Bundeswehr wird zur führenden Nato-Armee

Kleinere Partner des Verteidigungsbündnisses wollen ihre Heerestruppe in Kommandostrukturen der deutschen Streitkräfte einbinden

Der Aufbau der Bundeswehr innerhalb der Nato geht weiter: Rumänien und die Tschechische Republik sollen Teile ihrer Heerestruppen in die Kommandostrukturen der Bundeswehr eingliedern dürfen.

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Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, wird für nächste Woche bei dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister die Unterzeichnung einer neuen Vereinbarung erwartet, wonach eine enge Anbindung der rumänischen und der tschechischen Armee an die Bundeswehr erfolgen soll.

Demnach ist beabsichtigt, dass "je eine tschechische und eine rumänische Brigade deutschen Divisionskommandos" zugeordnet wird. Ziel dieser Angliederung ist es, die gemeinsame Kampfkraft dieser Truppen durch eine gemeinsame Ausbildung und Übung zu erhöhen.

Solch eine militärische Einbindung kleinerer Nato-Länder in die Bundeswehr geschieht nicht zum ersten Mal. Die Niederlande haben ihre Heerestruppen zu zwei Drittel in die Kommandostrukturen der Bundeswehr eingegliedert.

Derweil herrscht aufseiten der Nato und ihrer Mitgliedstaaten rege Betriebsamkeit. So wurde bekannt, dass in Neapel die Nato ein gemeinsames Lage- und Situationszentrum im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) aufbauen will, von dem aus auch militärische Aktionen durchgeführt werden könnten.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant bei der Nato-Konferenz "auch eine formelle Absichtserklärung für die deutsche Teilnahme an einer neuen niederländischen Tankerflotte" abzugeben, wie die FAZ berichtet. Erst vor kurzem, so das Blatt weiter, wurde bekannt, dass es eine "deutsch-norwegische Kooperation bei der U-Boot-Flotille" geben werde. Zudem sei ein "deutsch-französisches Gemeinschaftsvorhaben zur Beschaffung und dem Betrieb von taktischen Transportflugzeugen" geplant.

Donald Trump hatte die Mitgliedsstaaten der Nato ermahnt, ihrer Verpflichtung nachzukommen, wonach 2 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Verteidigungsausgaben bereitgestellt werden sollten. Obwohl erwartet wird, dass der deutsche Wehretat im Jahr 2017 um weitere zwei Milliarden auf dann 37 Milliarden Euro erhöht werden soll, wächst der Anteil Verteidigungsausgaben am BIP 2017 lediglich auf 1,22 Prozent (2016 waren es 1,19 Prozent). (Marcus Klöckner)

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