China: Roboterschwarm zum Sortieren ersetzt viele Menschen

Ein Video von den wuselnden Robotern des Unternehmens Shentong (STO) Express, die bis zu 200.000 Pakete täglich sortieren können, ist beeindruckend

Schon länger ist zu beobachten, dass sich in China die Roboter seit einiger Zeit schnell in der Produktion ausbreiten. Da die Arbeitslöhne gestiegen sind, wird es günstiger, Menschen durch Roboter zu ersetzen.

Einer der "Pioniere" ist das Unternehmen Foxconn, das Elektronik- und Computerteile herstellt und für Apple, Dell, Hewlett-Packard, Dell, Microsoft oder Nintendo produziert. Nach Berichten hat das Unternehmen im letzten Jahr in einer Fabrik in Kunshan 60.000 Angestellte von 110.000 entlassen und durch Roboter ersetzt. Bis 2020 ist geplant, 30 Prozent der Produktion zu automatisieren. Angeblich würden Hunderte von Unternehmen ebenfalls den Umstieg auf Roboter und die Reduzierung von menschlicher Arbeitskraft planen.

Mit der Automatisierung und Roboterisierung verschwinden die Menschen nicht, es werden im ersten Schritt vor allem einfach maschinell ausführbare, weil sich stereotyp wiederholende Tätigkeiten ersetzt. Ob die verbleibenden Menschen nun die Roboter ergänzen, aber ihre Zeit abläuft, oder Roboter den Menschen helfen, sind mögliche Deutungen. Sehr schön zeigt dies gerade ein Video des Lieferunternehmens Shentong (STO) Express. In einem Auslieferungswerk in Hangzhou werden viele Roboter eingesetzt, um Pakete zu sortieren.

Angestellte legen auf die Ladefläche der Roboter jeweils ein Paket. Den auf diesen befindlichen Code scannen die Roboter zuerst, um dann die Route zu berechnen und so schnell wie möglich zu einer Luke zu fahren, um es dort hineinzuwerfen. Da Dutzende der Roboter unterwegs sind, gibt es genaue Regeln, wie gefahren werden muss, welche Roboter Vorfahrt haben und welche warten müssen. Die Roboter können bis zu 200.000 Päckchen am Tag sortieren und fahren selbständig zu einer Station, um sich aufzuladen. Obgleich sie den ganzen Tag arbeiten können, werden sie bislang nur für 6-7 Stunden eingesetzt. Es sind allerdings auch Angestellte zu sehen, die eingreifen müssen, wenn ein Paket danebengeht oder eine Panne passiert.

Ein Sprecher des Unternehmens berichtete der South China Morning Post, dass mit den Robotern die Kosten halbiert werden konnten, die entstehen würden, wenn Angestellte die Tätigkeit ausführten. Überdies sei die Leistung um 30 Prozent verbessert und die Sortiergenauigkeit erhöht worden. Bislang werden die Sortierroboter in zwei Zentren eingesetzt. Das Unternehmen plant, sie landesweit, besonders in den großen Zentren, einzusetzen.

Von 2010 bis 2014 wuchs in China, das seit 2013 weltweit der größte Robotermarkt ist, die Nachfrage jährlich um 4 Prozent. 2016 hat die Regierung einen Entwicklungsplan für Industriereporter vorgelegt, nach dem im Land bis 2020 jährlich 100.000 Industrieroboter und 500.000 mit sechs Achsen hergestellt werden sollen. Letztes Jahr wuchs die Produktion um 30 Prozent.

Weltweit gab es 2015 nach der International Federation of Robotics 887.400 Industrieroboter, von 2010 bis 2015 stieg die Zahl um 70 Prozent. Die meisten werden in der elektrischen und elektronischen Branche sowie bei der Fahrzeugherstellung eingesetzt. Jetzt schon ist China der größte Robotikmarkt, bis 2019 sollen 40 Prozent der weltweiten Roboterpopulation in China installiert sein. (Florian Rötzer)

Anzeige