CSU stürzt weiter ab

Bild: Freud/CC BY-SA-3.0

Nach dem BayernTrend würden nur noch 35 Prozent die CSU wählen, auch die AfD verliert - und die SPD sowieso

Bundesinnenminister Seehofer hat sich hinter Verfassungsschutzchef Maaßen gestellt, der vor allem vor linker Desinformation gewarnt haben will. Dabei konnte man in Chemnitz und Köthen gerade sehen, wie rechte Desinformationskampagnen starten, um Wut zu erzeugen. Um die Rechten zu befrieden, sagte Seehofer, dass Maaßen die Botschaft "nicht ideal" in dem Interview herübergebracht habe. Entlassen will er ihn jedenfalls nicht, was ohne Zweifel damit zusammenhängt, dass die CSU immer noch versucht, am rechten Rand zu fischen.

Das aber scheint weiterhin nicht zu funktionieren. Im aktuellen BayernTrend sackt die CSU weiter um 3 Punkte ab und erzielt gerade noch 35 Prozent, weit entfernt von einer absoluten Mehrheit, wie man sich das in der Partei wünscht. Ministerpräsident Söder konnte bislang nichts herumreißen, sondern zieht die CSU weiter nach unten. Sympathisch finden den Machtgeilen, der alles der Karriere opfert, wohl nur wenige verbissene CSU-Fans. Man könnte allerdings auch den Eindruck gewinnen, dass Seehofer mit seinem Verhalten Söder schaden will, schließlich besteht zwischen beiden eine lange Feindschaft.

Aber auch die SPD kann von den internen CSU-Querelen nicht profitieren, sie sinkt und sinkt und landet jetzt auf nur noch 11 Prozent. Bald, so könnte man meinen, wird sie verschwunden sein. Dagegen können die Freien Wähler um 2 Punkte zulegen und liegen nun gleichauf mit der SPD in Bayern.

Die Grünen stärken ihre Position als zweitstärkste Partei und legen um einen Punkt auf 17 Prozent zu. Selbst die Linke und die FDP profitieren von der Anti-Volksparteienstimmung und kommen nun auf jeweils 5 Prozent, womit sie in den Landtag einziehen könnten, wenn denn jetzt schon Wahlen wären.

Was die CSU einzig freuen könnte: Die AfD verliert einen Punkt - nach Chemnitz und Köthen und der Verbrüderung mit den Rechtsextremen -, aber rangiert nun mit 11 Prozent neben SPD und Freien Wählern.

Die große Frage wird weiterhin sein, ob die CSU mit den Grünen eine Koalition bilden würde und ob die Grünen dies wollen. Für die Grünen wäre dies wohl ein Einbruch, sie wären keine Alternative mehr, aber eine Koalition mit der CSU wäre wohl auch für die konservativen und rechten CSU-Wähler schwierig. Dann doch eher eine Koalition mit Freien Wählern und AfD? Mit 35 Prozent wäre wohl auch Söder erledigt.

Die Umfrage zeigt, dass die CSU nicht gewinnt, wenn sie immer weiter Richtung AfD rutscht, vielleicht auch, dass die hohe Zeit der AfD allmählich zu Ende kommt, weil die Menschen die Lust verlieren, aus Trotz Protest zu wählen und dabei eine Partei zu unterstützen, die abgesehen von Ausländer- und Migrantenfeindlichkeit kaum Programme hat.

Noch sagen zwar 44 Prozente, die Flüchtlingsfrage sei das wichtigste politische Thema, aber das sind schon 8 Prozent weniger als im Juli. Wohnen, Bildung und Rente legen dagegen zu. Innere Sicherheit finden gerade mal 5 Prozent besonders wichtig, da können also weder CSU etwa mit dem neuen Polizeigesetz noch AfD mit dem Schüren der Angst vor der Ausländerkriminalität viel holen. (Florian Rötzer)

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