Besser als die Polizei erlaubt

Beim Alternativen Medienpreis steht soziales Engagement und nicht die Quote im Vordergrund

Seit 2000 wird der Alternative Medienpreis gemeinsam von Radio Z und der Nürnberger Medienakademie verliehen. "Radio Z" ist ein kleiner nicht-kommerzieller Radiosender, das einzige freie Radio in Bayern, der über Themen berichtet, die vom Mainstream-Radio ausgespart werden. Die Medienakademie hat sich die Vermittlung von Medienkompetenz an Jugendliche und Erwachsene zum Ziel gesetzt, damit sich diese "kompetent und sachkundig in Beruf und Gesellschaft engagieren können".

Zunächst wurde der Preis nur in der Sparte Hörfunk vergeben, dann kam Internet hinzu und seit diesem Jahr die Kategorie Presse. Teilnehmen können alle, die journalistisch tätig sind in nicht-kommerziellen Medien oder in solchen, die sich aus sozialen Bewegungen entwickelt haben. Ihre meistens nicht bezahlte, aber unverzichtbare Arbeit soll auf diesem Wege honoriert werden. Das Kriterium für die Auswahl ist Klasse statt Masse, entscheidend ist nicht die Quote, sondern der Inhalt der eingereichten Beiträge.

Ausgezeichnet wurden in der Sparte Internet tunespoon.tv, frida-magazin.de und oekonews.at. In der Kategorie Presse ging der Preis an Ramesh Jaura vom Inter-Press-Service (IPS), Johannes Touché von der Berliner Monatszeitschrift Scheinschlag und Harald Raabe von der Fachzeitschrift des Kuratoriums Deutsche Altershilfe. Außerdem wurde der Preis verliehen an die Redaktion Restrisiko im bermuda.funk des Freien Radios Rhein Neckar, an Karsten Bluhm von der Ems-Vechte-Welle und den Salon Rouge im Freien Sender Kombinat (FSK) Hamburg.

Der Salon Rouge erhielt die Auszeichnung für den Beitrag "Polizeigesetznovelle". Darin wird die s"taatliche Ordnungswut in öffentlichen Räumen thematisiert, und die damit verbundene Diskriminierung von Randgruppen". Der Beitrag sei "besser als die Polizei erlaubt", so die Jury in ihrer Begründung: "Die PolizeiRechtsNovelle bietet alles, was ein guter Radiobeitrag braucht: Ein interessantes Thema, fundierte Recherche und Beobachtungen, gut und präzise formulierte Erkenntnisse, intelligente Information und Kritik und die absolut hörtaugliche Präsentation mit den kleinen künstlerischen Kitzlern für das Trommelfell". (Birgit Gärtner)

Anzeige