China ist weltweit größter Hersteller von Sexspielzeug

Mit Sorge sieht die Regierung den wachsenden Männerüberschuss, der zu großen Problemen führen kann

2015 werden in China voraussichtlich bereits 1,4 Milliarden Menschen leben. Ein Problem, das auch mit der Ein-Kind-Politik zu tun hat, mit der die chinesische Regierung versuchte, das Bevölkerungswachstum zu bremsen, ist die Bevorzugung von männlichem Nachwuchs. Die Frauen werden also knapp, was zu Problemen bei den jungen Männern führen kann. Jetzt soll es schon aufgrund des Männerüberschusses 37 Millionen Singles geben. Bei den unter 15-Jährigen gibt es alleine 15 Millionen mehr männliche als weibliche Jugendliche.

Das Problem wächst stetig. 2000 lag das Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei 100 zu 116,9, 2005 war auf 100 zu 118,88 und 2008 auf 120,5 angewachsen. 2009 gab es erstmals einen kleinen Rückgang auf 119,45. Als normal gilt für chinesische Demografen ein Verhältnis von 100:102 oder 103. Der Männerüberschuss verteilt sich nicht gleichmäßig in ganz China, vor allem in Südchina und in ländlichen Gebieten ist er höher als der Durchschnitt. 2020 werden schon 10 Prozent aller Männer – man geht von 24 Millionen im heiratsfähigen Alter aus - Schwierigkeiten haben, eine Frau zu finden, insgesamt soll es 40 Millionen mehr Männer als Frauen geben. Kraft der sexuellen Selektion werden wohl eher die Ärmeren Junggesellen bleiben, die Bevölkerungswissenschaftler gehen auch davon aus, dass immer mehr jüngere Männer ältere Frauen als Partner haben werden. Die Entwicklung beunruhigt auch die chinesische Führung, die vom größten demografischen Problem spricht (In China wird der Männerüberschuss zu einem Problem).

Wenn die Chinesen nicht umdenken und erst einmal lieber Mädchen als Kinder wollen, dann müssten die Männer in der Homosexualität ihr sexuelles Glück suchen, die in China nun auch offiziell anerkannt wird. Um die 20 Millionen schwule Männer soll es in China jetzt geben. Vermutlich wird die Prostitution zunehmen und wird China ein Importmarkt für Prostituierte aus ärmeren Ländern, womit auch die Kriminalität in die Höhe steigen wird. Ein anderer Ausweg ist natürlich die Pornographie, wozu auch die wachsenden Erektionsprobleme bei den Männern beitragen würde. Schon ein Viertel der chinesischen Männer soll unter Erektionsstörungen leiden.

Offenbar richtet sich der Markt in China, wo Pornografie und Erotik in den Medien scharf zensiert werden, auf das sexuelle Problem ein. Und wie immer geht es schnell, der erste Sexshop wurde in China erst 1993 eröffnet. Wie China Daily berichtet, hat das Land nun einen Rekord eingestellt: China ist der weltgrößte Hersteller von Sexspielzeug wie Vibratoren, Dildos, Reizwäsche, Fetischkleidung, Keuschheitsgürtel, Peitschen oder auch Sexpuppen geworden. Auch bei der Herstellung von Kondomen liegt China vorne. Aus China stammen angeblich 70 Prozent dieser Waren. Allerdings steigen auch die Importe stark an. Die staatliche Zeitung erläutert fürsorglich am Schluss des Artikels, schließlich will man für Ruhe an der Sexfront sorgen:

Sexspielzeuge sind für alleinerziehende Familien, verheiratete Paare und Singles sehr nützlich, um ein gesundes Leben zu führen. Deren Verwendung kann dazu beitragen, dass Paare ihre Beziehung aufrechterhalten und diese vielleicht befriedigender wird.

(Florian Rötzer)