CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat erstmals 415 ppm überschritten

Bild: Scripps

Die Zunahme geschieht immer schneller, hundert Mal schneller als am Ende der letzten Eiszeit

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt unaufhörlich weiter an und wird immer schneller. Seit 1974 wird von der NOAA-Station auf dem Mauna Loa in Hawaii die CO2-Konzentration kontinuierlich gemessen, begonnen hatte damit bereits Charles David Keeling Ende der 1950er Jahre. Daraus ist dann die Keeling-Kurve entstanden, die seit 1957 unaufhörlich noch oben angestiegen ist. Am vergangenen Samstag wurde ein neuer Rekord erreicht. Gemessen wurde erstmals eine CO2-Konzentration erstmals 415,26 ppm.

Der letzte Rekord war erst im April 2018 erreicht worden, also die Kurve über 410 ppm geklettert war. Die Klimaforscher sprachen von einem Weckruf, nachdem bereits 2016 die Schwelle von 400 ppm überschritten wurde. Als Charles David Keeling die Messung begann, lagen die Werte noch bei 320 ppm.

Nach Messungen von im Eis eingeschlossenen Luftblasen ist zu vermuten, dass die CO2-Konzentration im Jahr 2018 so hoch war, wie mindestens seit 800.000 Jahren nicht mehr. Die WMO berichtete, dass ein vergleichbarer Anstieg der CO2-Konzentration 2-3 Millionen Jahre zurückliegt, als die Temperatur um 2-3 Grad Celsius wärmer und der Meeresspiegel um 10-20 Meter höher gewesen sei.

CO2-Konzentration seit 10.000 Jahren. Bild: Scripps

Der Meteorologe Eric Holthaus behauptet: "Das ist das erste Mal in der menschlichen Geschichte, dass es in der Atmosphäre unseres Planeten mehr als 415 ppm CO2 gegeben hat. Nicht nur in der aufgezeichneten Geschichte, nicht nur seit Erfindung der Landwirtschaft vor 10.000 Jahren, sondern noch bevor der moderne Menschen vor Millionen von Jahren lebte. Wir kennen keinen Planeten wie diesen."

Im März berichtete NOAA, dass drei der vier höchsten Anstiege der Konzentration in den letzten vier Jahren geschehen sei. 2018 stieg sie um 2,87 ppm. Während der letzten zwei Jahrzehnte sei der Anstieg etwa 100 Mal schneller als bei vorhergehenden natürlichen Anstiegen, wie sie etwa am Ende der letzten Eiszeit vor 11.000-17.000 Jahren geschehen ist.

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Nathaniel Rich: Losing Earth.

Die Klimakatastrophe, die wir jetzt erleben, hätte verhindert werden können. Vor dreißig Jahren gab es die Chance, den Planeten zu retten – doch sie wurde verspielt. Nathaniel Rich schildert in dieser dramatischen Reportage, wie es zu diesem wahrhaft globalen Versagen kam. Eine historische Reportage, die aktueller nicht sein könnte: Wir bekommen in den kommenden Jahren das zu spüren, was vor drei Jahrzehnten versäumt wurde – so wie unser gegenwärtiges Scheitern das Schicksal des Planeten in naher Zukunft besiegelt. Die Erde in ihrer heutigen Gestalt ist bereits verloren, sie wurde damals verloren – und so erzählt Rich hier die Geschichte eines beispiellosen Menschheitsversagens.

(Florian Rötzer)

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