eGPU Breakaway Puck mit AMD Radeon: Sonnets portable GPU-Docks im Kurztest

Sonnets eGPUs geben Macs Zugriff auf leistungsfähigere AMD-GPUs und sind nur so groß wie eine externe Festplatte. Auch Thunderbolt-Displays werden unterstützt.

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Sonnet eGPU Breakaway Puck

Sonnets Breakawy Puck ist nicht viel größer als eine externe Festplatte, es muss aber ein wuchtiges Netzteil mitgeschleppt werden.

Von
  • Holger Zelder

Bei Bedarf mehr Grafikleistung: eGPUs rüsten leistungsfähige GPUs extern nach, reizvoll ist das besonders für Notebook- respektive MacBook-Nutzer, deren interne Grafikleistung begrenzt ist. Neben klassischen eGPU-Gehäusen bietet der Hersteller Sonnet auch komplette eGPUs mit integrierter Grafikkarte an: Die "eGPU Breakaway Puck" genannte Modellreihe ist für Intel-Macs mit Thunderbolt-3-Port gedacht, für Windows-PCs ist sie laut Hersteller nicht zertifiziert. An M1-Macs funktioniert sie nicht, dort fehlt der eGPU-Support.

Die eGPU dient zugleich als Dock, an das sich neben Monitoren und USB-Geräten auch ein Thunderbolt-Display bis zu 6K anschließen lässt.

Zur Auswahl stehen bei Sonnet zwei Konfigurationen: eine mit AMDs Radeon RX 5500 XT und 4 GByte GDDR6-Grafikspeicher oder eine mit Radeon RX 5700 und 8 GByte VRAM. Die Grafikkarte lässt sich nicht auswechseln. Ein Lüfter, den man nur unter Last mit 0,8 (RX 5500 XT) respektive 1,6 Söne röhren hört, kühlt den Puck.

Die Thunderbolt-Grafikkarte ist so groß wie eine externe Desktop-Festplatte und würde sich prima zum Mitnehmen eignen. Allerdings braucht man im Rucksack auch Platz für das ebenso große, wuchtige Netzteil, über das der eGPU Breakaway Puck Strom bezieht. Man verbindet ihn per Thunderbolt 3 mit einem Intel-Mac. An der Schnittstelle lädt der Puck ein MacBook mit bis zu 60 Watt über USB Power Delivery.

Auf der Rückseite befinden sich zwei USB-A-Anschlüsse mit 3.0-Geschwindigkeit. Darüber hinaus gibt es noch eine HDMI-Buchse, einen DisplayPort sowie einen weiteren Thunderbolt-3-Port. An jedem dieser Anschlüsse kann man einen 4K-Monitor mit 60 Hertz ansteuern. Bis zu drei Displays lassen sich gleichzeitig betreiben. Am Thunderbolt-Port funktionieren auch LGs 5K-Display oder Apples 6K-Monitor Pro Display XDR mit voller Auflösung.

Die Anschlüsse auf der Rückseite von Sonnets eGPU Breakaway Puck. Auch Thunderbolt-Displays lassen sich anschließen.
eGPU Breakaway Puck (eGPU mit Grafikchip)
Hersteller Sonnet
Maße 15,2 × 13 × 5,3 cm
Gewicht 786 g
freie Schnittstellen 2 × USB 3.2-Gen-1, 1 × DisplayPort 1.4, 1 × HDMI 2.0, 1 × Thunderbolt 3
Systemanforderungen Intel-Mac, macOS ab 10.15.7, Thunderbolt 3
Lieferumfang Thunderbolt-3-Kabel, Netzteil
Preis (Hersteller) 750 € (RX5500 XT) / 1130 € (RX 5700)

Grafiklastige Anwendungen profitieren von der zusätzlichen Rechenleistung: Während ein MacBook Pro 13" von 2020 mit Intel-Grafik im Action-Spiel Shadow of the Tomb Raider in Full HD 21 Bilder pro Sekunde (fps) lieferte, lag die Wiederholrate am Puck mit der RX 5500 XT mit 46 fps mehr als doppelt so hoch. Mit der RX 5700 lieferte er sogar 62 fps.

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Zum Transcodieren eines 4K-Videos in Davinci Resolve benötigte unser MacBook 8 Minuten und 45 Sekunden. Beide Pucks verkürzten die Zeit auf etwa dreieinhalb Minuten. Auch im Cinebench lagen die eGPUs mit Frameraten von 88 bis 89 fps gleichauf, aber deutlich vor dem Intel-Chip unseres MacBooks (52 fps). Hier bremste die Übertragung per Thunderbolt den teureren Puck aus.

Mit 750 respektive 1130 Euro (Herstellerpreise) ist der Breakaway Puck nicht billig. Wenn man ein eGPU-Gehäuse sowie eine PCIe-Grafikkarte kauft, zahlt man allerdings genauso viel und kann daran kein Thunderbolt-Display betreiben. Wer Power für den Videoschnitt oder das 3D-Rendering sucht oder weitere Monitore anschließen will, dem reicht die RX 5500 XT. Spieler greifen besser zur RX 5700.

(lbe)