Was ist ein DomÀnencontroller im Active Directory?
Wer sich mit der Einrichtung von Windows-Netzwerken beschĂ€ftigt, stolpert irgendwann ĂŒber den "DomĂ€nencontroller". Doch was ist das?
Netzwerkadministratoren, die mit dem Aufbau und der Wartung eines Windows [1]-Netzwerks betraut sind, mĂŒssen sich ĂŒber kurz oder lang mit der Konfiguration eines DomĂ€nencontrollers auseinandersetzen. Der DomĂ€nencontroller, im Englischen als Domain Controller bezeichnet, ist ein spezieller Server, der fĂŒr die Authentifizierung von Benutzern in einem Computernetzwerk verantwortlich ist.
- Was ist ein DomÀnencontroller in Windows? [2]
- Hintergrund: Verzeichnisdienste und Microsoft Active Directory [3]
- Die Rollen des DomÀnencontrollers im Active Directory [4]
- Vor- und Nachteile von DomÀnencontrollern [5]
[6]Was ist ein DomÀnencontroller in Windows?
Ein DomĂ€nencontroller ist in einer Windows-NetzwerkdomĂ€ne ein essenzieller Bestandteil, da ohne ihn das Netzwerk nicht funktioniert. DomĂ€nen sind spezielle, eigenstĂ€ndige Sicherheitsbereiche innerhalb einer Netzwerkorganisation. So können beispielsweise unterschiedliche Standorte einer Firma jeweils eine eigene DomĂ€ne erhalten. Theoretisch lieĂen sich auch einzelne Abteilungen in mehrere DomĂ€nen einteilen. In der Praxis ist es aber bei Active Directory ĂŒblich, stattdessen Gruppen innerhalb einer DomĂ€ne einzurichten, um diese weiter zu unterteilen.
DomĂ€nencontroller haben vor allem in Firmenumgebungen Vorteile, da fĂŒr jeden Mitarbeiter exakt festgelegt werden kann, auf welche Ressourcen er im Netzwerk zugreifen kann. Auch die Sicherheitsrichtlinien werden auf Basis der DomĂ€nen festgelegt und können dank des DomĂ€nencontrollers einheitlich geregelt werden. Die Zuteilung der Mitarbeiter zu einer DomĂ€ne bestimmt letztlich, auf welche Daten und Funktionen diese im Unternehmen zugreifen dĂŒrfen. Bei der Anmeldung ĂŒber einen DomĂ€nencontroller spielt es zudem keine Rolle, an welchem Arbeitsplatz die Mitarbeiter sich befinden - sie können sich mit an jedem Rechner mit Zugriff auf die DomĂ€ne mit ihren Benutzerdaten anmelden. Die Administratoren ersparen sich durch die Zuteilung der Benutzer an die unterschiedlichen DomĂ€nen also die separate Einrichtung der Benutzerkonten auf allen ArbeitsplĂ€tzen der Firma. Gleichzeitig ermöglichen DomĂ€nencontroller eine einheitliche Anpassung aller Benutzerrechte und Sicherheitsrichtlinien innerhalb des Netzwerks.
[7]Hintergrund: Verzeichnisdienste und Microsoft Active Directory
Microsoft bietet seit der EinfĂŒhrung der Server-Edition von Windows 2000 in Form von Active Directory einen Verzeichnisdienst fĂŒr Rechnernetzwerke an. In Netzwerkbetriebssystemen ist ein Verzeichnisdienst eine enorm wichtige Komponente. Active Directory ist dabei eine modernisierte Version der mit Windows NT eingefĂŒhrten Netzwerkfunktionen von Windows.
Verzeichnisdienste wie Active Directory definieren einen Namensraum fĂŒr das Netzwerk. Der Namensraum wird verwendet, um jedem der Objekte einen Namen, also einen eindeutigen Bezeichner, zuzuordnen. Als Netzwerkobjekte dienen dabei nicht nur die einzelnen PCs, sondern auch Laufwerke, Ordner, Dateien, Drucker, Benutzer, Gruppen oder auch Telefonnummern.
Verzeichnisse verfĂŒgen normalerweise ĂŒber eine Reihe von Regeln, die festlegen, wie Netzwerkressourcen benannt und identifiziert werden, was in der Regel die Anforderung beinhaltet, dass die Identifikation eindeutig sein mĂŒssen. In der Praxis sind Verzeichnisdienste wie Microsoft Active Directory also mit einem Telefonbuch vergleichbar, das alle wichtigen Informationen zentral bereitstellt.
[8]Die Rollen des DomÀnencontrollers im Active Directory
In einem Windows-Netzwerk ĂŒbernimmt der DomĂ€nencontroller wie bereits erwĂ€hnt die Authentifizierung der Benutzer und die Zuweisung der Rollen. SĂ€mtliche Informationen des Active Directory werden ebenfalls auf dem DomĂ€nencontroller-Server gespeichert. Anders ausgedrĂŒckt: Ein DomĂ€nencontroller ist gewissermaĂen das HerzstĂŒck in einem Windows-Netzwerk.
Im Detail ĂŒbernimmt ein DomĂ€nencontroller darĂŒber hinaus noch fĂŒnf weitere Aufgaben innerhalb eines Active Directory, die sogenannten Masters Operations oder auch Flexible Single Master Operations (FSMO). Die beiden Rollen Schema-Master und Domain Naming Master sind dabei in einer Netzwerk-Gesamtstruktur mit mehreren DomĂ€nen nur einmal verfĂŒgbar. Der Infrastruktur-Master, RID-Master sowie der PDC-Emulator können hingegen einmal pro DomĂ€ne an einen Server vergeben werden.
StandardmĂ€Ăig werden alle Rollen dem ersten DomĂ€nencontroller in einem Windows-Netzwerk auf der Basis von Active Directory zugeteilt. Kommen mehrere Server zum Einsatz, können die Administratoren die Rollen auf die unterschiedlichen DomĂ€nencontroller ĂŒbertragen.
Eine Ăbersicht ĂŒber die Funktionen der einzelnen Rollen der DomĂ€nencontroller liefert Microsoft in seiner Online-Dokumentation [9].
[10]Vor- und Nachteile von DomÀnencontrollern
In Unternehmen, die Kunden- oder Mitarbeitern in Netzwerken abspeichern, sind DomĂ€nencontroller praktisch unverzichtbar. Neben der zentralen Benutzerverwaltung und der einfachen, gemeinsamen Nutzung von diversen Ressourcen bieten DomĂ€nencontroller noch weitere Vorteile, etwa die VerschlĂŒsselung der Benutzerdaten.
Durch seine prominente Funktion ist der DomĂ€nencontroller natĂŒrlich auch ein typisches Angriffsziel fĂŒr Hacker, die es auf die Netzwerkinfrastruktur abgesehen haben. Zudem ist es höchst empfehlenswert, mehr als einen DomĂ€nencontroller parallel zu betreiben. Windows Server bietet zu diesem Zweck die sogenannte Multimaster-Replikation. Die Funktion ermöglicht es, mehrere Server als DomĂ€nencontroller zu betreiben, auf denen sĂ€mtliche Informationen des Active Directory redundant gespeichert sind. So wird gewĂ€hrleistet, dass der Netzwerkbetrieb auch beim Ausfall eines Servers aufrechterhalten werden kann.
(mimi)
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