Agrarwende jetzt!

Aufbruch in eine neue Landwirtschaft

eBook

  • Heise Medien
  • ISBN (epub) 978-3-95788-231-8
  • ca. 180 Seiten
  • 5,99

Wir brauchen eine Agrarwende und zwar schnell, lautet die Forderung von Susanne Aigner.

Die Landwirtschaft steht vor vielen Herausforderungen. Eine grundlegende Veränderung ist nötig. Was Europa braucht, ist eine nachhaltige Ernährungs- und Landnutzungspolitik. Und das ist zu schaffen, so die ermutigende Nachricht der Diplom-Agraringenieurin.

Das Telepolis eBook "Agrarwende jetzt!" ist eine Diagnose des Systems der jetzigen Bewirtschaftung unserer Böden und der Nutztierhaltung. Zugleich zeigt es an vielen Beispielen Möglichkeiten auf, wie die Landwirtschaft besser mit den Grundlagen unserer Ernährung umgehen kann.

Die Lagebeschreibung ist genau und schonungslos, auf der Höhe der Zeit. Es gibt nichts zu beschönigen. Die Ackerböden sind am Limit. Die Bodenfruchtbarkeit nimmt flächendeckend ab. Chemiecocktails, die zum Artensterben beitragen, Dürreperioden, Bodenerosion, Vergiftung des Grundwassers, durchgetaktete industrielle Sauenzucht und Schweinemast, eine gnadenlose Milchwirtschaft und die harten Arbeitsbedingungen osteuropäischer Werksarbeiter in Schlachtbetrieben, sind Nachrichten, die wir gut kennen.

Die vorliegenden Texte diskutieren die Widersprüche, Konflikte und Schwachstellen - angefangen bei den Interessen der Gentechnik-Industrie über EU-Fördermaßnahmen bis hin zu Verflechtungen von Aufsichtsräten und Verbänden. Es wird schnell klar, wie eng Landwirtschaft auch mit Umwelt, Wirtschaft, Politik und Sozialem verbunden ist.

Die Agrarindustrie ist nicht nur Mitverursacher des Klimawandels, sondern auch dessen Opfer, wie an den wochenlangen Dürreperioden mit zunehmenden Ernteeinbußen zu erkennen ist.

Die meisten Probleme sind hausgemacht, so Susanne Aigner. Eine Agrarwende hin zu einer artgerechten Tierhaltung und zu umwelt- und sozial verträglichen Anbaumethoden sei mehr als überfällig.

Ein Paradigmenwechsel ist nötig - Konsumenten, Landwirte und Politiker spüren das längst. Die Sicherheiten, die das alte System zu bieten hatte - klare Feindbilder, sich abgrenzende Parteiprogramme - drohen immer mehr zu verwischen oder sich aufzulösen. Selbst gefüllte Bankkonten sind keine Garantie mehr für langfristigen Wohlstand. Das Einzige, worauf wir uns verlassen können, ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht.

Aber, so ihr Ausblick: In der Krise bietet sich die Chance, die landwirtschaftliche Vielfalt und Bodenfruchtbarkeit aufzubauen, die Menschen noch in hundert Jahren ernähren kann. Und wenn die Reformen schrittweise kontinuierlich vorangetrieben werden, geht das auch sozial- und umweltverträglich.

Inhalt

  1. Ackergifte und Gentechnik

    • Einträgliches Gift
    • Blühpflanzen statt Ackergifte!
    • Klimawandel und Schädlinge: Gentechnik als Lösung?
    • Reisebeschränkungen für Bienen
    • Gen-Mikroben gegen das Bienensterben
    • Pestizide - vom Winde verweht

  2. Industrielle Tierzucht und Schlachtung

    • "Unsere Überschüsse machen uns kaputt"
    • Ausgebeutet und überzüchtet: Wie viel ist uns ein Schweineleben wert?
    • Rückstau in der Schweinezucht

  3. Agrarpolitik in der Sackgasse

    • Agrarlobbyismus im Hinterzimmer
    • Ackerland im Ausverkauf
    • Für ein Ende der Monokulturen - Agrarreform jetzt!
    • Grüne Kreuze gegen das Bauernsterben
    • Kommt bald die Wende in der Agrarpolitik?

  4. Ackerbau und Tierzucht in Zeiten des Klimawandels

    • Wasserkrise in Chile
    • Dürre-Sommer mit Ernteeinbußen
    • Ackerböden am Limit
    • Weidetiere helfen, das Klima zu schützen
    • Roboter auf dem Feld und im Stall
    • Sonnenernte auf dem Acker
    • Anders ackern

  5. Wird Ökolandbau die Welt ernähren?

    • Frankreich: Kippmoment für Ökolandwirtschaft
    • Öko oder konventionell: Wie werden wir uns ernähren?
    • Kann der Öko-Landbau Europa ernähren?
    • Afrika: Wege aus der Hungersnot
    • Aufgehende Saat: Ökolandwirtschaft in Asien

  6. Ausblick