Amazon Alexa: Funktionen, Sprachbefehle, Skills und Smart-Home-Anbindung

[Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update am 21.12.2018]

Alexa startete in Deutschland im Herbst 2016 auf Amazons erstem smarten Lautsprecher, dem Echo. Der digitale Sprachassistent spielt auf Zuruf Musik unterschiedlicher Streaming-Anbieter ab, liest die neuesten Nachrichten und den aktuellen Wetterbericht vor und ermöglicht die Sprachsteuerung kompatibler Smart-Home-Komponenten. Voraussetzung für die Nutzung von Alexa ist außer einer aktiven Internet-Verbindung ein Amazon-Account.

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Weiterführende Informationen: Tests von Echo-Lautsprechern

Amazon Alexa: So funktioniert der Sprachassistent

Sämtliche Alexa-Geräte verfügen über Mikrofone, um Sprachbefehle entgegennehmen zu können. In der Voreinstellung lauschen die meisten Geräte permanent auf das eingestellte Wakeword, etwa "Alexa", "Computer" oder "Echo". Es gibt aber auch smarte Alexa-Lautsprecher von Drittanbietern ohne "Hands-free-Mode" – sie horchen erst auf Knopfdruck in den Raum hinein. Erkennen die Geräte das Wakeword oder wird der entsprechende Knopf zur Sprachsteuerung gedrückt, führt das Gerät nicht nur die Anweisung aus oder antwortet auf die gesprochene Frage – es schickt das Sprachkommando zur Auswertung in die Amazon Cloud und speichert es dort.

Die Spracherkennung von Alexa lernt durch Interaktion mit dem Nutzer ständig dazu und erkennt dessen Stimme schrittweise immer besser. Bald soll Alexa selbst über mehr Persönlichkeit verfügen und Folgefragen beantworten. Damit auch Menschen mit Sprachbeeinträchtigung mit dem digitalen Assistenten kommunizieren können, arbeitet der Bastler Abhishek Singh daran, Alexa per Gebärdensprache und Webcam bedienen zu können. Das Projekt basiert auf der Machine-Learning-Plattform TensorFlow.

Neun smarte Lautsprecher mit Alexa (9 Bilder)

Ninety7 Vaux for Dot

Beim Ninety7 Vaux for Dot handelt es sich um ein Lautsprecher-Dock mit Akku für Amazons Echo Dot, das besseren Klang verspricht.

Sprachbefehle in der Alexa-App verwalten

In der Alexa-App kann man die Audioschnipsel nachträglich anhören und in Textform sehen, wie Alexa diese interpretiert hat. Fehlerhafte Erkennungen lassen sich melden und die Sprachdaten kann man in der Alexa-App im Nutzerprofil über Einstellungen/Alexa-Geräte/Verlauf einzeln löschen.

Den meisten Geräten mit Alexa kann man per Knopfdruck die "Ohren zuhalten": Wenn man die Mikrofone stummschaltet, ist die Spracherkennung laut Amazon hart deaktiviert und lauscht nicht mehr permanant auf das Wakeword. Das dürfte jedoch die Bedenken von Datenschützern kaum zerstreuen, die Cloud-gestützten Assistenten generell skeptisch gegenüberstehen. Mit dem Kauf muss man sich im Klaren sein: Die Erkenntnisse, die Alexa über seine Nutzer erfährt, landen beim Hersteller, werden auf US-amerikanischen Servern gespeichert und wenigstens teilweise weiterverarbeitet.

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Weiterführende Informationen: Tipps und Tricks rund um Alexa

Einkaufen per Sprachbefehl

Amazon hat Alexa auch als Schnittstelle in seine Einkaufswelt platziert: So können Prime-Kunden per Sprachbefehl ausgewählte Prime-Produkte per Sprachbefehl kaufen, Bestellungen nachverfolgen und stornieren. Artikel, die in der Vergangenheit bereits gekauft wurden und keine Prime-Produkte sind, lassen sich über Alexa erneut kaufen. Shopping per Sprachbefehl klappt aber nur, wenn man in den Kontoeinstellungen die 1-Click-Bestellungen aktiviert hat.

Der neue Echo Show beherbergt einen 10-Zoll-Touchscreen und einen Smart Home Hub.

(Bild: Amazon)

Wirksam werden die mündlich geschlossenen Verträge erst, sobald man eine Bestätigungsmail erhält oder die Ware verschickt wurde. In der Alexa-App lassen sich die Spracheinkäufe wahlweise mit einem Code schützen oder ganz abstellen. Vor allem in Haushalten mit mehreren Personen, etwa in WGs oder bei Familien mit kleinen Kindern, ist das sinnvoll. Berichte um versehentliche und unverhoffte Bestellungen, etwa von Puppenhäusern und Keksen, geistern immer wieder durch die Nachrichten und dürften bei Mitbewohnern und Eltern keine Begeisterungsstürme entfacht haben.

So richtig beliebt ist das Einkaufen mit Alexa indes noch nicht – 2018 shoppten lediglich zwei Prozent der Alexa-Besitzer per Sprachbefehl. Und von diesen zwei Prozent kauften nur zehn Prozent erneut per Sprachbefehl ein.

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Weiterführende Informationen: Alexa im Alltag

Alexa Skills: aktivieren und deaktivieren

Alexa weiß von Haus aus schon eine ganze Menge – so beherrscht sie etwa die Grundrechenarten, erklärt auf Nachfrage das endoplasmatische Retikulum, buchstabiert kniffelige Wörter, erzählt Witze, kennt Douglas Adams und 42 und wie Yoda sprechen sie kann. Wem das nicht reicht, der erweitert das Wissen von Amazons Sprachassistent mit neuen Funktionen, sogenannten Skills. Dabei handelt es sich um von Drittanbietern programmierte Fähigkeiten, die man wahlweise per Zuruf, in der Alexa-App oder im Browser nachträglich aktiviert, etwa per "Alexa, aktiviere Wiki Deutschland." Im Folgenden wird eine Sprachversion des Online-Lexikons Wikipedia aktiviert und direkt gestartet.

Braucht man den Skill nicht mehr, tilgt man ihn mit "Alexa, deaktiviere Wikipedia" aus dem Gedächtnis des digitalen Sprachassistenten. Speicherplatz spart man auf diese Weise übrigens nicht – sämtliche Skills liegen in der Cloud und werden nicht lokal installiert. Die Auswahl reicht von Skills zur Smart-Home-Steruerung von Komponenten von Ikea, Sonos, Bose & Co. über Wörterbücher bis hin zum lokalen Abfallkalender, Spielen und entspannenden Naturgeräuschen – inzwischen stehen tausende unterschiedliche Skills zur Verfügung.

Alexa lernt durch Skills dazu. Die Erweiterungen lassen sich per Sprache, App oder im Browser aktivieren.

Einige Skills, etwa von Nachrichten- und Wetterportalen gliedern sich in die "Tägliche Zusammenfassung" ein, so auch die heise online news. Dafür reicht der Befehl "Alexa, aktiviere heise online" aus und die Nachrichten aus Nerdistan landen in Alexas Newsfeed, den man per "Alexa, wie ist meine tägliche Zusammenfassung" startet.

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Weiterführende Informationen: Alexa-Skills

Konkurrenz: Auftakt von Google Home und Apples Homepod

Dass Amazon mit der Kombination aus Alexa und Echo einen Nerv getroffen hat, wurde spätestens nach den Ankündigungen der Konkurrenz klar, beim Thema smarte Lautsprecher mitmischen zu wollen. So enterte Google den deutschen Markt im August 2017 mit seinem Google Home Speaker, auf dem der Google Assistant Befehle und Anfragen entgegen nimmt.

Wie der Vorgänger enthält auch der neue Echo Plus einen Smart Home Hub mit direkter Unterstützung des Funkprotokolls ZigBee.

(Bild: Amazon)

Apple zog mit etwas Verzögerung mit dem Homepod nach, den man seit Juni 2018 auch in Deutschland kaufen kann und auf dem Siri werkelt. Im Gegensatz zu Apple stellen Amazon und Google ihre digitalen Assistenten auch Drittanbietern zur Verfügung. So gibt es etwa smarte Lautsprecher mit Google Assistant von Panasonic und Sony – Alexa findet man unter anderem auf Smart Speakern von Onkyo und Sonos.

Microsofts künstliche Intelligenz Cortana macht sich bisher abseits der Windows-Welt rar – so zog sie zwar inzwischen auf den Harman Kardon Invoke und damit auch auf einem Smart Speaker ein. Dieser wird bisher aber nicht in Deutschland verkauft – in den USA reden Alexa und Cortana bereits testweise miteinander.

Telekom kontert mit "Hallo Magenta"

Die Telekom schickt ihren smarten Lautsprecher namens "Hallo Magenta" ins Rennen um die Käufergunst. "Hallo Magenta" soll nach einer Testphase mit 1000 Personen starten und nach Angaben der Telekom Sprachbefehle anonym und nur innerhalb der EU verarbeiten. Samsung kündigte mit dem Galaxy Home ebenfalls einen Smart Speaker an. Auf diesem werkelt Bixby, Samsungs Sprachassistent. Samsung nannte bisher weder Preis noch Veröffentlichungsdatum. Bixby ist nach wie vor nicht in deutscher Fassung erschienen, was eine baldige Markteinführung in Deutschland unwahrscheinlich macht.

Amazon ist da umtriebiger und bietet unter dem Echo-Label inzwischen mit Echo, Echo Dot und Echo Plus drei zylindrische Lautsprecher unterschiedlicher Größe an – mit dem Echo Spot und Echo Show kommen zwei weitere Geräte dazu, die zusätzlich einen Touchscreen und eine Kamera mitbringen. Der Echo Plus kommt mit einem integrierten ZigBee Smart-Home-Hub über den man etwa smarte Lampen wie Philips Hue direkt ansteuern kann. Abseits seiner Echos hat Amazon Alexa in seine Fire-HD-Tablets verpflanzt und per Update ältere Fire-Tablets mit dem Sprachassistenten nachgerüstet.

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Weiterführende Informationen: Smarte Lautsprecher von Google und Apple

Alexa erobert neue Geräte

Die Tchibo-Kaffeemaschine You-Rista nimmt Befehle über Smartphone-App oder Alexa entgegen.

Amazons künstliche Intelligenz rückt in immer mehr Lebensbereiche vor – wenn man sie denn lässt. So kocht etwa eine Tchibo-Kaffeemaschine Cappuchino & Co. auf Sprachbefehl, der Echo Show spielt Videos auf Zuruf ab und Autohersteller wie Seat und BMW integrieren Alexa per Skill in ihre Infotainmentsysteme. Logitech stellt mit seiner Zerotouch-Handyhalterung ein Bindeglied zwischen Smartphone, Alexa und Auto-Infotainmentsystem her. Mit "Echo Auto" soll die Sprachassistenz Dienste künftig für jedes Auto zur Verfügung stehen – inklusive ortsbasierter Dienste. Das kleine Gerät wird mit dem Autoradio verbunden und zunächst in den USA debütieren.

Mit der Alexa-App zieht der Assistent auf Wunsch direkt auf iOS- und Android-Smartphones ein, nimmt ohne zusätzliche Hardware Befehle entgegen und antwortet auf Fragen. Mit dem Adapter "Echo Input" will Amazon seine Alexa auf andere Lautsprecher bringen, der kabellose Subwoofer "Echo Sub" erweitert bestehende Echo-Lautsprechersysteme für kräftigere Basswiedergabe.

Und auch in die Freizeit könnte Alexa vorrücken: So steuert man etwa mit den Echo Buttons Spiele, die man über Alexa startet: Die kleinen Knöpfe mutieren etwa bei einem Quiz zu Buzzern – wer am schnellsten drückt, darf als erstes auf die Quizfrage antworten, wie beim Spiele-Skill "Trivial Pursuit Tap".

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Weiterführende Informationen: Alexa außerhalb der Echo-Familie

Nachgehakt: 12 smarte Lautsprecher mit Alexa und Google Assistant

Probleme mit dem Datenschutz

Bei aller Begeisterung: Man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass Amazons Alexa längst nicht frei von Fehlern ist und immer wieder Anlass zur Sorge um den Datenschutz gibt. So hat Amazons Sprachassistent im US-Bundesstaat Oregon schon mal ein Privatgespräch eines Ehepaars selbstständig aufgezeichnet und versendet – ausgerechnet an einen Mitarbeiter. Ebenfalls aus den USA mehrten sich Berichte, in denen Alexa spontan lachte, was einige Besitzer vor allem nachts gruselte. Im Dezember 2018 gab Amazon intime Alexa-Sprachdateien preis: Dabei fielen durch einen Fehler von amazon.de rund 1700 Alexa-Sprachaufzeichnungen in die Hände eines Unbefugten.

Wer auf Nummer sicher gehen und dennoch nicht auf Amazons Assistenten verzichten will, der entzieht ihr einfach bei Nichtgebrauch den Strom durch eine schaltbare Steckerleiste oder kappt die Verbindung zum Heimserver durch ein zeitgesteuertes WLAN. Alternativ versucht man, mit den Tipps aus unserer Alexa-FAQ die persönlichen Sprachaufzeichnungen zu löschen.

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