Schöne neue Konsumkultur

Fußweg durch den Konsumdschungel

eBook

  • Heise Medien
  • ISBN (epub) 978-3-95788-082-6
  • ca. 130 Seiten
  • 4,99

Die Kultur unserer mitteleuropäischen Gesellschaften ändert sich. Man
muss aber gewissermaßen auf einen Berg steigen und nachdenklich
hinunterschauen, um diese Veränderungen zu bemerken – und die alte Zeit
(was immer sie auch war) kommt nie mehr zurück.

Das betrifft unser Konsumverhalten ebenso wie die Einkommens- und
Lebensverhältnisse. Die klassische Kleinfamilie wird durch
berufsbedingte Gegebenheiten: Vorgaben, Anforderungen und der
Convenience-Individualisierung, wohl weniger bedeutend, Konsum bleibt
dominant. Alternativen dazu, etwa moderater Konsum, Sharing, Verzicht,
werden sich noch lange nicht durchsetzen.

Vielleicht braucht es dafür noch ein paar global wirksame Katastrophen à
la Tschernobyl und Fukushima, lokale und regionale gab es ja bereits
genug. Die Konsumgesellschaft, die in Mitteleuropa nach den Zweiten
Weltkrieg entstanden ist, wie vorher schon in den USA, hat die Menschen
convenience-isiert statt sie zu konvivialisieren (Ivan Illich). Bequem
gemacht, zu simplen mechanischen Nachfragern in, statt mächtigen und
freien Gestaltern ihrer Lebenswelt. Ja, wir haben nur ein kurzes Leben
auf diesem Planeten.

Dazu hat auch das völlig aus dem Ruder gelaufene Projekt der
Europäischen Union beigetragen, die statt Aufklärung und Frieden unter
den Menschen, immer mehr auf Verbote, Gängelung und Überwachung der
eigenen Bürger setzt, und Bürger zu Konsumenten umetikettiert.

Es stimmt schon, ohne Erwerbsarbeit, mit der man sich das Geld für seine
Lebens-Mittel (Wohnung, Kleidung, Essen, usw.) verdient, kann man nicht
konsumieren und ohne Konsum nicht überleben. Einerseits also Zwang und
viele Fallen, andererseits verschafft Konsum natürlich Annehmlichkeiten.
In diesem gigantischen und tragischen Kabarett nicht zu sehr die
Übersicht und ebenso die Selbstständigkeit zu verlieren, das wäre ein
Überlebensgebot.

Inhalt

  1. Schöne, neue Konsumkultur

    Zur Psychopathologie eines modernen Konsumententyps

  2. Das Recht auf Konsum

    Die alte Konsumkritik vergisst, dass Konsum und Technik oft auch Lebensqualität bedeuten

  3. Sinn und Unsinn von Verbrauchertypologien?

    Verbraucher sind keine einheitliche Gruppe - ein charakteristisches Unterscheiden ist jedoch nicht so einfach

  4. Veränderungen bei Menschen durch Technik

    Das geht schnell - und auch der Transhumanismus ist längst schon unter uns

  5. Geplanter Verschleiß: Anmerkung zu einem zähen Diskurs

    Wir brauchen Lebensdauer-Informationen

  6. Umweltschäden durch Umweltschutz

    Eine etwas andere Zwischenbilanz

  7. Sharing Economy - Werden Konsumenten zu Unternehmern?

    Zum Schwindel beim kommerziell inspirierten "Tauschen"

  8. Konsumarbeiter werden "Prosumer"

    Wie man den immer mehr werdenden Selbstbedienungszwang zu einer geglückten Entwicklung des Kapitalismus stilisieren kann

  9. Ein Viertel geschenkt

    Vom Nutzen und Zusatznutzen sowie den Tricks der Indizes amtlicher Statistik

  10. Wenig Chancen für künftiges Familienleben

    Das alte Familienmodell wird durch die neuen Verhältnisse in der Lebenswelt langsam zerrieben

  11. Stillstand auch in der Verbraucherpolitik

    Der Verbraucherpolitik fehlt die Theorie, sie ist in der Gegenwart verklebt

  12. Verführen als neues Verbraucherschutz-Modell?

    "Anschubs"-Tricks werden zum fragwürdigen Politikinstrument

  13. Ein etwas anderer Leitfaden durch die Konsumgüterwelt

    Einige kleine pragmatische Hinweise, um in den Labyrinthen des Konsumalltags ein bisschen besser zurecht zu kommen

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