Aleppo: Die letzten Gefechte der Milizen

Harakat Nour al-Din al-Zenkis "Höllenkanone". Propangandabild, Screenshot

Einseitige Berichte aus der Bevölkerung und Lawrows Vorschlag zu einem Treffen zwischen amerikanischen und russischen Vertretern in Genf

Aus dem Viertel Bustan al-Qasr, in der Innenstadt Aleppos, unweit der Zitadelle, wurden am Freitagmorgen Kämpfe gemeldet. Dort haben die dschihadistisch-salafistisch-islamistischen Milizen noch die Kontrolle.

Die Milizen sorgten im Juli 2013 für Empörung, weil sie die Versorgung kontrollierten, Einwohner demütigten und sich bereicherten. Sie betrieben eine "Politik des Aushungerns" gegenüber den Bewohnern des Westteils der Stadt. In Bustan al-Qasr verläuft eine damals eminent wichtige Versorgungsstraße.

Hungerpolitik der Besatzungsmacht

Nur unter Lebensgefahr und üblen Beschimpfungen ("shabiha") gelang es den Bewohnern aus den westlichen Stadteilen, sich an der "tödlichen Kreuzung" mit Nahrung, Treibstoff und Medizin zu versorgen. Der Bericht stammt von al-Monitor, sein Autor ist Edward Dark, ein Pseudonym, informiert al-Monitor, für einen Syrer aus Aleppo.

Wer sich Edward Darks Twitter-Account ansieht, wird schnell merken, dass Dark einen sehr einseitigen Blick auf die Geschehnisse in Aleppo hat. Man könnte sagen, er hasst die "Rebellen" - und er hasst die Lügen über sie.

Im März 2014 hatten sich die Verhältnisse in Bustan al-Qasr für die Bewohner nicht wesentlich verbessert, für die bewaffneten Milizen schon, sie hatten sich festgesetzt und die Versorgung voll in der Hand. "Die Revolution ist bizarr" und geht einher mit der Unterwerfung und Demütigungen der normalen Bevölkerung durch Milizen und den Sharia-Rat, berichtete damals die libanesische Publikation al-Akhbar.

Gestern berichtete France Info über wütende und "einseitige" Zivilisten, die aus dem Osten Aleppos in Jibrin (oder Jibreen) im Norden der Stadt Zuflucht gefunden haben. In dem Aufnahmelager sind laut OCHA etwa 8.000 Geflüchtete untergebracht. Unter den Aussagen, die France Info aus ihren Reihen zitiert, finden sich keine, die den "Rebellen" ein gutes Zeugnis ausstellen.

"Sie halfen nur denen, die zu ihnen standen, die mit ihnen kämpften", heißt es. Oder: "Ja, es gab eine Belagerung durch die syrische Armee, aber es gab auch Lebensmittel, die Rebellen hatten sie und gaben sie nur denen, die mit ihnen kämpften." Oder: "Die Rebellen haben sich unter die Zivilisten gemischt." "Sie waren hundert Meter von uns entfernt." "Es war klar, dass wir irgendwann getroffen werden."

Im August 2012, als noch FSA-Milizen Viertel im Osten Aleppos kontrollieren und die Dschihadisten die Übernahme begannen, informierte einer der FSA-Kommandeure den Guardian-Journalisten Chulov darüber, dass 70 Prozent der Bewohner Aleppos ziemlich "einseitig" sind, nämlich "aufseiten der Regierung": "Es war schon immer so."

Umerziehungsprogramm für die Einwohner und die Hilfe der Medien

Die Islamisten, Salafisten, Dschihadisten, die dann in die Stadt mit vielen ortsfremden und ausländischen Kämpfern einsickerten, hatten also ein größeres Umerziehungsprogramm vor sich.

Unterstützt werden sie bis heute von Journalisten, die sehr viel Geld zum Beispiel von der britischen Regierung dafür bekommen, wenn sie auch die größere Öffentlichkeit im Westen davon überzeugen, dass es sich um "gute Rebellen" handelt, die aufseiten der Bevölkerung kämpfen.

Journalisten, von denen die Besatzer glaubten, dass sie nicht in ihrem Sinne berichten, wurden mit dem Tod bedroht.

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