China steigt in den Handelskrieg mit den USA ein

Donald Trump zieht neben den Handelsgrenzen gegen Importe auch die Mauer gegen Zuwanderer hoch. Prototypen der Mauer. Bild: U.S. Customs and Border Protection

Angedroht wird in Reaktion auf die USA die Erhebung von Zöllen auf 128 Produkttypen aus den USA

Es hat nicht lange gebraucht, bis China seinerseits Zölle auf amerikanische Produkte androht, nachdem US-Präsident Trump zwar vorerst die EU, Kanada und Mexiko verschonte, aber auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China einen Zoll von 25 Prozent erhob. Trump machte auch klar, dass er sich auf einen Handelskrieg einlassen will oder ihn sogar sucht.

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Er kündigte an, weitere Zölle in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar auf chinesische Produkte einzuführen, Investitionen in den USA zu beschränken und die Visa-Auflagen für chinesische Studenten zu verschärfen. Als Grund wird der "Diebstahl" geistigen Eigentums genannt. Trump spricht von "ökonomischer Aggression" und stellte noch einmal klar, dass der Frieden mit der EU nur vorübergehend sein wird, wenn sich nichts ändert. Die EU habe sehr große Hürden und Zölle, so dass sie mit den USA Handel treiben könne, aber die USA nicht mit der EU: "Sie haben wirklich unser Land ausgeschlossen."

Heute kündigte das chinesische Finanzministerium Tarife in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar für 128 Produkttypen an, um die Verluste durch die amerikanischen Zölle zu kompensieren. Auf Früchte, Nüsse, Wein oder nahtlose Rohre soll ein Zoll in Höhe von 15 Prozent, auf Produkte wie Schweinefleisch und recyceltes Aluminium von 25 Prozent verhängt werden. In Übereinstimmung mit den WTO-Regeln habe man zudem eine Liste mit Konzessionen erstellt, die aufgehoben würden.

China warnt allerdings erst einmal. Die Strafzölle auf den ersten Teil der Produktliste würden dann erhoben, wenn kein Übereinkommen über Handelskompensationen zwischen China und den USA erzielt werde. Die Tarife für den zweiten Teil der Liste würden nach einer Bewertung des amerikanischen Einflusses auf China verhängt.

China spricht von einer "typischen unilateralen Handelsprotektion" seitens der US-Regierung. China, so eine Mitteilung der chinesischen Botschaft in Washington, habe keine Angst vor einem Handelskrieg, man sei für jede Herausforderung gewappnet: "Wenn die USA einen Handelskrieg beginnt, wird ihn China bis zum Ende führen, um die eigenen legitimen Interessen mit allen erforderlichen Maßnahmen zu schützen." (Florian Rötzer)

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