Bundeswehrdrohnen für OSZE-Mission in der Ukraine nicht geeignet

Wieder eine Schlappe für die Bundeswehr, für die LUNA-Drohnen ist der Winter in der Ukraine zu kalt

Eifrig hatte die deutsche Verteidigungsministerin angeboten, deutsche Soldaten mit Drohnen für die OSZE-Mission zur Beobachtung des Waffenstillstands an die russisch-ukrainische Grenze zu schicken. An der Mission sollen auch französische Soldaten teilnehmen, von deutscher Seite könnte es sich um 200 Soldaten handeln, 150 alleine, um die Drohnen zu bedienen.

Abschuss einer LUNA-Drohne während einer Übung. Bild: EUCOM

Geplant war, Drohnen des Typs LUNA (Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung) einzusetzen, die mit Farbvideo- und Infrarotkameras ausgestattet sind. Die 40 kg schweren Drohnen, die vond er Bundeswehr seit 2000 verwendet werden, haben eine Reichweite bis zu 100 km und eine Einsatzdauer von 6-8 Stunden. Man wäre mittlerweile wirklich überrascht, wenn mit dem Material der Bundeswehr alles klar gehen würde. Und das scheint auch nicht der Fall zu sein. Wie sich herausstellt, könnten die Bundeswehrdrohnen für den Einsatz im Winter in der Ukraine nicht geeignet sein.

"Bei minus 19 Grad", so erfuhr die Bild-Zeitung von der Bundesehr, "droht die Technik der unbemannten Flieger einzufrieren, sie müssen am Boden bleiben." In der Höhe, in der die Drohnen fliegen, ist es aber oft noch bedeutend kälter.

Mit einem Netz zur Landung eingefangene LUNA während der Übung. Bild: EUCOM

CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte fordert nun, wie er gegenüber der Bild sagte, für die Mission "schnell eine Lösung" zu finden. Noch ist freilich nicht entschieden, ob die OSZE das Angebot der Bundesverteidigungsministeriums übernimmt. Geklärt werden muss zudem, ob bewaffnete Soldaten an der Überwachung teilnehmen dürfen, wie dies von deutscher Seite vorgesehen ist. Der Generalsekretär der OSZE, Lamberto Zannier, sagte gestern der Nachrichtenagentur Reuters, dass es bislang nur ein Mandat für eine zivile Mission gebe: "Also müssen wir entweder den Drohneneinsatz entmilitarisieren, um ihn vereinbar mit dem Mandat zu machen - oder wir müssen in Wien eine neue Entscheidung fällen, die mich autorisiert, eine militärische Komponente hinzuzufügen." (Florian Rötzer)

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