Leben im Gehäuse

Wohnen als Prozess der Zivilisation

eBook

  • Heise Medien
  • ISBN (epub) 978-3-95788-053-6
  • ca. 170 Seiten
  • 6,99

Wie wohnten unsere Vorfahren? Wie werden unsere Kinder wohnen? Dazwischen liegt die Gegenwart, der Bestand - so wie wir wohnen. Reicht uns das? Ohne die Frage, wie wir wohnen wollen, ist keine Veränderung möglich.

Im Schlaf- und Wohnzimmer sind wir beruhigt, wenn die Dinge auf dem gewohnten Platz liegen. Änderungen sind ungewollt, wenn etwa die Familie nicht mehr im geschlossenen Kreis sitzt oder halbrund vor dem Fernseher. Gewollte Änderungen gehen dagegen von der Küche aus, die sich einmal "mitten unter den Gästen befand", dann abgeschirmt, abgedrängt wurde, sich zum "Maschinenraum" zusammenzog, zuletzt aber wieder ins wärmende Zentrum des Hauses rückt. Noch turbulenter das Bad, das eng mit dem Prozess der Zivilisation, mit Intimität und Scham verknüpft ist.

Die einzelnen Kapitel nehmen den Leser auf einen Rundgang durch das Haus mit. Das ist kein geschlossener Kreislauf. Die Funktionsteilung im Haus ändert sich im Wechselspiel mit der Arbeitsteilung der Stadt. Wohnen, Arbeiten und Freizeit - wie sie zu entmischen oder wieder zu durchmischen sind, das ist die vom 20. Jahrhundert geerbte Frage.

"Smart City" schließt die Architektur der Stadt mit der Gliederung des Hauses zusammen. Rationalisierung heißt heute Digitalisierung heißt Virtualisierung der Stadt. Die Städter finden sich in einer "connected community" wieder, die ihnen neuen Schutz - durch Überwachung? - bieten soll.

Utopien künftigen Wohnens gehen dagegen von lernenden Städten aus, die den Bewohner in den Prozess ihrer nie vollendeten Vervollständigung einbeziehen. Beschrieben werden mobile oder modulare Wohnungen und pulsierende Städte auf Stelzen, in Wolken, auf dem Meer oder "woanders".

Inhalt

  1. Einleitung

  2. In Smart City treffen zwei Bewegungsräume aufeinander

    Das Auto, die Küche und die Intelligenz der Stadt

  3. Kleine Geschichte der Aborte, Toiletten und Bäder

    Gesellig ist, wer gerne etwas von sich gibt

  4. Vom Wandel des Wohnzimmers

    Die gehäutete Familie

  5. Vom Wandel des Schlafzimmers

    Das Gehäuse der Welt

  6. Baden zwischen Lust und Revolte

    Kleine Geschichte der Badezimmer, Badehäuser und Volksbäder

  7. Städtisches Wohnen im Spiegel seiner Utopien

    Die Realität zerplatzt an der Blase

  8. Im Dialog mit dem Anderen erneuert sich die Stadt

    Ein Gespräch über den Wandel von Stadtutopien

  9. Die Stadt: Erfindung oder Erfahrung?

    Smart City löst in Europa geteilte Reaktionen aus

  10. Die Garage rockt das Haus

    Nebenräume und Nebengebäude sind Ideengeber nicht nur in Palo Alto

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