Black-Out auf der Krim

Die Stromzufuhr aus der Ukraine wurde durch Gewaltakte unterbrochen. Russland hat den Notstand auf der Halbinsel ausgerufen

Die Krim wurde komplett von der Stromversorgung abgeschnitten, sagte der Chef des Energieversorgungsunternehmens Krymenergo gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass. Die vier Hauptleitungen, die von der Ukraine zur Halbinsel führen, wurden zerstört.

Russland hat auf der Krim den Notstand ausgerufen.

Berichten zufolge wurde die Stromzufuhr zur Krim im ukrainischen Cherson gewaltsam unterbrochen und Reparaturarbeiten verhindert. Die Verantwortlichen werden unter Krim-Tataren und dem Rechten Sektor ausgemacht, so zum Beispiel in einem Bericht von RT heute Morgen. Verlinkt wird u.a. auf ein Foto eines zerstörten Strommasten. Laut einer Stellungnahme von Ukrenergo ließen die Schäden auf den Einsatz von Sprengstoff schließen.

Die rund zwei Millionen Bewohner müssen sich auf eine reduzierte Stromversorgung mit Black-Outs einrichten, so der Notfallplan, den der Energieminister der Krim, Sergej Jegonow, nach einer morgendlichen Krisensitzung ankündigte. Die eigenständige Stromgenerierung der Krim würde nur "weniger als die Hälfte der benötigten Menge schaffen":

Der maximale Verbrauch am Morgen liegt bei den derzeitigen Temperaturen bei 800 MW. Uns stehen 350 MW aus eigener Stromerzeugung zur Verfügung und benötigen weitere 450 MW. Daher werden wir einen Zeitplan für zeitweilige Unterbrechungen in Kraft setzen.

Der Treibstoff für Generatoren reiche noch etwa 30 Tage, teilte Vizepremierminister Michail Scheremet mit. Derzeit seien alle Städte an das Stromversorgungsnetz angeschlossen. Laut einem BBC-Bericht wurden Simferopol, Jalta und Saki "teilweise" durch Generatoren wieder verbunden. Anderen Quellen zufolge verwies Scheremet nicht nur auf Dieselgeneratoren, sondern auch auf Wind- und Solarkraft, die der Krim zur Eigenversorgung zur Verfügung stehe.

Ergänzung:

Seit Wochen blockieren Krim-Tataren zusammen mit Militanten des Rechten Sektors seit Wochen die Zufahrten zur Krim und verhindern Transporte, berichtet die Kiew Post. Offensichtlich reicht es nun auch der ukrainischen Regierung.

Gestern wurden 100 Soldaten der ukrainischen Nationalgarde nach Tschaplinka im Südosten Chersons, wo einer der zerstörten Strommasten stand, geschickt, um gegen die Blockade der "Aktivisten" vorzugehen. Das Innenministerium in Kiew habe das angeordnet, um zu gewährleisten, dass die Strommasten repariert werden können. Sie würden von der Polizei und anderen Sicherheitskräften unterstützt. Es kam zu Auseinandersetzungen.

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