Atomarer Schlagabtausch: Folgen einer 800-Kilotonnen-Explosion in Deutschland

Übersicht über die möglichen Folgen von Einschlägen einer russischen SS-25 Sickle in deutschen Landeshauptstädten

In kaum einem Politikbereich haben deutsche Bundesregierungen in den vergangenen Jahren widersprüchlich gehandelt wie bei ihrer Haltung zur Verbreitung atomarer Waffen.

Während sich das Auswärtige Amt einerseits für die nukleare Abrüstung einsetzt, wird die Stationierung US-amerikanischer Atombomben in Deutschland verteidigt. Sie sollen im Zuge der nuklearen Teilhabe der Nato im Konfliktfall von deutschen Tornados ins Ziel gebracht werden.

Ein solcher Einsatz aber wäre nicht nur völkerrechtlich fragwürdig, sondern stünde auch im Widerspruch zu internen Regelungen der Bundeswehr.

Telepolis zeigt die Auswirkungen des Einsatzes einer russischen RS-12M Topol. Die entweder silogestützte oder mobile ballistische Interkontinentalrakete aus sowjetischer Produktion wird von der Nato als SS-25 Sickle bezeichnet. Den hier gezeigten Radien liegt ein angenommener Gefechtskopf mit 800 Kilotonnen zugrunde. Berechnungen und Grafiken wurden mit Nukemap von Alex Wellerstein erstellt.

Feuerball-Radius: 0,88 km (2,45 km2)

Maximale Größe des nuklearen Feuerballs; die Schadensrelevanz am Boden hängt von der Höhe der Detonation ab. Wenn er den Boden berührt, wird die Menge an radioaktivem Fallout deutlich erhöht. Alles, was sich innerhalb des Feuerballs befindet, wird effektiv verdampft. Minimale Detonationshöhe für vernachlässigbaren Fallout: 0,8 km. (In der Bildstrecke der innere gelb-umrandete Kreis)

Mäßiger Explosionsschadensradius: 6,53 km (134 km2)

Bei einem Überdruck von knapp 345 Hektopascal stürzen die meisten Wohngebäude ein, es gibt viele Todesopfer und Verletzte. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei Schäden an Geschäfts- und Wohngebäuden ein Feuer ausbricht, ist hoch, und bei derart beschädigten Gebäuden besteht ein hohes Risiko der Brandausbreitung. Wird oft als Richtwert für moderate Schäden in Städten verwendet. Die optimale Ausbruchshöhe, um diesen Effekt zu maximieren, beträgt 2,9 km. (Der grau-umrandete Kreis)

Wärmestrahlungsradius: 11,1 km (384 km2)

Verbrennungen dritten Grades erstrecken sich über die gesamten Hautschichten und sind oft schmerzlos, da sie die Schmerznerven zerstören. Sie können schwere Narbenbildung oder Invalidität verursachen und eine Amputation erfordern. Die 100-prozentige Wahrscheinlichkeit für Verbrennungen dritten Grades liegt bei dieser Leistung bei 11,2 cal/cm2. (Der orange Kreis)

Schadensradius bei leichter Explosion: 18,4 km (1.060 km2)

Bei einem Überdruck von etwa 68 Hektopascal ist zu erwarten, dass Glasfenster zerbrechen. Dies kann viele Verletzungen in der umliegenden Bevölkerung verursachen, die zu einem Fenster kommt, nachdem sie den Blitz einer Kernexplosion gesehen hat (der sich schneller ausbreitet als die Druckwelle). Wird oft als Richtwert für leichte Schäden in Städten verwendet. Die optimale Höhe der Explosion, um diesen Effekt zu maximieren, ist 4,34 km. (Der graue Kreis)

Zerstörungsradien bei der Explosion einer SS-25 in deutschen Hauptstädten (16 Bilder)

Voraussichtliche Zerstörung beim Einschlag einer russischen SS-25 mit 800 Kilotonnen in Kiel. Bild: Screenshot Nukemap

(Redaktion Telepolis)