Bildermaschine für den Krieg

Das Kino und die Militarisierung der Weltgesellschaft

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  • Heise Medien
  • ISBN 10 3-936931-45-3
  • Broschur
  • 224 Seiten
  • (D) 18,00

Leinwand und Bildschirm prägen unser Bild vom Krieg. Die Rolle der Informationsmedien im Kriegsfall ist schon lange Gegenstand der Kritik. Viel weniger bedacht wird der Beitrag der Unterhaltungsindustrie, für den sich in Fachkreisen der Begriff "Militainment" etabliert hat. Neben den Kriegsspielen am Computer trägt vor allem das fiktionale Kino zur Militarisierung unserer Kultur bei.

Wer diesem Phänomen auf die Spur kommen möchte, kann die herkömmliche Mediengewaltdebatte vernachlässigen. Viel wichtiger als die Fahndung nach besonders blutigen Szenen ist der Blick auf politische Drehbücher und ästhetische Strategien. Der massenkulturelle Militarismus erstreckt sich auf alle Filmgenres, gibt sich ganz harmlos und nutzt die Faszination, die von neuen Technologien ausgeht. Wegen seiner allgemeinen Verbreitung wird er gar nicht mehr als etwas Ungewöhnliches wahrgenommen.
Dieses Buch zeigt, wie aktuelle Filmtitel dem "Antiterror-Krieg" und westlichen Militärdoktrinen zuarbeiten. Auch in Europa findet die traditionsreiche Filmarbeit des Pentagon Nachahmung. Der Autor beleuchtet das kriegsfreundliche Kulturdiktat als Angriff auf die freie Gesellschaft. Die Darstellung macht auf einzelne kritische Filme aufmerksam und enthält Vorschläge für einen unverfänglichen Zweig der "Nine-Eleven-Forschung" im Bereich des Kinos.

Wir brauchen dringend Aufklärung, Verbraucherschutz und Räume für eine Gegenkultur.

Peter Bürger, Jahrgang 1961, ist Diplom-Theologe und lebt als freier Publizist in Düsseldorf. Nach dem Studium in Bonn, Paderborn und Tübingen folgten zunächst fünfzehn Berufsjahre im Sozial- und Gesundheitswesen mit dem besonderen Schwerpunkt "HIV und Aids". Der Autor ist Mitglied der Internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi, des Internationalen Versöhnungsbundes und der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner. Seit 2002 hat er – neben Untersuchungen zur südwestfälischen Regionalkultur – zahlreiche Beiträge über kriegsfreundliche Produkte der Unterhaltungsindustrie veröffentlicht. Für seine umfangreiche Studie "Kino der Angst - Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood" (2005) wurde er im Frühjahr 2006 mit dem Bertha-von-Suttner-Preis in der Kategorie "Film und Medien" ausgezeichnet.

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