Nextcloud auf dem Raspberry Pi - so geht's
Die Vorteile der Cloud genieĂen, ohne persönliche Daten in fremde HĂ€nde zu legen: Nextcloud auf dem Raspberry Pi macht es möglich.
Dropbox, OneDrive, Google Drive oder iCloud Drive: GroĂe Cloud-Anbieter machen es seit vielen Jahren einfach, immer und ĂŒberall Zugriff auf wichtige Dokumente, Fotos oder andere Dateien zu haben. Die Kehrseite: Wer kommerzielle Anbieter nutzt, gibt seine Daten ungefiltert in fremde HĂ€nde. Die Lösung bietet die Einrichtung einer eigenen Cloud ĂŒber Open-Source-Dienste wie Nextcloud. Mit Nextcloud ist es möglich, Dateien und auch diverse Funktionen wie Kalender oder Online-Notizen auf einem privaten Webspace zu verwalten. Ăber die diversen Clients von Nextcloud können die Daten dann komfortabel und sicher auf praktisch beliebig vielen Systemen synchronisiert werden. Doch nicht jeder hat einen eigenen Webspace zur VerfĂŒgung oder möchte den damit einhergehenden Kosten- und Wartungsaufwand tragen. Eine Alternative liefert wie so oft der Raspberry Pi! Mit ein wenig Bastelarbeit ist es möglich, den Mini-Computer mit einer Nextcloud-Instanz auszustatten.
- Schneller zum Ziel mit NextCloudPi [1]
- Nextcloud auf Raspberry Pi - Voraussetzungen [2]
- NextCloudPi installieren [3]
- NextCloudPi: Erste Schritte [4]
[5]Schneller zum Ziel mit NextCloudPi
Die Macher von Nextcloud bieten eine eigene Version an, die direkt auf dem Pi installiert werden kann. In unserem Test stellte sich die âoffizielleâ Variante aber als recht kompliziert heraus, weil unter anderem komplexe Konfigurationen von Datenbanken nötig sind. Wesentlich einfacher funktioniert es mit dem Open-Source-Projekt NextCloudPi. Es bietet eine deutlich einfachere Installation von Nextcloud fĂŒr den Raspberry Pi an. In dieser Anleitung konzentrieren wir uns daher auf die Einrichtung von NextCloudPi. Wenn Sie lieber auf die offizielle Variante ausweichen möchten, finden Sie hier die nötigen Infos: https://nextcloud.com [6]
[7]Nextcloud auf Raspberry Pi - Voraussetzungen
Der Betrieb von Nextcloud auf dem Raspberry Pi funktioniert ab dem Raspberry Pi 2, die neueren Modelle Raspberry Pi 3, Pi 3+ und vor allem der Pi 4 liefern im Alltag aber eine deutlich bessere Performance. Theoretisch ist es auch möglich, den kleineren Raspberry Pi Zero fĂŒr Nextcloud zu verwenden, in der Praxis ist das aber allein schon aufgrund der fehlenden AnschlĂŒsse mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden.
FĂŒr die Installation von NextCloudPi braucht es mindestens eine microSD-Karte mit einer KapazitĂ€t von 8 Gigabyte. Im Idealfall erweitern Sie den Speicherplatz des Pis mithilfe eines USB-Sticks oder einer externen Festplatte (idealerweise eine externe SSD) um zusĂ€tzlichen Speicherplatz. Auf diesem landen dann spĂ€ter die Daten Ihrer persönlichen Cloud sowie die Erweiterungen von Nextcloud.
Davon abgesehen empfiehlt es sich, den Pi direkt ĂŒber ein Ethernet-Kabel mit Ihrem Router zu verbinden. Zwar funktioniert NextCloudPi auch via WLAN, eine direkte Verbindung sorgt aber fĂŒr eine deutlich stabilere und auch schnellere Verbindung.
[8]NextCloudPi installieren
Die Installation von NextcloudPi ist auf zwei Wegen möglich: Entweder integrieren Sie das Cloud-System in eine bestehende Installation vom Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian) oder Sie laden ein fertiges Raspberry Pi OS-Image von der Entwicklerseite herunter, in der NextCloudPi bereits integriert ist. Nutzen Sie bereits ein fertiges Raspberry Pi OS, öffnen Sie ein Terminal und geben Sie den folgenden Befehl ein:curl -sSL https://raw.githubusercontent.com/nextcloud/nextcloudpi/master/install.sh | sudo bash
Das Installationsskript fĂŒhrt Sie anschlieĂend durch die Einrichtung von Nextcloud auf dem Raspi.
Alternativ dazu besuchen Sie die Downloadseite des Projekts Own Your Bits und laden im Ordner âNextCloudPi_RpI_xyzâ die jeweils neueste Version herunter. Das heruntergeladene Image können Sie anschlieĂend mit einem Tool wie BalenaEtcher auf eine SD-Karte ĂŒbertragen, von der Sie den Raspberry Pi booten. Das funktioniert genauso, wie bei einer ânormalenâ Installation vom Raspberry Pi OS. Eine Anleitung zur Einrichtung eines Raspberry Pi [9] finden Sie hier. Nach der Installation empfiehlt es sich noch, auf der SD-Karte eine leere Datei mit dem Dateinamen âsshâ (ohne AnfĂŒhrungszeichen und Dateiendung) anzulegen. So können Sie sich bei Bedarf via SSH mit dem Pi verbinden.
[10]NextCloudPi: Erste Schritte
Nach der Installation von NextCloudPi verbinden Sie den Pi mit dem Router und einem Netzteil. Sobald der Start abgeschlossen ist, können Sie NextCloudPi ĂŒber den Browser eines PCs oder Macs im gleichen Netzwerk erreichen. Dazu geben Sie wahlweise die IP-Adresse des Pis (die Sie beispielsweise im Router-MenĂŒ finden) oder die Adresse
https://nextcloudpi.local:4443
in den Browser Ihrer Wahl ein. Ăber diese Adresse rufen Sie spĂ€ter auch die Administration Ihrer Nextcloud-Installation auf, um beispielsweise Updates zu installieren. Falls Ihr Browser eine Sicherheitsfehlermeldung anzeigt, dĂŒrften Sie diese getrost ignorieren - dies liegt schlicht und ergreifend daran, das Nextcloud ab Werk kein eigenes TLS-Zertifikat bietet. Beim ersten Start zeigt das System nun den Standard-Benutzernamen âncpâ sowie ein komplexes Passwort an, dass Sie unbedingt kopieren sollten.
Ist dies geschehen, klicken auf âActivateâ. Beim nĂ€chsten Aufruf der NextcloudPi werden Sie mit einem Einrichtungsassistenten begrĂŒĂt. Ăffnet sich dieser nicht standardmĂ€Ăig, rufen Sie die Adresse
https://ipadressedesNextcloudpi:4443/wizard/
auf. Im Punkt âUSB-Configurationâ richten Sie einen angeschlossenen USB-Stick oder eine Festplatte fĂŒr die Datenspeicherung mit Nextcloud ein. Klicken Sie auf âYesâ, dann auf âContinueâ und abschlieĂend auf âFormat USBâ, um die Formatierung zu starten. Dabei werden logischerweise alle eventuell vorhandenen Daten vom Medium gelöscht. Klicken Sie abschlieĂend auf die SchaltflĂ€che âMove data to USBâ, um das Datenverzeichnis zu verschieben.
Im nĂ€chsten Schritt âExternal Accessâ versucht NextCloudPi nun, den Raspi so einzurichten, dass er auch von unterwegs aus ĂŒber das Internet erreichbar ist. Neben einem DNS-Dienst (die Macher empfehlen die kostenlosen Dienste NoIp oder FreeDNS) bedarf es dazu auch einer Portfreigabe in Ihrem Router. In unseren Tests hat der Fernzugriff leider nicht zuverlĂ€ssig funktioniert, was allerdings auch an lokalen Sicherheitsbestimmungen liegen kann. Infos zur Einrichtung des Fernzugriffs auf den NextCloudPi finden Sie hier [11].
Jetzt können Sie ĂŒber die IP-Adresse des NextCloudPi oder die Adresse âhttps://nextcloudpiâ die BenutzeroberflĂ€che von Nextcloud aufrufen. Als Log-in verwenden Sie âncpâ und das bei der Aktivierung festgelegte Passwort. Dieses können Sie spĂ€ter oben rechts im MenĂŒ âBenutzerâ Ă€ndern. Auch die Einrichtung von Clients, die Daten mit der Raspi-Cloud synchronisieren, ist nun möglich. Installieren Sie die passenden Clients, geben Sie die IP-Adresse des Pis an und melden Sie sich mit den Benutzereinstellungen an.
Die Administration der NextCloudPi-Installation selbst erfolgt ĂŒber den Aufruf von
https://ipadressedesNextcloudpi:4443/wizard/
Hier können Sie unter anderem unter ânc-adminâ bzw. âNCP Passwordâ die Zugangspasswörter zur WeboberflĂ€che und die Verwaltungskonsole durch eigene Passwörter ersetzen. Auch die Einrichtung von Zertifikaten, den Fernzugriff oder die Installation von Nextcloud-Updates erfolgt ĂŒber die Konsole. Da die Möglichkeiten extrem umfangreich sind, empfiehlt sich ein Blick in die Dokumentation des Projekts. Diese finden Sie unter diesem Link: https://help.nextcloud.com/t/staying-up-to-date/126259 [12].
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- #Schneller zum Ziel mit NextCloudPi
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- #NextCloudPi installieren
- #NextCloudPi: Erste Schritte
- https://nextcloud.com/
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Raspberry-Pi-einrichten-so-klappt-s-4169757.html
- https://help.nextcloud.com/t/how-to-access-nextcloudpi/126309
- https://help.nextcloud.com/t/staying-up-to-date/126259
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Owncloud-vs-Nextcloud-Was-ist-besser-4478358.html
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Owncloud-auf-dem-Raspberry-Pi-einrichten-4446481.html
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Raspberry-Pi-als-NAS-verwenden-so-geht-s-4289165.html
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