ARD-DeutschlandTrend: SPD bei 18 Prozent

Die Augen bleiben auf den Niedergang der SPD gerichtet

Die Große Koalition kommt im gegenwärtigen ARD-DeutschlandTrend gerade mal auf 51 Prozent, die knappste Mehrheit. Der Schwund von "groß und übermächtig" zu "klein und gerade so" liegt an der SPD.

Das suggerieren die Umfragen und auch der Tenor der Berichterstattung, die sich momentan mit dem Niedergang der SPD in der Publikumsgunst befasst, so wie sie vor einem Jahr den Schulz-Hype der SPD zu ihrem Thema gemacht hatte. 46 Prozent würden Schulz wählen und nur 40 Prozent Merkel, berichtete der Focus am 12. Februar 2017. Damals lag die Union beim Sonntagstrend der BamS bei 33 Prozent und die SPD bei 32%.

Jetzt liegt die SPD im DeutschlandTrend bei 18 Prozent und die Union bei 33 Prozent unverändert zur Vorwoche und, wie man hinzufügen kann, auch zum BamS-Sonntagstrend vor einem Jahr. Da die Werte der Union dauernd gleich bleiben - auch bei der Bundestagswahl 2017 erhielten CDU und CSU 33 Prozent - ist das kein Krisen-Thema.

Die Stagnation bei der CDU/CSU, die ja nicht wirklich einfallsreicher oder engagierter als die SPD ist, wo sich das Prinzip "einfach weiter so" bei den Meinungsforschungsumfragen und beim Wahlergebnis in der 33-Prozent-Chiffre zeigt, ist offensichtlich kein wirklich ergiebiges Thema für die Medien, die Stress brauchen, damit der Puls gespürt wird.

So bleiben die Augen auf den Niedergang der SPD gerichtet. "Rekordtief", meldet die Tagesschau - und dass Schulz so schlecht bewertet wird wie noch nie: "25 Prozent der Bürger sind mit seiner Arbeit zufrieden, fünf Punkte weniger als im Vormonat."

Merkel kommt besser an: Bei der "Politikerzufriedenheit" landet sie mit 53 Prozent auf Platz 2. Den Spitzenplatz hat - und das zeigt dann auch den Charakter von Umfragen an, die eigentlich dem Genre "Diverses" zugehören und damit dem Launigen - ein SPD-Politiker, Sigmar Gabriel (mit 57 Prozent).

Gabriel war die letzten Wochen und Monate nicht dem Druck ausgesetzt wie Schulz. So konnte er in den Medien eine bessere Figur machen, selbst wenn seine politischen Aktionen wie etwa das Treffen in Gabriels Wintergarten mit dem türkischen Außenminister, dem er anscheinend besseres Kriegsgerät versprach, fragwürdig waren.

Die AfD ist im ARD-DeutschlandTrend mit 14 Punkten bei der Sonntagsfrage nur mehr 4 Prozentpunkte von der SPD entfernt. (Thomas Pany)