Chinesische Roboter mit Gesichtserkennung

Der Streifenpolizistroboter. Bild: IC

Chinas Kontrolle über den öffentlichen Raum wird immer umfassender

In China setzt man konsequent weiter auf Technik, um die Gesellschaft zu überwachen und zu disziplinieren, also konformes Verhalten zu erzwingen wie mit dem Sozialkreditsystem. In Handan in der Provinz Hebei startete am Mittwoch der Einsatz von drei unterschiedlichen Verkehrspolizeirobotern.

Hervorgehoben wird von Global Times, dass dies die Fortschritte des chinesischen KI-Verkehrsmanagement manifestiere. Und natürlich sind die multifunktionalen Roboter das Ergebnis des Einsatzes von Big Data, KI, Cloud Computing und laserbasierter Navigation, also auf dem letzten Stand der Technik.

Die Roboter seien beladen mit Sensoren und könnten autonom patrouillieren, schreibt die Nachrichtenagentur Xinhua. Der mannshohe Streifenpolizistroboter fährt auf vier Rädern, gleicht aber oben einem Polizisten in gelber Uniform und mit weißer Mütze. Er soll also schon noch ein wenig an Menschen erinnern oder Menschliches mit den Obrigkeitssymbolen simulieren.

Die Roboter können mit Gesichtserkennung Fahrer identifizieren und selbst Aufnahmen des Verkehrsgesetze überschreitenden Verhaltens machen, beispielsweise beim Falschparken,dasselbe gilt auch für Fußgänger, die gegen Regeln Straßen überqueren, oder Fahrradfahrer. Überdies sollen sie den Verkehr regeln können.

Der Serviceroboter wird zum Fuhrparkmanagement eingesetzt und beantwortet Fragen, führt Menschen zu Schaltern, berichtet automatisch Sicherheitsrisiken und macht die Polizei auf Verdächtige aufmerksam. Und dann gibt es noch einen Roboter, der vor Verkehrsunfällen warnt.

Der Serviceroboter. Bild: IC

Global Times macht darauf aufmerksam, dass in letzter Zeit die Polizei vermehrt mit Gesichtserkennung und Robotern arbeite. Im April wurde die erste 5G-Polizeistation in Shenzhen eröffnet, weitere sollen folgen. 5G erweitert die Überwachungsmöglichkeiten enorm. Bestandteil ist die Möglichkeit, in Echtzeit hochaufgelöste Bilder zu übertragen. Offenbar haben Polizisten AR-Brillen (Augmented Reality) erhalten, die Gesichtsbilder aufnehmen und mit Gesichtserkennungstechnologie sofort mit Datenbanken abgleichen können.

Auch Motorräder wurden mit Kameras ausgestattet, um Aufnahmen der Gesichter und von Fahrzeugschildern zu machen, was, wie Global Times begeistert schreibt, "die Effizienz beim Sammeln von Informationen drastisch" steigere. Und dann kommen noch hochaufgelöste Bilder in Echtzeit von Drohnen und Robotern, so dass die Polizeizentrale Geschehnisse vor Ort beobachten und mit Polizeistreifen kooperieren kann.

Mit der Anonymität im öffentlichen Raum geht es damit schnell zu Ende, auch das Eintauchen in Menschenmassen schützt nicht mehr davor, erkannt zu werden. So wurden schon einige Erfolge mit AR-Brillen berichtet. Wenn alles in Echtzeit geschieht, können Polizisten oder Roboter sofort einschreiten. Wie genau die Gesichtserkennungstechnologie funktioniert, geht aus den Berichten nicht hervor. Solange sie noch fehlerhaft ist, kann es zwar zu Verwechselungen mit üblen Folgen kommen, aber besteht noch Hoffnung, dass die Technik zu ineffizient für einen breiten Einsatz sein könnte.

Es wird höchste Zeit, dass Rechtstaaten prinzipiell den Einsatz von Gesichtserkennung in Städten einschränken oder unterbinden, wie dies manche Städte in den USA bereits beschlossen haben. Vorreiter war San Francisco, möglicherweise wird es ausgerechnet im Silicon Valley Staat Kalifornien auch zu einem Verbot kommen.