Brot für die GEZ

Aber der Käse bleibt hier!

Es geht auf die besinnlichen, ruhigen Tage zu. "Brot statt Böller" ist angesagt. Doch auch trockenes, altgewordenes Brot ist als Knaller leider ein Totalversager. Nun gibt es eine alternative Verwendung!

"Internet ist Rundfunk", so trommeln ARD, ZDF und einige Politiker. E-Mail ist keine persönliche, private, sondern eine öffentlich-rechtliche Angelegenheit, Chatten selbstverständlich auch und die "Schweineseiten" sowieso (Alles im Leben hat seinen Preis).

Doch obwohl der westdeutsche Rundfunk mir einst kostenpflichtig erklärte, dass Hits und Traffic stets Geld bringen und viele Hits und viel Traffic demnach sogar ganz doll viel Geld, wird selbiges nun plötzlich doch knapp und der werte Webhörer – falls der Stream überhaupt so lange durchhält – nach 35 Minuten rüde verabschiedet. Weiß die Technik da etwa etwas, das sie der Intendanz verschwiegen hat?

Deshalb machen sich einige gute Staatsbürger nun ernsthafte Sorgen. Immerhin darf die GEZ erst ab 2007 fürs E-Mailen und Chatten Rundfunkgebühren kassieren. Doch immer mehr Mitbürger schaffen Fernsehen und teils auch Radio einfach ab. Außerdem verkünden bayrische Politiker und Intendanten unbotmäßigerweise, man käme ja vielleicht auch mit weniger Rundfunkgebührenerhöhung aus ("Von einer Krise wird heute nicht gesprochen").

Damit der GEZ-Kontrolleur über Weihnachten nicht hungern oder seine Schäfchen zwangsanmelden muss, kann man der gemein… äh, …gemeinnützigen Organisation deshalb nun zwar keine Kekse, aber eine Brotspende zukommen lassen. Aber bitte schön trocken, damit das gute Stück nicht schimmelt und so am Ende noch die Gesundheit von Postboten oder GEZ-Mitarbeitern gefährdet.

Frohes Fresst!

Nachtrag: Als die Kollegen eines anderen Online-Magazins einige Tage nach Telepolis auch über die Seite "Brot für die GEZ" berichteten, verlangte die evangelische Kirche deren Abschaltung innerhalb weniger Stunden. Begründung: ihre Marke "Brot für die Welt" werde verletzt. Ok, mit Lebensmitteln spielt man zwar eigentlich auch nicht, auch wenn die Brotscheibe bereits vertrocknet war, doch mit dem Markenrecht als höchstes Gut in Deutschland ist nun bekanntlich überhaupt nicht zu spaßen. Hallelujah. Die Gebührenkontrollbeauftragten werden jedoch auch zukünftig – selbstverständlich kostenpflichtig – den Schutz der Kirche aufsuchen. Amen.

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