Clinton siegt in South Carolina

Hillary Clintons Berater. Grafik: Lucia Honeychurch

Ausscheidungsschlacht zwischen Trump und Rubio

Bei der Vorwahl der Demokratischen Partei im US-Bundesstaat South Carolina hat Hillary Clinton mit deutlichem Vorsprung vor Bernie Sanders gewonnen. Sie kam auf dem aktuellen Auszählungsstand nach auf 74 Prozent der Stimmen, während Sanders nur 26 Prozent erreichte. Das lag unter anderem daran, dass ihre politische Maschine die dort zahlreichen älteren schwarzen Wähler besser im Griff hatte. Jüngere Schwarze tendierten dem ehemaligen Präsidentschaftsbewerber Jesse Jackson nach jedoch dazu, Sanders Versprechen kostenloser College-Abschlüsse über Clintons identitätspolitische Appelle zu stellen.

Der Sieg in South Carolina stärkt die Position der unter anderem vom ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair unterstützten Establishment-Kandidatin drei Tage vor dem Super Tuesday, bei dem in Alabama, Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont und Virginia gewählt wird.

Donald Trump, der Favorit bei den Republikanern, ging bereits letzte Woche davon aus, dass es nach den Vorwahlen zu einem Duell zwischen ihm auf republikanischer und Hillary Clinton auf demokratischer Seite kommt. Das könnte seiner Ansicht nach nicht nur für die "höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte" sorgen, sondern den Republikanern auch die Mehrheit in Bundesstaaten wie Michigan und New York einbringen, die bislang als sichere Bollwerke der Demokraten gelten.

Donald Trump gibt sich als ein Kandidat, der - ganz anders als Clinton mit ihren engen Verbindungen zur Wall Street - unabhängig von Banken und Lobbyisten regieren kann, weil er selbst so reich ist, dass er auf deren Geld nicht angewiesen ist. Bevor er diese Karte direkt gegen Clinton ausspielen kann, muss Trump allerdings seine innerparteilichen Mitbewerber besiegen, von denen ihn der Bush-Zögling Marco Rubio derzeit am aggressivsten angreift.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung im texanischen Dallas las er Tippfehler aus Trumps zahlreichen Tweets vor und spekulierte danach, dass der exzentrische Milliardär, der Rubio in der Vergangenheit immer wieder für dessen lockere Haltung zur Einwanderungsfrage kritisiert hatte, Ausländer beschäftigt, die das Medium für ihn befüttern. Während einer Fernsehdebatte verwies er darauf, dass eine von Trumps Baufirmen schon einmal Polen ohne ausreichende Arbeits- und Aufenthaltsdokumente einsetzte. Trump versuchte diesen Vorwurf mit dem Argument zu kontern, dass er der einzige Kandidat sei, der (abgesehen von politischen und Wahlkampf-Mitarbeitern) überhaupt Leuten Jobs verschafte, worauf hin Rubio auf das von ihm ererbte 200 Millionen-Dollar-Vermögen auswich und meinte, ohne diese Erbschaft würde der exzentrisch frisierte New Yorker heute Uhren verkaufen.

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