Brände haben Atomforschungszentrum Los Alamos erreicht

Auf dem Gelände lagern Zehntausende Fässer mit Atommüll

Während es noch vor kurzem hieß, dass für das Atomforschungszentrum Los Alamos National Laboratory in New Mexico keine Gefahr bestünde, weil das Las-Conchas-Feuer noch Kilometer entfernt sei, haben die Brände nun mittlerweile die Anlage erreicht. Das LANL ist seit Montag geschlossen, die nahe gelegene Stadt Los Alamos ist evakuiert.

Die Feuerwehr hat begonnen, eigene Feuer im Umkreis um die mehr als 50 Quadratkilometer große Anlage aus Tausenden von Gebäuden anzulegen, um den Buschbränden Nahrung zu entziehen. Bislang scheint die Strategie zu funktionieren, angeblich wurde in der Luft noch keine Radioaktivität gemessen. Das Umweltministerium hat Messgeräte im ganzen Bundesstaat und ein Flugzeug bereitgestellt.

Area G des LANL. Dort wird der Atommüll gelagert. Aufnahme nach Angaben vom LANL vom 29. 6. Bild: LANL/CC-Lizenz

Obgleich es heißt, dass alle Gebäude vor Bränden geschützt seien, ist die Lage doch bedenklich, weil auf dem Gelände neben offenbar schlecht gesicherten, in Zelten, nicht in Gebäuden untergebrachten 30.000 Fässern schwach radioaktiven, möglicherweise auch mit Plutonium belasteten Materials in Gebäuden auch Plutonium-Pits gelagert sind. Das sind Hohlkugeln aus Plutonium, die sich im Kern der nuklearen Sprengköpfe und deren Explosion die Kettenreaktion auslöst.

Die Fässer seien sicher, heißt es, da es um das Lager keine Bäume oder andere Vegetation gebe. Sollte doch ein Feuer nahekommen, könne man es schnell mit Schaum bekämpfen.

Nicht Terroristen, sondern wie in Fukushima Naturkatastrophen wie das Feuer in Los Alamos oder die Missouri-Flut in Nebraska, die zwei AKWs bedroht, decken nun wieder einmal die Gefahren auf, die von der Atomenergie ausgehen. Schon letztes Jahr wurde dies durch die großen Waldbrände in Russland deutlich, die in Osersk ein Atommüllaufbereitungs- und Lagerungszentrum und das Kernforschungszentrum Sneschinsk im Ural bedroht hatten (Brandkatastrophe in Russland).

Aufgenommen vom Emergency Operations Center des LANL. Bild: LANL/CC-Lizenz

. Den Beteuerungen der Verantwortlichen, es sei alles sicher, wird nach Fukushima auch in den USA geringeres Vertrauen entgegen gebracht. LANL-Direktor McMillan versichert auch jetzt weiter: "Unsere Anlagen und das nukleare Material sind geschützt und sicher."

Allerdings geht es nicht nur um das nukleare Material und den Atommüll auf dem Gelände, befürchtet wird auch, dass die Feuer Radioaktivität freisetzen könnten, mit denen die Umgebung durch die Atomtests kontaminiert wurde. Rita Bates vom Umweltministerium New Mexikos fürchtet, dass Bäume, die zur Zeit der Atomtests gewachsen sind, und der Boden noch radioaktiv belastet sind: "Wenn sich das erhitzt und in die Luft gelangt, dann sind wir besorgt." In den Canyons wurde vor Jahrzehnten auch Atommüll entsorgt, allerdings sollen sie nun sicher sein. Dies scheint dies allerdings nicht ganz zuzutreffen. Ein Student hat letztes Jahr im Bay Canyon mit einem Geigerzähler durchaus noch Radioaktivität an dort umherliegendem Müll aus der Zeit der ersten Atomtests im Rahmen des Manhattan-Projekts festgestellt. .

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