c't angezockt: Mr. Prepper bereitet sich vor

Im Indie-Survival-Game Mr. Prepper baut der Protagonist einen Bunker und spinnt ein Netz des Vertrauens zu anderen Unzufriedenen im Überwachungsstaat.

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Von
  • Liane M. Dubowy

Einmal haben sie ihn schon erwischt, dieses Mal muss er vorsichtiger sein. Mr. Prepper lebt in einem autoritären Überwachungsstaat und ist nach einem erfolglosen Fluchtversuch nun wieder zuhause. Doch er gibt nicht auf und will erneut fliehen oder sich zumindest auf das Schlimmste vorbereiten. Trotz regelmäßiger Kontrollbesuche plant er daher, sich heimlich einen Bunker zu buddeln, Ressourcen zu sammeln und Kontakte zu Gleichgesinnten in Murricaville zu knüpfen. c't zockt hat das Survival-Game angespielt.

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In diesem Indie-Survival-Game von Rejected Games ist einiges anders: Zwar steht auch hier das Sammeln von Ressourcen und Craften im Vordergrund, doch das Ganze findet in einer zweidimensionalen Puppenhauswelt statt. Damit hat man praktischerweise auch gleich einen schönen Überblick über das, was oben im Haus und vor der Tür passiert – und sieht auch den langsam immer größer werdenden Bunker.

Nach außen muss Mr. Prepper das Bild eines gehorsamen Bürgers wahren. Natürlich kauft ihm das nach seinem Fluchtversuch keiner ab und so kommt alle paar Tage ein Regierungsbeamter vorbei, um das Haus zu inspizieren. Wehe dann stehen zu viele verdächtige Gegenstände herum oder der Eingang zum Bunker ist versehentlich nicht mit einem Teppich verdeckt.

Ausgehungert, nix versteckt und der Regierungsbeamte steht vor der Tür: Mr. Prepper ist in Schwierigkeiten.

Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, geht Mr. Prepper zu einem Wegweiser und wählt dann auf der Karte das gewünschte Ziel aus – denn Murricaville ist keine Open World, die man durchschreiten könnte. So ist der Prepper ruckzuck im Wald, wo er erstmal Holz und Beeren sammelt und weitere Wege öffnet. Allerdings warten in den Wäldern oder Minen auch feindselige Fledermäuse, Ratten, Wölfe und Schlangen auf ihn.

Ganz genretypisch kann Mr. Prepper nicht die ganze Nacht unterm Haus schaufeln. Er muss Schlaf, Hunger und Durst im Gleichgewicht halten, sonst dauert alles länger oder er wird gar ohnmächtig. Hält er zwischendurch ein Nickerchen, geht ihm die Arbeit wieder flott von der Hand. Anders als im Zombie-Horde-Crafting-Game 7 Days to Die, in dem problemlos 6000 Steine und mehr in den Rucksack passen, sind Mr. Preppers Kräften Grenzen gesetzt. Immerhin noch 100 Kilo kann er aber transportieren. Das ist vielleicht nicht realistisch, hält aber die Plackerei in Grenzen: So muss man nicht zehnmal am Tag in den Wald, um Holz zu holen, kann aber auch nicht einfach alles mitnehmen, was man findet.

Erstmal ein Nickerchen: Wenn Mr. Prepper erschöpft ist, dauert alles länger.

Einen Multiplayer hat das Indie-Game übrigens nicht. Mr. Prepper gibt es auf Steam für Windows, es kostet rund 17 Euro. Dank Proton lief es im Test auch unter Linux. Bei der aktuellen Standard-Proton-Version 7.0-3 funktionierten allerdings die Videosequenzen zu Beginn des Spieles nicht, mit Proton-GE 7.24 trat dieses Problem nicht auf. Noch in diesem Jahr soll ein erstes DLC mit dem Titel "Animal Farm" veröffentlicht werden, das Nutztiere, einen Hund, und einiges mehr einführt.

Erde, Holz und anderes kann Mr. Prepper über seinen Briefkasten verscherbeln und so Geld verdienen.

Wenn alle Handgriffe sitzen, macht Mr. Prepper richtig Spaß. Per Doppelklick kann der Protagonist auch mal sprinten und wenn einem auch das bei längeren Strecken zu lange dauert, lassen sie sich mit gedrückter Strg-Taste einfach überspringen. Das bringt mehr Tempo ins Spiel. Die anfangs kleine, zweidimensionale Welt des Hauses wächst schnell mit neuen Orten auf der Karte und dem immer tiefer reichenden Bunker an. Alles in allem eine witzige Variation des Survival-Genres.

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(lmd)