. Verzeichnung, chromatische Aberrationen und Randabschattung treten nicht plötzlich auf, sondern können im kompletten Bildkreis vorkommen. Moderne Objektivkonstruktionen, insbesondere Zoomobjektive weisen bei der Verzeichnung teilweise komplexere Formen als Kissen und Tonnen auf.

Empfindlich für Randabschattungen sind auch lichtstarke Weitwinkel-Objektive. Konstruktionsbedingt sorgt das Gehäuse für einen Helligkeitsverlust zum Rand, hier hilft nur Abblenden. Ein annähernd vignettierungsfreies und gleichzeitig lichtstarkes Weitwinkel ist nur mit großen Durchmessern und dementsprechender Größe und Gewicht zu realisieren. Hier sind die Vollformat-Objektive klar im Vorteil, da die APS-C Objektive auch auf die Größe hin optimiert werden.

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