Zeitalter des Zerfalls

Gespräche zu Entwicklungen unserer Epoche

eBook

  • Heise Medien
  • ISBN (epub) 978-3-95788-086-4
  • ca. 100 Seiten
  • 5,99

Brexit und Trump, Rechtspopulismus und Terror, die beschleunigten historischen Entwicklungen unserer Tage geben uns keine Atempause, sondern konfrontieren uns unentwegt mit neuen beunruhigenden Nachrichten.

Schon in der Antike wurden politische Herrschaftsformen als unablässiger, nahezu gesetzmäßiger Kreislauf beschrieben, der niemals ruht: Er führt von der Demokratie zur Oligarchie und von dort hin zur Tyrannis, bis mit dem Sturz des Alleinherrschers die Bewegung wieder von vorne beginnt.

Auch in unserem multimedialen Internetzeitalter kann der Zeitpunkt kommen, wo die Bewohner liberaler Gemeinwesen die Vorzüge dieses Systems geringer schätzen als vorangegangene Generationen - und wo das Verlangen nach dem Absoluten, nach Spiritualität, nach Risiken und Gefahren, nach charismatischen Führern wieder überhand nimmt, wie schon oft in der Geschichte der Menschheit.

Vielleicht ist er sogar schon eingetreten. Die abnehmende Begeisterung für die Institutionen der EU in ihrer aktuellen Verfasstheit, die daraus resultierenden Wahlergebnisse und der Aufstieg von Parteien und Ideen, die man in Europa schon als überwunden geglaubt hat, deuten in diese Richtung.

In was für einem Zeitalter leben wir also? Worauf müssen wir uns einstellen, was haben wir zu erwarten? Ramon Schack geht diesen Fragen nach - in Gesprächen mit Experten und Chronisten unserer Epoche. Es handelt sich um Gespräche zu der Entwicklung unserer Zeit, über die dramatischen Verschiebungen des globalen Machtgefüges, deren Zeugen wir sind, deren Folgen und Auswirkungen aber nur die wenigsten noch erfassen können.

Ramon Schack schreibt für die Neue Zürcher Zeitung, Zeit Online, Deutschlandradio Kultur, Telepolis, Die Welt und viele andere namhafte Publikationen. Der Nahe Osten, Osteuropa, der Islam, politischer Extremismus sind Schwerpunkte seiner journalistischen Arbeit. 2013 erschien sein Buch "Neukölln ist Nirgendwo", 2015 sein Portrait "Begegnungen mit Peter Scholl-Latour".

Inhalt

  1. "Es ging und geht um geostrategische Interessen"

    Karin Leukefeld über die Geschichte Syriens und die beiden Assads

  2. Vom Partner zum Problem

    Sebastian Sons, der Saudi-Arabien-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Poltik, meint, das das Land den Nahen Osten nicht mehr stabilisiert

  3. "Ich halte Saudi-Arabien langfristig für noch gefährlicher als den Iran"

    Der deutsch-ägyptische Autor und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad musste wegen Morddrohungen untertauchen. Ein Gespräch mit ihm über die Gefahr, die von Islamisten ausgeht und wie Deutschland gegenüber Ägypten reagieren sollte

  4. "Im Westen hat man noch immer nichts aus dem 'Arabischen Frühling' gelernt"

    Peter Scholl-Latour über den Syrien-Konflikt, die Rolle der Türkei und die Rebellen

  5. "Pakistan und Afghanistan sind schicksalhaft miteinander verbunden"

    Ahmed Rashid glaubt, dass die Region eine Chance auf Stabilität hätte, wenn Peking, Teheran, und Washington zusammenarbeiten würden

  6. "Wir sollten von einem asymmetrischen dreißigjährigen Krieg ausgehen!"

    Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer über den gescheiterten Kampf gegen den Terror und warum Europa eine leichte Beute für den Terrorismus sein könnte

  7. Gegenüber Russland wähnt sich der Westen noch immer im Kalten Krieg

    Peter Scholl-Latour über das Verhältnis Russland-USA nach dem Asyl für Snowden, die Fehler, die gegenüber Russland begangen wurden, und die Entwicklungen in Ägypten und Syrien

  8. "Europa befindet sich seit mehreren Jahrzehnten in einem unaufhaltsamen Niedergang"

    Der belgische Historiker David Engels vergleicht den aktuellen Zustand der EU mitsamt der terroristischen Bedrohung mit dem Untergang der Römischen Republik

  9. "Es geht nur um Männer in dieser Welt …"

    Ein Interview mit Akif Pirinçci, der seinen Auftritt bei Pegida bedauert und vor einem Sex-Krieg warnt

  10. "Pussycats"

    Martin van Creveld glaubt, dass der Westen zu verweichlicht ist, um in Zukunft noch Kriege zu gewinnen

  11. Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung"

    Zu seinem 90. Geburtstag wirft der Journalist und Islamexperte, der Gott und die Welt kennt, einen Blick auf sein Leben und auch auf die Krise in der Ukraine

  12. Pilgerfahrt durch die Welt des islamischen Mittelalters

    Erich Follath über Ibn Battuta, den "König aller Reisenden"

Anzeige