Coronavirus: Der Stand am Montagmorgen

Coronavirus-Epidemie bleibt weiterhin auf China beschränkt. Bild: Screenshot / JHU CSSE

Bisher 80 Tote, 2801 Infizierte insgesamt. Französischer Arzt gibt Entwarnung.

Der aktuelle Stand: Das Coronavirus (2019-nCoV) hat in Festlandchina bisher 80 Menschen getötet. 2744 Menschen sind infiziert. In Asien sind 24 weitere Fälle bestätigt, in Europa weiterhin drei, in Nordamerika fünf. Rund 54 Patienten haben sich bisher von der Krankheit wieder erholt.

Am stärksten betroffen sind Einwohner der Stadt Wuhan, die nach der Fläche zehnmal so groß ist wie Berlin. In Wuhan und der Provinz Hubei gibt es 1424 bestätigte Fälle. Xi Jinping äußerte sich am Samstag besorgt über die Epidemie, die sich immer schneller ausbreite und eine "ernste Herausforderung" darstelle.

Mehr als 1350 Mediziner seien bisher nach Wuhan entsandt worden, um bei der Bekämpfung der Epidemie zu helfen, und weitere 1000 würden folgen, sagte Ma Xiaowei, Direktorin des National Health Committee (NHC). Laut Chinas Gesundheitsbehörde soll das Coronavirus bereits in der Inkubationsphase ansteckend sein. Diese betrage bis 14 Tage.

China verbietet den Handel mit Wildtieren

Wie South China Morning Post berichtet, haben die Gesundheitsbehörden den Verkauf exotischer Tiere auf einem Fischmarkt in der Innenstadt von Wuhan verboten. Die Anordnung soll sofort wirksam und "strengstens durchgesetzt" werden, sagen die Regierungsbehörden.

Der Schritt folge einem Aufruf von 19 führenden Wissenschaftlern zur "Beseitigung des Verbrauchs und Handels von Wildtieren". "Die Kontrolle oder sogar Eliminierung von Wildtierfutter und dem damit verbundenen Handel ist nicht nur für den Umweltschutz erforderlich, sondern auch zur Kontrolle der Risiken für die öffentliche Gesundheit von großer Bedeutung", fügte die Gruppe hinzu.

Arzt gibt Entwarnung

In Frankreich sagte am Samstag der leitende Arzt, Prof. Yazdan Yazdanpanah, der die zwei Pariser Coronavirus-Patienten behandelte, dass die Krankheit weniger schwerwiegend zu sein scheint als vergleichbare Ausbrüche in der Vergangenheit. Die Wahrscheinlichkeit einer europäischen Epidemie durch das neue Coronavirus sei in diesem Stadium gering.

"Die Sterblichkeitsrate für die im vergangenen Monat in China identifizierte Viruserkrankung wird derzeit auf weniger als 5 Prozent geschätzt, während sie bei SARS doppelt so hoch war", sagte Yazdanpanah. Auch das MERS-Coronavirus in Saudi-Arabien sei ernster als das Virus in China.

Wild spekuliert dagegen Prof. Neil Ferguson, ein Experte für öffentliche Gesundheit am Imperial College in London. Im Guardian sagte er, seine "beste Vermutung" sei, dass 100.000 Menschen von dem Virus betroffen seien, obwohl es bisher nur 2.000 bestätigte Fälle gibt.

Derweil sorgte ein Video einer Youtuberin für Empörung in den Sozialen Netzwerken. Es stellte sich heraus, dass das Video nicht aus China, sondern von der Insel Palau aus dem Jahr 2016 stammt. Dort gelte Fledermaussuppe nun mal als lokale Delikatesse.

Einen Faktencheck als Antidot zur medialen Panikmache in Europa liefert Mimikama. (Bulgan Molor-Erdene)