China: Foxconn hat angeblich in einer Fabrik 60.000 Arbeiter durch Roboter ersetzt

Foxconn-Fabrik in Shenzen, 2005. Bild: Steve Jurvetson/CC-BY-2.0

In Kunshan sollen Hunderte von Unternehmen den vermehrten Einsatz von Robotern planen und viel Geld in KI investieren

Nach einem Bericht der South China Morning Post hat der wegen der schlechten Arbeitsbedingungen kritisierte Konzern Foxconn, der Elektronik- und Computerteile etwa für Apple, Microsoft, Nintendo oder Samsung herstellt und schon länger auf Automatisierung der Produktion setzt, in einer seiner Fabriken in Kushan angeblich 60.000 von 110.000 Arbeitern entlassen und durch Roboter ersetzt.

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Damit würden die Prophezeiungen wahr, dass mit Industrie 4.0 und durch KI unterstützte Automatisierung der massenhafte Verlust von Arbeitsplätzen einhergehen kann (Zukunft der Arbeit - nicht so rosig). Die Frage wird sein, ob die von Maschinen übernommenen, wenig attraktiven Arbeitsplätze in den Fabriken durch anderweitige Arbeitsplätze kompensiert werden können oder ob sich die Politik und die Gesellschaft allmählich Gedanken machen sollten, wie ein Gemeinwesen funktioniert, in dem Maschinen Arbeitslosigkeit und damit Menschen ohne Einkommen produzieren.

Gegenüber BBC erklärte Foxconn: "Wir setzen Robotik und andere innovativen Produktionstechniken ein, um sich wiederholende Aufgaben zu ersetzen, durch Ausbildung ermöglichen wir unseren Angestellten auch, sich auf höhere wertschöpfende Elemente im Herstellungsprozess zu konzentrieren." Das würde allerdings heißen, dass die Arbeiter nicht entlassen, sondern anderweitig eingesetzt wurden.

Nach SMPC setzt man in Kunshan, einem Zentrum der Elektronikindustrie, nicht nur bei Foxconn auf eine drastische Verminderung der Arbeitskosten. Kunshan, wo vor allem Investitionen aus Taiwan kommen, sei das erste Gebiet in China, in dem das Pro-Kopf-Einkommen auf 4000 US-Dollar gestiegen ist. 40 Prozent der Notebooks und Digitalkameras weltweit würden hier produziert. Aber auch hier ist das Wirtschaftswachstum eingeknickt. Man setze jetzt hier auf Wachstum durch Roboter, die menschliche Arbeit ersetzen, und durch Start-ups. Das sei auch mit dem verheerenden Unglück 2014 verbunden, als sich hier eine riesige Explosion ereignet hat, wird angedeutet. 46 Prozent der Landfläche sei mit Fabriken und anderen Gebäuden bedeckt. Nach der Explosion habe die Regionalregierung angekündigt, dass keine weitere Landfläche mehr überbaut werden darf und dass bis 2020 die Bevölkerungszahl reduziert werde.

Nach der Regionalregierung haben 35 taiwanesische Unternehmen in Kunshan 4 Milliarden Yuan (mehr als 500 Millionen Euro) in Künstliche Intelligenz investiert. In diesem Kontext wird darauf hingewiesen, dass Foxconn "erfolgreich die Arbeitskosten senken" konnte, indem durch die Einführung von Robotern die Zahl der Arbeitsplätze von 110.000 auf 50.000 gesenkt werden konnte. Ähnliche Pläne hätten 600 Firmen. Ob wirklich 60.000 Angestellte entlassen bzw. deren Arbeitsplätze ersetzt werden bzw. wurden, ist fraglich. Es wird Zweifel geäußert. Zudem verfolgt Foxconn schon länger die Strategie, die Produktion zu automatisieren (Roboter statt Arbeiter)

Von Sozialplänen oder überhaupt den Folgen wird in der Zeitung nicht berichtet. Lapidar heißt es, die Entlassungen seien kein gutes Zeichen für Kunshan, das die Regierung als "gartenstadtähnliche Stadt" beschreibt. Die Stadt hat 2,3 Millionen Einwohner, Zweidrittel seien Wanderarbeiter, 680.000 registrierte Bürger gibt es.

. (Florian Rötzer)

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