Chinesischer Außenminister befürchtet "Frontalzusammenstoß" Nordkoreas und der USA

Konflikt zwischen Malaysia und Nordkorea eskaliert

Am 13. Februar hatte der 45-Jährige in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nicht wie geplant ein Flugzeug nach Macao bestiegen, sondern um medizinische Hilfe gebeten und über Unwohlsein geklagt, das eingesetzt habe, nachdem ihm eine Frau am Flughafen eine Flüssigkeit ins Gesicht spritzte. Kurz darauf starb er (vgl. Mysteriöser Tod des Halbbruders von Kim Jong Un).

Bei der Obduktion der Leiche, die die nordkoreanische Botschaft in Kuala Lumpur zu verhindern versuchte, fand die malaysische Polizei Rückstände des sehr schnell wirkenden Nervenkampfstoffs VX. Kurz nach der Tat hatte sie neben einer 25-jährige indonesischen und eine 28-jährigen vietnamesischen Staatsangehörigen auch einen 46-jährigen (inzwischen wieder freigelassenen) Nordkoreaner festgenommen und nach mehreren anderen Nordkoreanern gefahndet.

Die Frauen, von denen Überwachungskameraaufnahmen existieren, spritzten Kim Jong Nam die Flüssigkeit ins Gesicht und wuschen sich anschließend sofort die Hände. Die indonesische Staatsangehörige gab dies gegenüber der Polizei zu, rechtfertigte sich aber damit, sie habe geglaubt, an einem TV-Streich mit versteckter Kamera teilzunehmen.

Drei der Nordkoreaner, nach denen gefahndet wird, flüchteten sich den Erkenntnissen des malaysischen Polizeichefs Khalid Abu Bakar nach in die nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur und halten sich dort versteckt, weshalb er seine Beamten anwies, das exterritoriale Gebäude abzuriegeln und niemanden unkontrolliert durchzulassen.

Pjöngjang reagierte darauf am Dienstag mit einer Mitteilung des Außenministeriums, die es "allen malaysischen Staatsbürgern in der Demokratischen Volksrepublik Korea vorübergehend untersagt, das Land zu verlassen, bis der Vorfall, der sich in Malaysia ereignet hat, ordnungsgemäß geklärt ist". Ob davon neben drei Diplomaten und sechs weiteren Botschaftsmitarbeitern noch andere Personen betroffen sind, ist unklar.

Der malaysische Ministerpräsident Najib Razak kritisierte die Reaktion Pjöngjangs als "verabscheuungswürdige Geiselnahme" sowie als "völlige Missachtung des Völkerrechts und diplomatischer Normen" und ließ seinem Innenminister ein Ausreiseverbot für nordkoreanische Diplomaten und Botschaftsmitarbeiter verhängen. Ihre beiden Botschafter hatten die beiden Länder bereits vorher abgezogen. (Peter Mühlbauer)

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