Nikon: Kamera-System und Kompakte auf einen Blick

(Bild: Nikon)

Nikon ist hinter Canon die Nummer 2 am Kameramarkt. Der Hersteller bietet einerseits Spiegelreflex- (DSLR) und Systemkameras samt Zubehör an, andererseits Kompaktkameras mit festverbautem Objektiv. Nikons Spiegelreflexsystem hat dabei eine lange Geschichte: 1959 stellte der Hersteller seine Nikon F mit dem F-Bajonett vor und hält bis heute an dem Anschluss fest. Damit sind alle seitdem gebauten Objektive und Spiegelreflexen dieses Systems (teils mit kleinen Einschränkungen) miteinander kompatibel.

D3400 und D5500: DSLR für Einsteiger

Nikon D3400 in Bildern (6 Bilder)

Die neue Einsteiger-Spiegelreflexkamera bei Nikon heißt D3400. Der Hersteller betreibt hier zaghafte Modellpflege.
(Bild: Nikon)

Aktuelle Nikon-Kameras tragen das F nicht mehr im Namen. Sie starten mit einem D für digital – und zwar vor der Zahl. Bei Canon ist es genau anders herum, da steht die Nummer vor dem D. Grundsätzlich gilt grob: Je weniger Stellen die Ziffer auf der Front hat, desto professioneller der Anspruch.

Das aktuelle Einsteiger-Modell heißt D3500 (ab 398 €). Es sitzt in einem kleinen Plastikgehäuse und bietet nur eine Basis-Ausstattung. Dafür hilft es seinen Fotografen mit einem Guide-Modus ihre Fähigkeiten auf- und auszubauen. Mit konkreten Anwendungsszenarien und Beispielbildern führt die D3500 zu den optimalen Einstellungen. Die zweite DSLR im Einsteiger-Bereich ist die D5600 (ab 526,38 €). Sie hat unter anderem ein feiner einstellbares und präziseres Autofokussystem, einen größeren Monitor sowie WLAN, NFC und Bluetooth.

In der Mittelklasse um 1000 Euro hält Nikon aktuell die D7500 (ab 848,51 €) bereit. Sie setzt sich mit einem wetterfesten Metall-Gehäuse und einer höheren Geschwindigkeit von den Einsteigern ab. So erreicht sie eine kürzeste Belichtungszeit von 1/8000 s und eine Serienbildrate von acht Bildern pro Sekunde. Wie die beiden Einsteiger-Modelle arbeitet die D7500 mit ein APS-C-Sensor (23,5 × 15,6 Millimeter), statt einer Auflösung von 24 Megapixeln liefert der aber nur 20.

➤ Mehr zum Thema: Einsteiger-Spiegelreflexkamera Nikon D3400 im Test

Nikon D500: APS-C-Profimodell für Sportfotografie

Den Bildsensor hat die Mittelklasse-DSLR von der großen Schwester D500 (ab 1451,46 €) geerbt. Das Top-Modell in der 2000-Euro-Klasse richtet sich an Sportfotografen und bringt professionelle Features mit. Ihr Autofokussystem bietet mehr als 150 Messfelder, ihre Serienbildrate liegt bei zehn Bildern pro Sekunde mit Nachführautofokus. Sie besitzt zwei Speicherkartenfächer und ein wetterfestes, großes Gehäuse. Dennoch verzichtet sie nicht auf Helferlein wie Bluetooth zur Koppelung mit dem Smartphone.

D750 und Df: Vollformat-Spiegelreflex für Liebhaber

Vollformatkameras mit 20 Megapixeln haben eine rechnerische Pixelbreite von 6,5 μm. Bei einr APS-C-Kamera mit ebenfalls 20 Megapixeln kommt man noch auf 4,3 μm, eine herkömmliche Kompaktkamera in derselben Pixelklasse erreicht noch 1,2 μm.

In dieser Preisklasse bekommt man auch schon Nikons günstigste Vollformat-DSLR D750 (ab 1100,54 €). Sie ist nicht schnell, aber ausgesprochen bildstark. Das ist vor allem der Sensorfläche geschuldet, die beim Vollformat deutlich größer ist als bei APS-C (Diagramm: Pixelgröße). Deshalb kann sie bei gleicher Megapixelzahl vergleichsweise mehr Platz pro Pixel zur Verfügung stellen. Diese können so in einer bestimmten Zeit mehr Photonen einfangen, die später zur Bildinformation umgewandelt werden. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Rauschverhalten der Kamera aus, sondern auch auf den Dynamikumfang.

In der Vollformatliga für ambitionierte Fotografen spielt neben der D750 auch die Nikon Df (ab 2299 €). Mit ihrem kantigen Retro-Gehäuse erinnert sie an die analogen Spiegelreflexkameras der 1980er Jahre wie die F-501. Mit ihren vielen Rädchen und Tasten ist sie die Kamera für Liebhaber des entschleunigten Fotografierens. Und da ist es nur konsequent, dass sie nicht filmt.

Mehr zum Thema: Allgemeine Kaufberatung zu Spiegelreflexkameras

D5 und D850: Profi-DSLRs bei Nikon

Profi-Fotografen, die mit ihrer Kamera Geld verdienen, bietet der Hersteller derzeit zwei Modelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Sie starten bei über 3000 Euro.

Die D850 (ab 2474,99 €) für vereint auf ihrem Vollformatsensor besonders viele Pixel – mehr als 45 Millionen – für hochauflösende Fotos. Die D850 fühlt sich daher im Studio für Porträt- oder Mode-Shootings wohl. Eine lahme Ente ist sie deshalb aber nicht, benutzt man sie mit dem richtigen Multifunktionshandgriff erreicht sie eine Serienbildrate von bis zu neun Bildern pro Sekunde.

Nikon D850 (6 Bilder)

Im Innneren der D850 arbeitet einen CMOS-Sensor mit 45,7 Megapixeln.
(Bild: Nikon)

Die absolute Königin im Nikon-F-System lacht darüber dennoch nur müde. Die D5 (ab 5360,37 €) schießt mit Nachführautofokus bis zu zwölf Bilder pro Sekunde in Serie (mit hochgeklapptem Spiegel sogar 14). Sie ist geschaffen für Großsportveranstaltungen wie Olympia, wo sie sich mit Canons 1D-X Mark II (ab 4726,76 €) viele Duelle um das beste Foto liefert.

➤ Mehr zum Thema: Praxisbilder mit der Profi-Spiegelreflexkamera Nikon D5

Spiegelloses Vollformat: Nikon Z6 und Z7

Was Konkurrent Sony schon seit 2013 kann, kann Nikon 2018 auch: spiegellose Systemkameras mit Vollformat. Die Modelle Z6 und Z7 orientieren sich nach technisch an bereits bekannten Nikon DSLR wie der D850. Die Z7 (ab 2241,04 €) besitzt dabei einen hochauflösenden Sensor mit 45,7 Megapixeln und BSI-Technik (back side illumination). Die Z6 (ab 1363,73 €) bietet ebenfalls einen Kleinbildsensor in BSI-Technik, jedoch mit 24,7 Megapixeln Auflösung.

Nikons spiegeloses System mit Z-Bajonett (10 Bilder)

Die Z7 ist das Hi-Res-Modell der neuen spiegellosen Z-Familie von Nikon mit Vollformatsensor. Sie bietet eine Auflösung von 45,7 Megapixeln.
(Bild: Nikon)

Die beiden Spiegellosen begründen ihrerseits ein neues System, denn sie arbeiten mit einem eigenen Anschluss – dem Z-Bajonett. Entsprechend startete die Z-Familie zunächst mit nur drei Optiken. Allerdings bietet Nikon einen FTZ-Bajonettadapter an, der volle Kompatibilität zu 363 bisher gefertigten Nikkor-Objektiven gewährleisten soll.

Nikon-Objektive: von wenigen Hundert bis ein paar Tausend Euro

Nikons Objektivangebot für DSLR ist riesig und umfasst viele verschiedene Brennweiten und Spezialisten. Die höherwertigen Kameramodelle können über einen Stangenantrieb sogar die alten Objektive ohne eigenen Fokusmotor problemlos steuern. Da lohnt ein Blick auf den Gebrauchtmarkt, beim Kamerahändler um die Ecke oder (Online-)Flohmärkten.

Buchstaben oder Kürzel im Namen der sogenannten Nikkor-Objektive verraten, an wen sie sich richten. "DX" bedeutet beispielsweise, dass die Linse für die APS-C-Kameras des Herstellers gerechnet wurde. Neuerdings lesen Fotografen auch "AF-P" auf den Objektiven. Das P steht dabei für "Impuls" und weist auf den Schrittmotor hin, der die Konstruktion verschiebt. Laut Nikon eignen sich diese Linsen besonders für Filmer. Welche weiteren Kürzel der Hersteller verwendet, erfahren Sie in dessen Objektiv-Glossar.

Günstiges Alltagsobjektiv: AF-S Nikkor 50mm 1:1.8 G

(Bild: Nikon)

Zu den günstigsten Alltagsoptiken gehört zweifelsohne das AF-S Nikkor 50 mm 1:1.8G (ab 189,99 €), das für etwa 200 Euro ein sehrgutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Einfache Spiegelreflexkameras verkauft Nikon in der Regel im Bundle mit sogenannten Kit-Objektiven an, was um 50 bis 100 Euro günstiger ist als der Einzelkauf. Diese Zugabe-Zoomoptiken bestechen meist nicht mit der besten Bildqualität, bieten aber dank ihres universellen Brennweitebereichs einen guten Startpunkt für Einsteiger in die Fotografie. Hochwertige und lichtstarke Zoomobjektive hingegen werden richtig teuer. Für das AF-S Nikkor 24-70 mm 1:2,8E ED VR (ab 1654,41 €) müssen Fotografen schon einmal 2000 Euro einplanen.

➤ Mehr zum Thema: Allgemeine Kaufberatung zu Objektiven

Nikons Kompaktkameras: Coolpix

Kompaktkameras haben das Objektiv schon an Bord – und anders als viele DSLR-Schwestern einen integrierten Blitz. Sie bieten Alles-in-einem-Lösungen beispielsweise für die nächste Reise. Bei Nikon sammeln sich diese Geräte unter dem Namen "Coolpix" und sie setzen Ausstattung und Design unterschiedliche Schwerpunkte.

Robust und verspielt: Nikon W100

(Bild: Nikon)

Da wäre zum Beispiel die kleine W100 (ab 160,40 €), die gerne mit an den Strand genommen werden will. Sie ist bis zu einer Tauchtiefe von zehn Metern wasserdicht, übersteht Stürze aus einer Höhe von 1,80 Metern und ist frostsicher. Dazu sieht sie richtig niedlich aus. Keine Frage, hier hat Nikon an die kleinsten Fotografen gedacht. Die dürfen dabei eine Bildqualität erwarten, wie sie Papas Smartphone liefert. Der 13-Megapixel-Chip ist nicht größer als der Bildsensor eines Mobiltelefons. Das 3-fach-Zoomobjektiv hat die Kompakte dem allerdings voraus. Und günstiger ist sie mit knapp 140 Euro noch dazu.

Gar nicht niedlich will dagegen Nikons P1000 (ab 867,63 €) sein, die Nachfolgerin der P900. Mit einem 125-fachen optischen Zoom (P900: 83-fach) deckt sie eine Kleinbild-äquivalente Brennweite von 24 bis 3000 Millimetern ab und damit nahezu alle fotografischen Disziplinen – sogar Astrofotografie. Dafür kostet sie happige 1100 Euro.

Bridgekamera Nikon P1000 in Bildern (5 Bilder)

Mit der P1000 stellt Nikon die Nachfolgerin der Bridgekamera P900 vor. Nikon platziert sie als Allrounder für unterwegs mit einem extremen Brennweitenbereich.
(Bild: Nikon)

Zwischen den beiden Extremen W100 und P1000 bringt der Hersteller auch die Kompakten der A- und B-Serie unter. Bei ersteren handelt es sich um schlanke Kameras mit universellen Zooms bis 35-fach. B500 (ab 219 €) und B700 dagegen sitzen wie die P1000 in größeren DSLR-ähnlichen Gehäusen und bieten Objektive mit mindestens 40-fachem Zoom.

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