iPhone als SSD-Schlüssel: G-Technologys ArmorLock im Kurztest

Die USB-C-SSD bewahrt Daten verschlüsselt auf, das Entsperren ist per Smartphone und Mac möglich. Auch ein Teilen des Schlüssels gehört zu den Optionen.

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WD ArmorLock

Die USB-C-SSD lässt sich per Smartphone entschlüsseln.

Von
  • Johannes Schuster

Unter dem Namen "ArmorLock" führt die WD-Totcher G-Technology eine externe über USB-C angebundene SSD mit Verschlüsselung im Programm, die sich besonders bequem über eine App auf einem Mobilgerät einrichten und verwalten lassen soll. Die per 256-Bit-AES verschlüsselten Daten auf der 2 TByte fassenden SSD sind von Haus aus gesperrt und müssen für die Nutzung nach dem Start freigeschaltet werden. Dazu dient statt eines Passworts ein per Bluetooth übertragenes Kommando von einer App.

Ursprünglich bot G-Technology nur eine App für Macs und iPhones an, die wir für den Test auch verwendet haben. Inzwischen gibt es zudem eine Android-App, eine Windows-Software soll noch folgen.

Nach der Ersteinrichtung per QR-Code kann man auch andere iPhones von App zu App authentifizieren. So lassen sich Daten auf einer oder mehreren SSDs sicher per Post verschicken und dem Empfänger auf elektronischem Wege die Schlüssel zusenden. Fällt der Datenträger in fremde Hände, kann der Finder oder Dieb ihn nicht auslesen, aber überschreiben und weiter nutzen – sofern der QR-Code noch intakt ist.

Firmware-Updates werden ebenfalls vom Smartphone aus eingespielt. Um die App zu nutzen, genügt Zugang zum iPhone per Code, Touch ID oder Face ID. Zusätzlich zeigt die App auf einer Karte den letzten Ort der Benutzung. Die Entsperrung der SSD funktioniert unabhängig vom Betriebssystem des Zielrechners, dies kann daher auch ein Fernseher oder Router sein.

ArmorLock-SSD
Hersteller G-Technology
Systemanforderungen USB-C oder -A, Smartphone (iOS ab Version 13, Android ab 9) oder Mac ab macOS 10.13 zur Entsperrung per App.
Kapazität 2 TByte
Maße 134 x 82 x 19 mm
Gewicht 200 g
Preis (Hersteller) 530 €

Die SSD wird im Format ExFAT geliefert, man kann dies aber einfach nach der Entsperrung mit dem Festplattendienstprogramm in HFS+ oder APFS wandeln. Danach lässt sich ein Mac auch von der ArmorLock booten. Das Gehäuse ist staub- und wasserdicht nach IP67. Außerdem soll es Stürze aus drei Metern Höhe überstehen und ein Gewicht von 450 kg ertragen.

Im Innern steckt eine PCIe-NVMe-SSD aus dem Mutterhaus WD, zu dem auch SanDisk gehört. An der USB-C-Schnittstelle konnten wir Daten mit fast 1GByte/s lesen, also mit voller USB-3.1-Gen2-Geschwindigkeit (Schreiben: 900 MByte/s). Ein Kabel auf USB A liegt auch bei, ein Netzteil benötigt man nicht.

Die Hardware-gesicherte biometrische Identifizierung für Datenträger per iPhone erweist sich als eine clevere Idee und funktionierte in der Praxis vergleichsweise intuitiv. Der hohe Preis der SSD schreckt zwar etwas ab, dafür ist sie schnell und groß.

(lbe)