Afrin: Syrische Regierungsmilizen unterstützen nun doch YPG gegen Türkei?

Waffenstillstand in Afrin?

Das wäre ein ziemlich schwerer Brocken für die Kurden. Leicht nachzuvollziehen, dass über diesen Punkt noch verhandelt wurde, wie Magnier bereits am vergangenen Samstag berichtet hatte. Welche Vereinbarung dann konkret darüber erzielt wurde, dazu stehen Informationen noch aus.

Aktueller Stand der Dinge laut des belgischen Journalisten ist, dass Russland und die Türkei angeblich über einen Waffenstillstand in Afrin verhandeln. Demzufolge sollen 4.000 syrische Soldaten bzw. Verbündete die Stadt Afrin und Umgebung sowie die 52 Militärbasen kontrollieren.

Wie gut die Informationen Magniers sind, wird sich die nächsten Tage erweisen.

Laut AFN haben türkische Flugzeuge noch am Montagmorgen Ziele in Afrin angegriffen (was sich lange fortsetzte). Und am Samstag wurde von langfristigen Plänen der türkischen Regierung berichtet,"500.000 Menschen zurück nach Afrin zu bringen".

Der Spiegel notierte am Montag zu einer sich möglicherweise anbahnenden Stationierung syrischer Soldaten in Afrin, dass Außenminister Cavusoglu ausweichend auf die Frage geantwortet habe, ob sich dadurch etwas ändern würde.

Die YPG sei auch für das syrische Regime ein Problem, weil sie das Land spalten wolle, aber manchmal würden auch verfeindete Gruppen vorübergehende Bündnisse schließen. "Deshalb können wir nicht sicher sein, dass die Bedrohung auch wirklich besiegt ist, wenn das Regime in Afrin präsent ist." Spiegel online

Auf der Seite der russischen Nachrichtenagentur Tass gab es am Montagvormittag keine Bestätigung darüber, dass Russland mit der Türkei zu Afrin in Verhandlungen stehen würde.

Brusk Hasake, der als YPG-Sprecher in Afrin bezeichnet wird, dementiert laut des russischen Newsmediums Sputnik, dass syrische Armeeeinheiten nach Afrin kommen würden; es gebe auch keine entsprechende Vereinbarung:

"Die Information ist nicht wahr. Wir haben wiederholt festgestellt, dass die Armee der syrischen Regierung Afrin nicht betreten hat und es auch nicht tut wird. Wir werden eine offizielle Ankündigung machen, wenn eine Vereinbarung getroffen worden ist oder sich die Lage ändert. Wir haben genug von den dauernden Fake News. Wenn die syrische Armee Afrin betritt, dann werden wir diese Information nicht von der Öffentlichkeit verstecken.

Wir werden bekannt geben, dass Kräfte nach Afrin gekommen sind, die der dortigen Bevölkerung helfen. Die Zivilbevölkerung in Afrin und Aleppo glaubt irrtümlich, dass die syrische Armee gekommen ist, während es aber vor allem zivile Busse sind, die in der Stadt ankommen."

Nachtrag: Wen die syrische Regierung nun tatsächlich zur Hilfe nach Afrin geschickt hat, wird sich erst klären. Wie es nach den eben genannten Informationen und dem zitierten Sana-Bericht aussieht, sind die "lokalen Helfer" bzw. die "Volksverteidigungsmilizen" von den National Defence Forces keine Truppen, welchen sich die YPG unterstellen müssten, wie dies der Fall wäre, wenn die syrisch-arabische Armee (SAA) in Afrin eingreifen würde. Die Verhandlungen sind allem Anschein nach nicht bei diesem Punkt übereingekommen. (Thomas Pany)

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