Bin Laden tot..

..alle Fragen offen?

Oft schon wurde Osama Bin Laden für tot erklärt, dann tauchte er wieder auf irgendeinem Band auf, als Beweis dafür, dass er noch lebt. Möglich, dass dieses Spiel fortgeführt wird. Vorstellbar ist das auch dann, wenn die US-Regierung doch Fotos vom Leichnam Bin Ladens veröffentlichen sollte.

Die Glaubwürdigkeit von Fotos ist längst dem Verdacht der Manipulation gewichen. Dass die ersten Fotos vom toten Bin Laden, die angeblich ein pakistanischer Fernsehsender verbreitete, wenig später als Photoshop-Arbeit enttarnt wurden, ist übliche Station geworden in der Laufbahn von Geschichten, die politische Wirkung haben und potenziell die gesamte Weltöffentlichkeit zum Publikum haben. Bin Laden ist längst Legende geworden, der Geschichte von seinem Tod wird es wahrscheinlich so gehen, wie im bekannten Kinderspiel dem Satz, den Kinder dem nächsten weiterflüstern, bis er nicht mehr zu erkennen ist.

Die Arbeit der US-Spezialeinheiten ist hochprofessionell, so die andere Legende, die bei der Geschichte im Spiel ist, und die Tötung des meist gesuchtesten Mann des Welt wird als Erneuerung dieses Rufes gefeiert: "No enemy is safe anywhere." Aber weil bei der spektakulären Aktion alles so hochprofessionell ablief - auch wenn ein Hubschrauber mysteriöserweise, weil angeblich ohne Feindeinwirkung, dabei abstürzte -, verblüfft eine Erklärungslücke in der bisher bekannten Darstellung, die doch die Öffentlichkeit besonders in diesem Fall in allen Punkten vollkommen überzeugen soll: Wieso wurde die Leiche Osama Bin Ladens so rasch weggeschafft? Und wie konnte sie so schnell vom Inneren Pakistans ans Meer gebracht werden, wo doch weit mehr als tausend Kilometer zwischen Abbottabad und der nächsten Küste liegen?

In seiner Rede am frühen Morgen sprach der US-Präsident noch davon, dass sich der Leichnam Bin Ladens in Gewahrsam der US-Einheit befände. Später hieß es, er sei nach Afghanistan geflogen worden und von dort aus ans Meer, wo er bestattet wurde - als Handlungsrichtline wurden Gebote der islamischen Tradition genannt. Doch nimmt sich eine Seebestattung als islamische Tradition etwas ungewöhnlich aus.

Zuvor, so berichtet CBS, hätten sich US-Vertreter an Saudi-Arabien, dem Heimatland Bin Ladens gewandt, doch hätten die Saudis es abgelehnt, dass Bin Laden dort beerdigt würde. Man befürchtete wahrscheinlich, dass das Grab zu einer Kultstätte geworden wäre bzw. dass kultische Eiferer das Grab gesucht hätten, für einen solchen Treffpunkt von Dschihadisten wollte das Herrscherhaus keine Sandgrube hergeben.

Innerhalb von 24 Stunden sollte Osama Bin Laden nach Vorgaben der islamischen Tradition bestattet werden, so eine weitere Information, wenn man davon ausgeht, dass die Tötungsaktion gegen ein Uhr morgens Ortszeit stattfand, so wäre noch einige Zeit geblieben. So verlief die Aktion derart rasch, dass manche darüber rätseln, wie das überhaupt zu bewerkstelligen war, was für einige Spekulationen in Internetforen sorgt und für fabelhaften Stoff zur Weiterentwicklung der Osama-BinLaden-is-alive-Stories.

Eine Erklärung, weshalb man den Leichnam so schnell verschwinden ließ, wäre, dass man lieber die eher vergnüglichen Phantasien von harmlosen VTlern anregt als mit einer Vorführung des "erlegten Opfers" Rachegelüste von al-Qaida-Anhängern zu füttern. Zum anderen gibt der neue Präsident anders als Bush mehr acht auf Empfindlichkeiten von Muslimen, ein "Bilderverbot" des toten Osama ist nicht auszuschließen. Möglicherweise wollte Obama unter allen Umständen vermeiden, was Bush im Fall Saddam Hussein angerichtet hat.

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