BRD 2025: Illegale Fußballgespräche

Bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist am 1. Dezember die Angebotsfrist für die Übertragungsrechte der Bundesliga abgelaufen. Es könnte der Beginn einer rosigen Zukunft für Spieler, Vereine, Verbände und Funktionäre sein - zumindest finanziell. Ein sportlicher Blick ins Jahr 2025

1. Dezember 2025. Es bleibt dabei - Fußballfans dürfen sich nur noch über ihren Lieblingssport unterhalten, wenn sie dafür eine Lizenz der European Premiere League (EPL) besitzen. Der Bundesgerichtshof bestätigte heute ein Urteil des Landgerichts München II, das im Sommer 2024 in einem Eilverfahren zwei Anhänger des FC Bayern zur Zahlung einer Konventionalstrafe von jeweils 5.500 Euro verurteilt hatte. Die beiden Oberbayern waren während eines Badeausflugs am Chiemsee per Voice-Recording-Überwachung dabei erwischt worden, als sie sich heimlich über das EPL-Spitzenspiel Bayern München gegen Real Madrid unterhalten hatten.

In dem BGH-Urteil wurde darauf hingewiesen, dass durch die gesprächsweise Weitergabe von Informationen über ein Fußballspiel die Rechte der Vereine und der Lizenzinhaber für Fernsehen, Radio, Print- und Onlinemedien grob verletzt würden. Es sei jedem sportinteressierten Bundesbürger zuzumuten, die Fußball-Gesprächs-Lizenz (FGL) zum Jahrespreis von 225 Euro zu erwerben. Das hohe Strafmaß in dem vorliegenden Fall rechtfertigten die Richter mit der besonderen Schwere der Tat. Die beiden Angeklagten hatten sich nicht nur allgemein über das Spiel ausgetauscht, sondern detailliert einzelne Szenen geschildert, die sogar zu Toren führten. Lizenzfrei zulässig ist jedoch seit dem Jahr 2018 lediglich die reine Mitteilung von Fußballergebnissen in privaten Gesprächen.

Experten werten das BGH-Urteil als konsequente weitere Entscheidung zur Aufrechterhaltung des Fußballspielbetriebs in Europa. Schon zuvor hatten deutsche Gerichte wiederholt Maßnahmen der Fußballorganisationen durch eindeutige Urteile bestätigt: 2014 wurden von der seinerzeit noch zuständigen „Deutschen Fußball-Liga“ (DFL) Lizenzgebühren für die Verbreitung von Spielergebnissen in den Medien eingeführt. Seit 2009 durften Zeitungen Berichte und Bilder von Spielen der damaligen Bundesliga nur noch gegen vorherige Lizenzzahlungen veröffentlichen. Zeitgleich wurde europaweit die Zensur für Fußballberichte eingeführt. Schon im November 2005 verurteilte der Bundesgerichtshof Hörfunksender zur Zahlung von Übertragungslizenzen. Das private Radio Hamburg hatte in dem damaligen Musterprozess fälschlicherweise damit argumentiert, dass die Leistungen im Radio von den Reportern und nicht von den Spielern auf dem Platz erbracht würden.

Vor genau 20 Jahren hätten deutsche Fernsehanstalten und Medienunternehmen mit großzügigen finanziellen Angeboten eine gute Grundlage für die insgesamt positive Entwicklung des Fußballs geschaffen, sagte jetzt der frühere Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, in einem Interview. Der 70jährige zeigte auch Verständnis für das Ausscheiden der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Qualifikation für die WM 2026. Gegen San Marino und Vatikanstadt habe das spielerische Potential diesmal einfach noch nicht gereicht...

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