Alle Jahre wieder …

Die Perfektion der Kontrolle: Künstliche Intelligenz und Quantencomputer

Um die Funktionsweise von Quantencomputern wirklich verstehen zu können, muss man wohl fortgeschrittene Kenntnisse der theoretischen Physik und Mathematik erworben haben.

Quantencomputer, wenn sie denn einmal funktionstüchtig sind, arbeiten nicht mehr auf der binären Logik von 1 und 0, von "An" und "Aus". Sondern irgendwo dazwischen oder auch beides gleichzeitig. Wie das geht, erklärt der in Kalifornien lebende deutsche Chefentwickler von Google, Hartmut Neven1, seinem Publikum bei der Bilderberg-Konferenz.

Denn während Neven uns einfachen Leuten vor allen Dingen die Vorzüge in der Entwicklung von Batterien schmackhaft macht, ist längst klar, dass sich für machtbewusste Strategen die Büchse der Pandora auftut. Der Abstand zwischen Regierenden und Regierten, der jetzt bereits erschreckende Ausmaße angenommen hat, könnte sich noch einmal epochal vergrößern.

Zu den Verschlimmbesserungen gehören "Quantensprünge" in der Gesichtserkennung, Spracherkennung, Lösung komplexer Probleme, automatisierte Lenkungssysteme in Verkehr, Allokation, um nur einige Aspekte zu nennen. Und welche Macht zuerst Quantencomputer in ihre Rüstungssysteme einbindet, könnte vielleicht sogar andere Mächte damit in die Knie zwingen. Aus diesen Gründen hat ein hektischer Wettlauf eingesetzt, an dem sich Google, die NSA, das Pentagon, Russland und last but not least China beteiligen.

Dazu passt noch Klaus Kleinfeld, früher Top-Manager bei Siemens, dann beim US-Aluminiumriesen Alcoa, zuletzt beim US-Konzern Arconic. Im Herbst 2017 sah man ihn plötzlich in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman auftreten. Es geht um ein futuristisches Megaprojekt: eine ultramoderne Großstadt namens Neom soll aus dem Wüstensand an der Küste des Roten Meeres, gegenüber der ägyptischen Ferienressorts Sharm-El-Sheik und Dahab entstehen.

So groß wie Mecklenburg-Vorpommern und mit einem Etat von 500 Milliarden Dollar. Und Neu-Bilderberger Klaus Kleinfeld soll das Projekt als Geschäftsführer umsetzen. Die Mega-City Neom soll quasi mit einem Handstreich alle Probleme der Menschheit lösen. Hundert Prozent nachhaltige Energie aus Solar und Wind.

Alle stumpfsinnigen Arbeiten werden von Computern und Robotern ausgeführt. Kaufmärkte wird es nicht mehr geben, denn Roboter liefern alles Gewünschte frei Haus. Nur gesunde und schöne Menschen leben hier, mit dem nötigen Geldbeutel. Rechtlich entsteht eine Sonderzone, so dass Frauen hier mehr als nur Auto fahren dürfen und keine Köpfe oder Hände mehr auf dem Marktplatz nach schöner alter salafistischer Sitte abgehackt werden.

Es soll Religionsfreiheit herrschen. Und so will der junge Prinz aus feudaler Selbstherrlichkeit heraus Saudi-Arabien aus dem Mittelalter direkt in den real existierenden Futurismus führen. Nebenan in Ägypten wird ebenfalls eine neue Hauptstadt gebaut. Hier soll allerdings das Volk hungern, um die neue gated community zu ermöglichen.

Aber zunächst einmal muss der Iran, unter anderem über den Völkermord im Jemen, gebührend in seine Schranken gewiesen werden, um Luft zu schaffen für die ehrgeizigen Pläne des saudischen Kronprinzen. Die Option, 500 Milliarden Dollar in die Hand zu nehmen, um zuerst die ramponierte Umwelt und die vernachlässigten Städte wieder zu reparieren und eine angemessene soziale und kulturelle Infrastruktur aufzubauen, erscheint in diesen Kreisen offenbar als viel zu langweilig und spießig.

Es wird nichts beschlossen in Turin bei der dritten Liga der Weltmächtigen. Es wird uns gewiss kein Paradigmenwechsel entgangen sein. Aber man kann aus den uns zugeworfenen Informations-Knochen doch erkennen, wie diese Szene der selbsterklärten Elitemenschen tickt. (Hermann Ploppa)

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