Sony Alpha: Kamera-System auf einen Blick

(Bild: Sony)

Sony ist hinter Canon und Nikon die Nummer 3 am Kameramarkt. Unter dem Markennamen Sony Alpha (α) bündelt der Hersteller Kameras mit wechselbarem Objektiv: Die sogenannten SLT-Modelle arbeiten dabei mit Spiegel und A-Bajonett. Die spiegellosen Systemkameras verzichten auf den Schwingspiegel und haben ein E-Bajonett.

Sony Alpha 6000 (A6000) – spiegellose Systemkamera der Mittelklasse

Bei den spiegellosen Systemkameras bietet Sony mittlerweile das größte Modellangebot. Wie bei vielen anderen Herstellern auch lässt die Ordnungszahl auf dem Gehäuse auf die Geräteklasse schließen: Je weniger Stellen, desto professioneller der Anspruch.

Sonys Alltagsspiegellose ist die Alpha 6000 (A6000 (ab 479 €)). Sie bietet ein für die Preisklasse unter 600 Euro sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Sie richtet sich damit auch an Einsteiger in die Fotografie, die ihre Fertigkeiten weiterentwickeln möchten. Mit ihrer vielseitigen Ausstattung genügt sie aber außerdem gehobenen Ansprüchen. Ihr APS-C-Chip hat eine Auflösung von 24 Megapixeln, der elektronische OELD-Sucher zeigt mit einer Auflösung von 1,4 Megapixeln ein brauchbares Bild und das Autofokussystem kombiniert für mehr Schnelligkeit und Präzision Phasen- und Kontrasterkennung. Auch, wenn die A6000 aussieht wie ein Ziegelstein, orientiert sie sich bei der Handhabung an Mittelklasse-Spiegelreflexkameras mit vielen Direktzugriffen und Einstellrädchen.

Sony A6500 in Bildern (5 Bilder)

A6500 heißt die neue spiegellose Systemkamera in der A6000-Familie. Wie die Geschwister arbeitet sie mit einem APS-C-Sensor mit einer Auflösung von 24 Megapixeln. Wichtigste Neuerung ist die 5-Achsen-Bildstabilisierung.
(Bild: Sony)

Die A6000 hat mittlerweile zwei Nachfolgermodelle: Die Sony Alpha 6300 (A6300 (ab 1299 €)) setzt sich mit einem mächtigeren Autofokussystem ab, aber vor allem mit 4K-Video-Fähigkeiten. Die Alpha 6500 (A6500 (ab 1799 €)) spezialisiert sich auf schnelle Serienbildaufnahmen und bietet dazu eine 5-Achsen-Bildstabilisierung. A6300 und A6500 spielen allerdings in einer gehobenen Preisklasse. Sie richten sich nicht mehr an Einsteiger- und Wenigfotografierer, vielmehr sprechen sie erfahrene Vielfotografen an, die sich auf schnellere Bildfolgen und Video spezialisiert haben.

Mehr zum Thema: Testbericht zur Sony A6000

Sony Alpha 7- und Alpha 9-Serie: Spiegellose Vollformatkameras

Eine gehobenere Bildqualität liefern die Geräte der A7 und A9-Serie mit ihrem großen Vollformatchip. Aktuell umfasst die Familie je vier Kameras: Die A7 ist mit ihrer 24-Megapixel-Auflösung die Allrounderrin, die sich an erfahrene Amateurfotografen richtet. Die A7R eignet sich mit ihrem hochauflösenden Chip für professionelle Studio-Fotografen und die A7S spezialisiert sich mit ihrem 12-Megapixel-Sensor auf Low-Light-Situationen und Videografie. A7 (ab 729,99 €) und A7R (ab 1490 €) liegen nun als A7 III (ab 1750 €) und A7R III (ab 2690 €) in der dritten Generation vor. Die A7S kommt als A7S II (ab 2199 €) auf zwei Generationen. Da Sony auch hier alle Gerätejahrgänge parallel am Markt hält, sind die Einstiegspreise mit weniger als 1000 Euro vergleichsweise niedrig. Kein anderer Hersteller bietet Vollformatkameras derzeit günstiger an.

Sony Alpha 7R III (6 Bilder)

Sonys Alpha 7R III bietet – wie die Vorgängerin Alpha 7R II – eine Auflösung von 42 Megapixeln.
(Bild: Sony)

Die A9 richtet sich an professionelle Sportfotografen. Sie betritt ein Feld, das Canon und Nikon seit Jahrzehnten mit ihren DSLR-Topmodellen besetzen: schnelle Serienbildraten. Mit 20 Bildern pro Sekunde mit Autofokus-Verfolgung hängt sie die DSLR-Konkurrenz sogar deutlich ab.

Mehr zum Thema: Allgemeine Kaufberatung spiegellose Systemkameras

SLT: Kameras mit starrem Spiegel

Dabei vergisst man leicht, dass Sony auch noch die sogenannten SLT-Kameras (Single Lens Translucent) anbietet. Sie arbeiten anders als die Spiegellosen mit dem sogenannten A-Mount-Objektivanschluss und sehen aus wie klassische Spiegelreflexkameras. Ihr Spiegel ist teildurchlässig und sitzt starr im Gehäuse. Seine einzige Aufgabe ist es, Licht zum Autofokussensor zu schicken und dabei gleichzeitig zum Sensor durchzulassen. Das Sucherbild wird wie bei den spiegellosen Systemkameras elektronisch erzeugt.

Um die Zukunft des Systems steht es allerdings nicht gut. In seiner auf der Photokina 2018 vorgestellten Zukunftsstrategie erwähnt der Hersteller das A-Mount mit keinem Wort. Ob es sich noch lohnt, in dieses System zu investieren, ist fraglich.

E-Mount und A-Mount: Objektivangebot für Sony Alpha

(Bild: Sony)

Dazu passt auch, dass Sony sein Objektivangebot für A-Mount in vergangenen Jahren kaum gepflegt hat. Dafür legt der Hersteller bei seinen E-Mount-Objektiven für die spiegellosen Systemkameras ein rasantes Tempo vor.

Die E-Mount-Objektive teilen sich in verschiedene Kategorien. Die einfachen "SEL"-Objektive richten sich an die spiegellosen Systemkameras mit APS-C-Sensor, den größeren Vollformatsensor würden sie mit ihrem Bildkreis nicht ausleuchten. Das können dagegen die "FE"-Objektive. Optiken mit Zeiss-Branding stehen dabei für eine besonders präzise Schärfeleistung. Optiken mit "G Master"-Kennung vermarktet der Hersteller als besonders lichtstark und auf ihr Bokeh (Hintergrundunschärfe) hin optimiert.

Dabei fächern sich die Preise stark. So günstig wie bei den Spiegelreflexsystemen von Canon und Nikon gelingt der Einstieg aber nicht. Statt mit etwa 100 Euro müssen Fotografen für ein universell einsetzbares 50-Millimeter-Objektiv wie das FE 50 mm f/1.8 etwa 300 Euro einplanen. Zoomobjektive, die sich sowohl auf Landschafts-, Porträt- und leichte Teleaufnahme starten bei etwa 500 Euro.

Mehr zum Thema: Sony FE 85mm F1.4 gegen Zeiss Batis 1.8/85 im Test

Mehr zum Thema: Allgemeine Kaufberatung Objektive

Sony Cybershot RX: Hochwertige Kompaktkamera mit großem Sensor

Neben Systemkameras samt Objektiven bietet Sony noch Kompaktkameras mit fest verbautem Objektiv an. Sie richten sich an Nutzer, die die eierlegende Wollmilchsau suchen [--] eher gelegentlich fotografieren, nicht in Wechselobjektive investieren wollen und dennoch eine dem Smartphone überlegene Bildqualität erwarten. Dazu bieten sich solche Geräte auch als Zweitkamera an.

Die hochwertigen Kompaktkameras kennzeichnet Sony mit dem Kürzel "RX". Diese Modelle versprechen tatsächlich eine optimale All-in-One-Lösung für die verschiedensten fotografischen Disziplinen. Sie arbeiten mit einem im Vergleich zu herkömmlichen Kompaktkamera oder Smartphones deutlich großerem Bildsensor im Format "Typ-1-Zoll".

(Bild: Sony)

Die RX100-Kameras sind nicht viel größer als eine Schachtel Zigaretten und passen damit trotz eines beachtlichen Funktionsumfang gut in die Jackentasche. Ihre Objektive decken universelle Brennweiten ab, die sich für Landschaftsaufnahmen ebenso eignen wie für Porträts oder Nahaufnahmen. Sechs Modelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind derzeit am Markt: Die RX100 bietet sich als preisgünstigstes Modell als alltagstaugliche Immer-dabei-Knipse an. Die RX100 IV richtet sich besonders an Videofilmer, während sich die RX100 VI (ab 799,99 €) mit ihrem größeren Brennweitenspielraum als Reisekamera empfiehlt.

Unter der RX10-Serie fasst Sony dazu seine Bridgekameras mit bulligem Gehäuse und größerer Brennweite. Diese Modelle richten sich an Fotografen, die sich ein Handling wie bei einer DSLR wünschen, aber nicht in Wechselobjektive investieren und dennoch viele Brennweiten dabeihaben wollen. In der aktuellen vierten Generation zoomt die RX10 IV (ab 1599 €) so etwa von 24 bis 600 Millimetern (KB-äquivalent) bei einer Lichtstärke von f/2.4 bis f/4.0. Damit deckt sie nahezu alle fotografischen Disziplinen mit nur einem Objektiv ab.

Cybershot HX: Günstige Kompakte mit viel Zoom

Günstiger sind die Kompaktkameras der HX-Serie. Die aktuellen Modelle HX95 (ab 369 €) und HX99 (ab 397 €) liegen bei etwa 500 Euro und arbeiten mit kleinen 1/2,3-Zoll-Bildsensoren wie sie teils sogar schon in Smartphones stecken. Die Bildqualität ist daher ähnlich. Einen Vorteil haben die Kompaktkameras aber: Die aktuellen HX-Geräte kommen auf eine Kleinbild-äquivalente Brennweite von 24 bis 720 Millimetern und decken damit deutlich mehr fotografische Sujets ab. Damit kommt auch der Vogel im Baum formatfüllend aufs Bild.

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